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Koralmtunnel - ein Fest für den Tunnelanstich

05.07.2011

Mit einem Festakt startete die Arbeitsgemeinschaft KAT2 die Arbeiten zum zweiten Baulos des Koralmtunnels. Vor Gästen löste Margit Fischer als Tunnelpatin die Sprengung zum Tunnelanschlag aus. Das wegen seiner Kosten umstrittene Bauprojekt soll eine Länge von 32,9 Kilometern haben und damit der längste Eisenbahntunnel Österreichs sein.

Diese Woche hat die Arge KAT2 den Tunnelanschlag für den Koralmtunnel gefeiert - und zu diesem Ereignis rund 300 Gäste eingeladen, darunter neben Vertretern der ausführenden Unternehmen Strabag und Jäger Bau auch zahlreiche Politiker und Ehrengäste.

 

Margit Fischer, die Gattin des österreichischen Bundespräsidenten, löste als Tunnelpatin die Sprengung zum Tunnelanschlag aus, die live über Bildschirme ins Festzelt übertragen wurde.

 

Das Herzstück der Koralmbahn

 

Der Tunnel ist mit einer Länge von 32,9 km das Herzstück der 130 km langen Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt. Nach der Fertigstellung wird es der längste längste Eisenbahntunnel Österreichs sein. Das Projekt ist in drei Baulose unterteilt, das zweite Baulos ist rund 20 Kilometer lang.

 

Das Großprojekt ist in weiten Teilen der Öffentlichkeit, innerhalb der Wirtschaft und in den ÖBB umstritten. So haben Spediteure vor wenigen Tagen wieder einmal ihre Kritik am Koralmtunnel wiederholt. Bei zu erwartenden Kosten von bis zu zehn Milliarden Euro könnte man Wohnraum für bis zu 800.000 Menschen schaffen, meinte etwa Stefan Krauter, Chef von cargo-partner.

 

Und Harald Bollmann, Präsident des Zentralverbandes Spedition & Logistik, meinte dazu: "Selbst wenn die Baukosten von 5,4 Mrd. Euro halten sollten, ergibt sich daraus ein Tageszins von 540.000 Euro."

 

Zweifel an Rentabilität: "Täglich Graz und Klagenfurt evakuieren"

 

Auch aus den Reihen der ÖBB kommt Kritik. So meinte zu Planungsbeginn ein hochrangiger ÖBB-Manager: "Damit sich diese Strecke rentiert, müsste man täglich Graz und Klagenfurt evakuieren."

 

Beim feierlichen Tunnelanschlag betonten alle Festredner trotzdem die Wichtigkeit der Koralmbahn als eine zukünftige Anbindung des Südens Österreichs an das transeuropäische Eisenbahnnetz. Unter ihnen Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner, der steirische Landeshauptmann Franz Voves und ÖBB-Vorstand Georg-Michael Vavrovsky. 

 

Anbindung an das europäische Verkehrsnetz

 

Die zweigleisige Hochleistungsstrecke stellt nach ihrer Fertigstellung gemeinsam mit dem Hauptbahnhof Wien und dem Semmering-Basistunnel das wesentliche Schlüsselstück des Baltisch-Adriatischen Korridors. Dieser soll die polnischen Städte Danzig und Warschau sowie die baltischen Staaten mit dem Wirtschaftsraum Wien-Bratislava verbinden und eine leistungsfähige Verbindung in den oberitalienischen Raum nach Bologna, Triest und Venedig bringen.

 

Die bisher knapp dreistündige Fahrzeit von Graz nach Klagenfurt verkürzt sich auf eine Stunde. (pm, ag)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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