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Kosten schon vor dem Baustart gut im Griff

16.04.2008

Baumeister werden immer stärker zum Generalisten. Regelmäßige Wissensauffrischungen in puncto ­Baufinanzierung und potenzieller Förderungen bringen entscheidende Wettbewerbsvorteile für Bauschaffende.

Das eigene Haus liegt in Österreich nach wie vor hoch im Kurs. Vor der Planung muss die Finanzierung geklärt werden, bei der Bauherren von Baumeistern unterstützt werden. Die Wünsche und Vorstellungen müssen in der Folge an die Finanzsituation angepasst werden. Im Schnitt werden in Österreich 176.00 Euro in den Traum vom Eigenheim investiert.

Jährlich werden österreichweit 17.000 Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet. Laut einer Gfk-Umfrage im Auftrag der vier österreichischen Bausparkassen, werden Klimawandel und Energiesparen immer stärker ein Thema für die Österreicher. „Der starke Stellenwert von Energie und Energiesparen ist nicht überraschend“, so Susanne Riess-Passer, Generaldirektorin der Bausparkasse Wüstenrot. Jeder fünfte Österreicher gibt an, sich mit den Themen Energiesparen und Klimawandel sehr zu beschäftigen. Mehr als zwei Drittel der Befragten (70 Prozent) gaben an, sich schon einmal mit dem Thema Renovieren und Sanieren der Wohnung oder des Hauses befasst zu haben. Wichtig sind neben neuen Sanitärinstallationen vor allem die Bereiche „neue Heizung/Therme“, neue Fenster, neue Elektroinstallationen, Wärmedämmung. Ausschlaggebend für Renovierung/Erneuerung war bei 75 Prozent eine bessere Wärmdämmung, 71 Prozent wollten ein behaglicheres Raumklima schaffen und 73 Prozent gaben an, die Sanierung wegen veralteter Bauteile/Materialermüdung vorgenommen zu haben. „Von den rund 1,5 Millionen Wohneinheiten, die in den Jahren 1945 bis 1980 in Österreich errichtet wurden, sei fast die Hälfte schlecht isoliert, so Riess-Passer. 55 Prozent bauen mit Erspartem. Auf die Frage nach der Finanzierung wurden auch der Bankkredit (20 Prozent), Geld vom Bausparvertrag (20 Prozent), Aufnahme von Bauspardarlehen (sieben Prozent), Geld aus Erbschaft (vier Prozent) und Landesförderung (drei Prozent) genannt. Bei den Bausparkassen habe sich die Zahl der Sanierungsdarlehen in den vergangenen Jahren fast verdreifacht.

Investieren für aktiven Klimaschutz

Reinhold Christian, Umwelt Management Austria, Winfried Kallinger, Kallco Bauträger und Sprecher der Bauträger in der Wirtschaftskammer Österreich, und Helmut Kramer, ehemaliger Leiter des Wifo, sind die Autoren der im Auftrag der Raiffeisen Bausparkasse erstellten Studie „Klimaschutz durch Wohnbausanierung“. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf in puncto Althaussanierung. „Mit der derzeit niedrigen Sanierungsrate und den budgetierten Wohnbauförderungsmitteln sind die Klimaziele der Bundesregierung nicht zu realisieren. Die Experten fordern daher konkrete Maßnahmen: ein koordiniertes Konzept für die thermische Sanierung, finanzielle Anreize in Form einer höheren Sanierungsförderung, eine verbesserte Informationspolitik und die Durchforstung des Wohnrechts für Mehrwohnungsbauten, da gewisse Bestimmungen sinnvolle Maßnahmen verhindern“, erklärt Kallinger. Eine Reduktion der CO2-Emissionen im Wohnbereich kann ohne massive thermisch-energetische Verbesserung des Häuserbestandes und ohne deutlich höhere Standards im Neubau nicht erreicht werden, betont Kallinger, da rund ein Fünftel des Endenergieverbrauchs auf die Raumwärme von Haushalten und Kleinverbrauch entfallen. Insbesondere die nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Jahr 1980 errichtete Bausubstanz, gehört aufgrund der deutlich schlechteren thermischen Qualität dringend saniert. Dieser Hausbestand umfasst rund 1,5 Millionen Wohneinheiten, jeweils zur Hälfte Einfamilienhäuser und Mehrwohnungsbauten.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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