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Mediation - Konfliktvermeidung vertraglich vereinbaren

14.03.2007

Der Linzer Experte Fridolin Schwaiger empfiehlt, Mediation schon vor Beginn eines Bauvorhabens für den Fall der Fälle vertraglich zu vereinbaren. Die Einsatzgebiete von Mediation im Baubereich sind vielfältig. Die häufigsten Konflikte lassen sich in drei Gruppen einteilen, weiß der Linzer Unternehmensberater und Wirtschaftstrainer Fridolin Schwaiger, der unter anderem auf Konfliktmanagement im Bausektor spezialisiert ist.

"Zahlreiche Konflikte treten schon im Vorfeld eines Projektes auf, vor allem, wenn es sich um den öffentlichen Bereich handelt - sprich Anrainerproteste. Es ist daher sinnvoll, Mediation einzusetzen, bevor das Porzellan überhaupt gemacht wird, um es nicht im Nachhinein zu zerschlagen." Mangelnde Kommunikation nähre auch während eines Baus das Konfliktpotenzial - vor allem zwischen Planern und den ausführenden Unternehmen. Die dritte "Konfliktgruppe" betrifft die Phase nach der Fertigstellung. "Hier handelt es sich vor allem um Fragen der Haftung oder des Kostenmanagements", so Schwaiger, der selbst aus der Planerbranche kommt, er hat Architektur studiert. Projektbeginn bis Abrechnung Schwaiger empfiehlt einen ganzheitlichen Mediations-Ansatz - der vertraglich vereinbart wird. Die Experts Group Wirtschafts- Mediation hat dazu einen eigenen Passus entwickelt. "Die Vertragspartner vereinbaren schriftlich, dass Mediation die erste Maßnahme ist, sollte es zu Unklarheiten kommen." Der Mediator sollte darüber hinaus von Projektbeginn an mit im Boot sitzen. "Wir setzen von Anfang an auf offene Kommunikation mit allen Beteiligten. Dadurch werden die Ängste kleiner, was weniger Konflikte bedeutet. Durch die kontinuierliche Begleitung durch Mediatoren können Missverständnisse schnell und akut behoben werden." Mediation sei zwar kein Allheilmittel, könne aber oft den Gang vor Gericht verhindern. "Bei einem Prozess weiß man nie, wie lange dieser dauert. Darüber hinaus gibt es bei der Mediation Kostentransparenz, die bei einem Prozess nicht gegeben ist." Auch der Imageverlust durch ein Gerichtsverfahren müsse berücksichtigt werden: "Zwei Firmen, die vor Gericht miteinander streiten, werden nie mehr zusammenarbeiten. Die Mediation verfolgt den Ansatz, dass es zwei Sieger und damit eine Gesprächsbasis gibt", so der Experte. Intensivlehrgang nützen Mit dem Intensivlehrgang Wirtschaftsmediation will incite, die Qualitätsakademie des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie in der WKO, unter anderen Architekten und Ingenieure ansprechen. Der Kurs dauert fünf Monate und startet in diesen Tagen. Stephan Proksch, Leiter des incite-Lehrgangs Wirtschaftsmediation und Sprecher der Experts Group WirtschaftsMediatoren, erklärt: "Der Markt für Wirtschaftsmediation wächst ständig, gleichzeitig steigen auch die Herausforderungen an die Mediation. Qualität ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor." Zu den Referenten zählen unter anderen der österreichische Pionier der Wirtschaftsmediation Gerhart Conrad Fürst und die deutsche Mediatorin und Rechtsanwältin Anita von Hertel. Wer den Kurs erfolgreich absolviert, kann die Berufsbezeichnung eingetragener Mediator führen.

Gisela Gary

Artikel aus: bau.zeitung 10/07, S. 16

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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