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Lebenswerte Städte als Ziel

09.04.2010

Die Real Corp, die 15. Konferenz der internationalen Stadt- und Raumplanerszene, trifft sich im Mai in Wien. Visionen werden diskutiert – die Stadt von morgen mithilfe von prominenten Vortragenden entworfen.

Wien behauptet sich laut dem neuesten Ranking des internationalen Beratungsunternehmens Mercer als die lebenswerteste Stadt der Welt. Unter 215 Städten weltweit erhielt die österreichische Hauptstadt im vergangenen Jahr das Prädikat in puncto Lebensqualität. Bewertet wurden das politische, soziale und ökonomische Klima, medizinische Versorgung, Ausbildungsmöglichkeiten, infrastrukturelle Voraussetzungen wie das öffentliche Verkehrsnetz, Strom- und Wasserversorgung. Weiters wurden Freizeitangebote wie Restaurants, Theater, Kinos, Sportmöglichkeiten, die Verfügbarkeit von Konsumgütern vom Nahrungsmittel bis zum Auto sowie Umweltbedingungen von der Grünanlage bis zur Luftverschmutzung verglichen. Der aktuelle „European Green City Index" bestätigte, dass Wien auch im Ökobereich ganz vorn mit dabei ist. Die von The Economist Intelligence Unit im Auftrag von Siemens durchgeführte Studie untersuchte 30 Städte in 30 europäischen Ländern bezüglich ihrer Leistungen und Ambitionen beim Umwelt- und Klimaschutz. Wien belegte Platz 1 unter den Millionenstädten und Platz 4 im Gesamtranking.

Plattform um Netzwerk

Die Real Corp (heuer mit dem Thema lebenswert, gesund, prosperierend) hat sich als wichtige Plattform für die Präsentation von Unternehmen und Institutionen aus den Themenbereichen Stadt- und Verkehrsplanung, Regionalentwicklung, raumbezogene Simulationen und Visualisierung, GIS und Geodaten sowie Informationstechnologie etabliert. Den Branchen Immobilienentwicklung, Facility-Management, Bauwirtschaft als auch Stadt-, Umwelt- und Verkehrstechnologien als Triebkräfte der wirtschaftlichen und räumlichen Entwicklung wird eine wesentlich aktivere Rolle als bislang eingeräumt. Organisiert wird die Real Corp vom Verein Corp, Kompetenzzentrum für Stadt- und Regionalplanung (Competence Center of Urban and Regional Planning), von Ceit, Central European Institute of Technology, Zentraleuropas jüngster außeruniversitärer Forschungs- und Entwicklungseinrichtung, in Kooperation mit Ceit Alanova, Institut für Stadt, Verkehr, Umwelt und Informationsgesellschaft, und der Isocarp, der internationalen Organisation für Städte- und Raumplanung (International Society of City and Regional Planners). „Wir erarbeiten Wissen im Bereich der Informations- und Planungstechnologien und führen es durch Technologietransfer der Gesellschaft zu. Wir arbeiten an der Zukunft des Wissen- und Wirtschaftsstandorts Zentraleuropa", erklärt Manfred Schrenk, Geschäftsführer des Ceit und zugleich Obmann der Real Corp.

Forschen und weiterentwickeln

Heuer findet die Real Corp im Rahmen der Real Vienna statt. Davon verspricht sich Schrenk wie auch die Reed Messe Wien mit der CEE-Immobilienmesse Real Vienna einen entscheidenden Zusatznutzen: „Durch die Verbindung mit der Messe werden sich einerseits Besucher von dem Kongress für die Messe interessieren und umgekehrt - eine bessere Verquickung von zwei Themen gibt es kaum."

Die Tätigkeit des Ceit ist die Erforschung, Förderung, Weiterentwicklung, Bekanntmachung und Beratung von allen raumrelevanten Fragen aus den Fachbereichen Stadtplanung und Stadtentwicklung, Regionalplanung und Regionalpolitik, Stadt- und Umwelttechnologien, nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz, Geoinformationswesen und Geodaten-Infrastruktur, kulturelles Erbe / Cultural Heritage, Informationsgesellschaft und Wissensgesellschaft.


Wien konnte sich laut dem Ranking des internationalen Beratungs-Unternehmen Mercer als die lebenswerteste Stadt der Welt behaupten. (Foto: Coppermine Photo Gallery‘s)

 

Stadtplanung und Technologie
Das Thema „lebenswert, gesund, prosperierend" will die Rolle von Stadtplanung und Technologien auf dem Weg zu noch mehr Lebensqualität und Nachhaltigkeit auf den Prüfstand stellen. „Wir fragten uns, ob dieser Anspruch real ist - oder eine Vision bleiben wird. Wir waren zunächst komplett überrascht über die Vielzahl und die Qualität der eingereichten Vorträge - die Auswahl fiel uns nicht leicht", freut sich Schrenk über die gelungenen Vorbereitungen zur Konferenz.

Herausforderung für Planer

Die Themenkreise der Real Corp 2010 werden unter anderem sein: Wie können Stadtplanung und Immobilienentwicklung zur Verbesserung von Lebensbedingungen in Städten beitragen? Wie kann die Lebensqualität durch Stadt-, Verkehrs-, Umwelt-, Informations- und Kommunikationstechnologien erhöht werden? Mit aktuellen internationalen Projekten werden Antworten gesucht. Prominente Vortragende wie Ismael Fernandez Mejia, Mexiko, Präsident von Isocarp, Greg Clark, Großbritannien, mit seinem Vortrag zu „Open Cities", Stefan Denig von Siemens zu „Sustainable Cities" oder Michel Sudarskis, Generalsekretär von Inta, International Urban Development Association, zum Thema „Are we planning innovative cities for everyone? Innovation, development and inclusion" oder Prof. Ernst Gehmacher zu „Social Capital - the Cement of Society: How to Create it by Urban und Regional Planning" werden erwartet.

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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