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Mediation hilft – Ein Beispiel

20.07.2004

Baustelle: Erhaltung und Verbesserung allgemeiner Hausteile; Errichtung von Wohnungen im Dachgeschoß
Baukosten: ca. 1,4 Millionen Euro exkl. Ust.
Bauherr: 2 Privatpersonen
Projektbeteiligte: Architekt, Rechtsanwalt als unmittelbarer Bauherren-Vertreter, Baufirma mit Generalunternehmerfunktion; Subunternehmer der Baufirma
Konfliktentwicklung:
• ca. zwei Drittel des Bauvorhabens waren abgeschlossen. Vom Generalunternehmer waren Leistungen im Umfang von ca. 140.000 Euro noch ausständig, worauf vereinbarte Teilrechnung gelegt wurde; einer der Bauherren kam – aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem zweiten Bauherren über die Projektausführung – seiner Teilzahlungsverpflichtung nicht nach. Rechtsanwalt war „Opfer“ dieser Unstimmigkeiten, Vertragsverhältnis wurde aufgelöst.
• Situation war für den Generalunternehmer aufgrund eines allgemeinen Liquiditätsengpasses existenzbedrohend, vor allem konnte er seine Subunternehmer nicht bezahlen.
• Konsequenz: Anwaltsbriefe, wechselseitige Täuschungsvorwürfe und Schuldzuweisungen, Schadenersatzforderungen, Klagsandrohungen.
• Arbeiten wurden eingestellt, längerer Projektstillstand absehbar; Fertigstellungstermin stand in Gefahr – obwohl die DG-Wohnungen bereits vermietet waren.
• Nach einem Stillstand von ca. vier Wochen kam – kurz vor Klagseinbringung – der Entschluss zur Mediation.
• Nach den ersten beiden Sitzungen mit der Mediatorin lag die Erkenntnis über grundsätzliche gemeinsame Interessen vor, insbesondere das Projekt fertig zu stellen und möglichst ohne Verluste auszusteigen.
• Durch die Mediation wurden unterschiedliche Positionen zu gemeinsamen Interessen und Lösungen entwickelt.
• Durch die gemeinsame neue Basis stieg allgemein die Motivation und es konnte wieder effizient gearbeitet werden. Der Fertigstellungstermin hat sich letztendlich „nur“ um vier Wochen (anstatt ursprünglich kalkuliert acht Wochen) verzögert. Alle Beteiligten sind zufrieden.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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