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Ladegut am Bau richtig sichern

14.05.2008

Mehr als die Hälfte der Lenker von Transportern sind laut der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt ohne Einschulung in der Ladungssicherung unterwegs. Nun bietet die Auva Landesstelle Wien Spezialseminare an.

Jeder vierte Lkw-Unfall resultiert aus einer unkorrekt fixierten Ladung. So kann der gesündeste Gütertransport eine tödliche Wirkung haben, wenn die Fracht nicht richtig gesichert ist. Bei einem überwiegenden Teil der Transportunfälle verhalten sich die Lenker falsch und es treten erhebliche Fehler beim Umgang mit dem Ladegut auf. Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (Auva) zeigt auf, dass mehr als die Hälfte aller Lenker von Transportfahrzeugen ohne Einschulung in die Ladungssicherung auf die Fahrt geht. Dieses große Risikopotenzial versucht die Auva Landesstelle Wien einzudämmen und bietet 2008 eintätige Seminare für die richtige Ladungssicherung für Spediteure, Frächter, Versender, Transporteure, Bauunternehmen und deren Lenker in Niederösterreich und Burgenland an.

Gut geschult – sicher unterwegs

Die Ladungssicherungs-Seminare der Auva Landesstelle Wien befassen sich damit, wie das Ladegut möglichst sicher und den umfangreichen Vorschriften entsprechend befördert werden kann. Zum Seminarinhalt gehören gesetzliche Bestimmungen ebenso wie Grundlagen der Fahrphysik sowie verschiedene Methoden der Ladungssicherung und die Berechnung der Sicherungskräfte. Auch die Anforderungen an das Fahrzeug und branchenspezifische Beispiele sollen in den eintätigen Seminaren vermittelt werden. Wolfgang Glaser, Leiter des Unfallverhütungsdienstes der Auva Landesstelle Wien, sieht in den aktuellen Spezialseminaren für Ladungssicherung eine wichtige Unterstützung für Unternehmer und Gewerbetreibende: „Der Besuch des Auva Seminars ist eine gute Investition in die Transportsicherheit: Wir rechnen pro Arbeitsunfall mit Folgekosten von 5.800 Euro, die der Betrieb und die Allgemeinheit zu tragen haben. Wir wollen alle Beteiligten in der Transportkette informieren und dazu beitragen, dass Ladegut vom Kopfsalat bis zum Flugzeugtreibstoff sicher transportiert wird. Unfallverhütung und Arbeitnehmerschutz zahlen sich besonders in diesem Bereich aus. Dies zeigen auch die Nachfrage und das Interesse der Teilnehmer.“

Baumaterial richtig sichern

Die richtige Sicherung von Ladegut ist auch für Baumaterialien ein bedeutendes Thema. Rollende Rohre oder undichte Kanister und umkippende Mischmaschinen, sowie jegliches verlorene Baumaterial können zum Teil große Schäden anrichten. Zerstörte Windschutzscheiben, durchbohrte Karosserien und verätzte Haut sind die Folgen. Aber nicht nur der eigene Transport, sondern auch nachfolgende Fahrzeuge sind bei etwaigen Ladekomplikationen intensiv gefährdet. Sehr häufig wissen die Transporteure wie beispielsweise Maler, Spengler, Installateure oder Isolierer nicht, dass ihre Transporte genauen Regeln unterliegen. Die strengen und häufigen Kontrollen der Exekutive und die damit einhergehenden hohen Geldstrafen haben bewirkt, dass sich vor allem Kleinunternehmer in vergangener Zeit vermehrt an die Präventionszentren der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt wenden. Die Auva erhofft sich für die Transportsicherheitsseminare reges Interesse und eine gute Möglichkeit, präventiv gegen gefährliche Lkw-Unfälle vorzugehen.

Diana Danbauer

aus: bau.zeitung 19/08, S 14

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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