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Karriere mit Polierausbildung - BauAkademie Niederösterreich

29.03.2007

Der Polier gehört als professionelles Bindeglied zwischen Firmenleitung und Bauleitung einerseits und den ausführenden Bauarbeitern andererseits zu den wichtigsten Positionen in der mittleren Führungsebene der Bauwirtschaft.

Ständig wechselnde Bauaufgaben, unter immer neuen Aspekten effizient, kostengünstig und mit Führungskompetenz zu meistern, sind die Herausforderungen, der sich Poliere in der Bauwirtschaft zu stellen haben. „Das Bündeln eigener und externer Kräfte, das richtige Zeit- und Personalmanagement, verbunden mit raschem Entwickeln und Umsetzen von Problemlösungen, das sind herausragende Eigenschaften von guten Polieren“, erklärt Günter Graf, Leiter der BauAkademie Niederösterreich.

Praxisnahe Ausbildung

Die Ausbildung zum Polier greift diese Herausforderungen aktiv auf und vermittelt praxis- und projektbezogenes Know-how, unter Mitwirkung von Vortragenden aus der Bauwirtschaft, welche durch ihre Praxisnähe und Fachkompetenz das erforderliche Fachwissen vermitteln. Gemäß dem Kollektivvertrag Bau sind Poliere als „Hilfsorgan des Arbeitgebers oder eines Bauleiters bei der Bauausführung“ bezeichnet und eingestuft. In dieser Eigenschaft ist der Polier gemeinsam mit der Bauleitung für den reibungslosen Ablauf von Baustellen, in technischer und personeller Hinsicht, verantwortlich. Die Ausbildung richtet sich vorrangig an die Mitarbeiter des Baugewerbes, der Bauindustrie und auch an Betriebe des Baunebengewerbes, welche Poliere im Bauablauf einsetzen. Zugangsvoraussetzungen für die Teilnahme an der Ausbildung ist der positive Lehrabschluss als Maurer, Schalungsbauer, Tiefbauer, Betonbauer, Zimmerer oder Steinmetz und zusätzlich zur Lehrzeit zwei Jahre Praxis oder mindestens fünf Jahre facheinschlägige Berufspraxis. Deutsche Sprache in Wort und Schrift wird vorausgesetzt. „Unsere Ausbildung ist stark praxisorientiert und ihre Dauer erstreckt sich in den Fachrichtungen Hoch-, Tief- und Steinbau über drei, in der Fachrichtung Holzbau über zwei Klassen mit jeweils 500 Unterrichtsstunden. Die Ausbildungslehrgänge werden während der Wintermonate abgehalten und verhindern durch die gesteigerte Qualifikation künftig die Saisonarbeitslosigkeit der Absolventen“, erläutert Graf. Seitens des Arbeitsmarktservices besteht daher die Bereitschaft zur Förderung des Sach- und Personalaufwandes. Die Ausbildung zum Baupolier stellt einen wichtigen Schritt zur Absicherung des hohen Qualifikationsniveaus auf mittlerer Führungsebene dar und somit zugleich auch zur Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Bauwirtschaft. Die Ausbildungsinhalte sind neben fachspezifischen Schwerpunkten auch Mathematik, Bauzeichnen, Bauchemie und -physik, Baurecht, Baubetriebslehre, Schriftverkehr und statische Grundlagen. Kommunikation und Mitarbeiterführung sind ebenso Inhalt der Ausbildung. Der Abschluss der Ausbildung besteht aus einer Projektarbeit und einer mündlichen Prüfung. Jeder Teilnehmer erhält ein Zeugnis über den Abschluss. Nach dem Abschluss der Polierausbildung besteht die Möglichkeit zur Zusatzausbildung zum Generalunternehmer(GU)-Polier im Umfang von mindestens 80 Unterrichtseinheiten. Der Schwerpunkt dieser Zusatzausbildung liegt in der Bautechnik und den Bauwirtschaftsfächern. Ein wichtiges Mittel, den Baupolieren die notwendige, laufende Weiterbildung in entsprechender Form kompakt zu ermöglichen, wurde mit der „Polierwoche“ und dem „Polierpass“ geschaffen. Die Polierwoche dient Neuerungen und Auffrischungen den ausgebildeten Polieren näher zu bringen. Der Polierpass wird in Zukunft über die laufende Weiterbildung der einzelnen Poliere Auskunft geben können.

Gisela Gary

Artikel aus: bau.zeitung 12/07, S. 14

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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