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Kräftemessen der Hauskonzepte

03.09.2010

Eine aktuelle Studie verglich die Vor- und Nachteile zwischen Standardhaus, Passivhaus und Sonnenhaus und kürt

Unterschiedlichste Alternativen zur Standardbauweise sind rund um  Umwelt- und Klimaschutz, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Gespräch. Eine vom deutschen Sonnenhausinstitut betreute Studie (www.sonnenhaus-institut.de/sonnenhaus_passivhaus) bringt nun etwas Licht in die Materie.

„Als Grundlage dient ein standardisiertes Gebäude, auf welches jeweils die Formen der Bauweisen angewandt werden, um eine vergleichbare Basis zu schaffen. Der Schwerpunkt dieser Ausarbeitung wird auf die Ökologie gelegt, wobei auf die unterschiedlichen Ansätze der eingesetzten Technik wird“, markiert Studienautorin Katrin Koch den Ausgangspunkt. Für den Vergleich der drei Baustandards wurden die klassischen Heizsysteme ausgewählt: Das Standardhaus ist mit einer Gas-Brennwerttherme und Heizkörperheizung ausgestattet. Beim Passivhaus wurden mehrere Varianten berechnet: mit und ohne Vier-Quadratmeter-Solaranlage, in Kombination mit einem Lüftungskompaktgerät mit Fortluftwärmepumpe, Speicher und E-Nachheizstab beziehungsweise Lüftungskompaktgerät mit Zuheizung per elektrischen Heizkörpern. Das Sonnenhaus ist mit 40 Quadratmetern Sonnenkollektorfläche, acht Quadratmeter-Kombispeicher sowie Zentralheizungs-Grundofen (30 kW) und Niedertemperatur-Flächenheizung versehen.

© Grafik: Koch

Schon die Wirtschaftlichkeitsrechnung – abseits von deutlichen Mehrkosten bei Passiv- wie Sonnenhaus – spricht eine deutliche Sprache: Die jährlichen, laufenden Kosten liegen beim Standardhaus mit Einsatz fossiler Energieträger deutlich höher bei 1.410 Euro, mit Passivhaus und Sonnenhaus sind da nur 524 und 361 Euro zu berappen. Sonnenenergie ist eben kostenlos, gute Dämmung sorgt für geringen Bedarf. „Sehr auffällig ist, dass der Nutzenergiebedarf des Sonnenhauses mehr als doppelt so hoch als der des Passivhauses ist, der Primärenergiebedarf des Sonnenhauses aber sogar im Vergleich zur besten Variante des Passivhauses nur etwa ein Viertel beträgt.

Der Ansatz des Passivhauskonzepts, den Heizwärmebedarf eines Gebäudes zu minimieren, hat also nur in erster Instanz, beim Nutz­energiebedarf, ein ausgezeichnetes Ergebnis“, so Koch. Trotz des minimalen Heizenergiebedarfs ist der Stromverbrauch beim Passivhaus relativ hoch. Selbst bei Einsatz von Öko-Strom hat das Sonnenhaus bei der Primärenergie die Nase leicht vorn. Und auch in der CO2-Bilanz führt das Sonnenhaus überaus deutlich vor allen Varianten des Passivhauses. Die Konklusion: Eine Kombination bietet sich an – ein möglichst niedriger Heizwärmebedarf durch guten Dämmstandard bei gleichzeitigem Einsatz von regenerativen Energiequellen wie Solarenergie und Biomasse.
Helmut Melzer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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