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Mit innovativen Konzepten durchstarten

10.02.2006

Auch heuer fand die Baustudienwoche der Landesinnung Bau Niederösterreich in Puchberg am Schneeberg im Seminarhotel Schneebergerhof statt. „Gute Atmosphäre und Aufbruch zu neuen Ufern“ prägten diese 20. Baustudienwoche. „Wir bieten alljährlich im Winter unseren Mitglieder die Möglichkeit, einmal im Jahr, eingebettet in ein buntes Rahmenprogramm, Fortbildung zu genießen“, so Harald Schweiger, Geschäftsführer der Landesinnung Bau. Die Seminarpalette umfasste technische, betriebswirtschaftliche und sozialpolitische Ebenen. „Denn genauso wie in anderen Branchen auch ist es für Baumeister wichtig, Erfahrungen mit Kollegen auszutauschen und sich Tipps von Profis zu holen“, erklärt Schweiger. Im Rahmen der Baustudienwoche fanden wie jedes Jahr die Landesskimeisterschaften der Landesinnung statt wie auch die Urkundenverleihung an die Jungbaumeister.
Als inhaltlicher Höhepunkt der Baustudienwoche diskutierten die heimischen Baumeister mit Helmut Frank, Abteilungsleiter für Wohnbauförderung des Landes Niederösterreich, über die „Wohnbauförderung neu“, die seit Jänner in Kraft ist. „Wir begrüßen die neue Wohnbauförderung und den darin formulierten hohen ökologischen Anspruch“, bewertet Robert Jägersberger, Landesinnungsmeister Bau Niederösterreich, die Vorteile durch die Überarbeitung. „Es wird Wert auf Qualität bei der Ausführung gelegt und dadurch ein wirksames Instrument gegen Schwarzarbeit und Pfusch am Bau gestaltet. Ebenso begrüßen wir als Baumeister den Einsatz des Massivbaus als nachhaltigste Lösung im Wohnbau.“ Als Wermutstropfen erwähnte Jägersberger jedoch die Leistbarkeit der Gewerke: „Denn mehr Qualität bedeutet auch entsprechende Verarbeitung und die ist kostenintensiv. Daher sollte die Förderung auf den eigentliche Wohnbau beschränkt sein, und nicht wie zum Beispiel vorgesehen, Gartengestaltung miteinbezogen werden. Ebenso sollte die Sanierung erhaltungswürdiger Bauwerke (z. B. in Ortskernen) voll gefördert werden, auch wenn diese nicht unter Denkmalschutz stehen (zurzeit nur mit 50 Prozent vorgesehen).

Positiv in die Zukunft
Martin Breineder, Nationalratsabgeordneter, betonte: „Wir planen beide für die Zukunft – die Baumeister wie auch die Politik. Wir sind dafür verantwortlich, wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Arbeitsplätze geschaffen werden können. Neben den Investitionen der öffentlichen Hand sind auch jene der Privaten wichtig, deshalb muss die Finanzkraft der Hausbauer gestärkt werden. Das versuchen wir mit der neuen Wohnbauförderung.“ Johannes Lahofer, Bundesinnung Bau, konfrontierte Breineder: „Die Wohnbauförderung ist Reservegeld – nicht mehr, obwohl ,Wohnen’ doch ein Grundbedürfnis ist. Welchen Stellenwert hat Wohnen und das Instrument der Wohnbauförderung?“ Breineder erklärte die Zugehörigkeit der WBF zur Sozialpolitik, Familienpolitik und Wirtschaftspolitik: „Weil letzten Endes dadurch auch Baufirmen erhalten bleiben.“
Kritik erntete die Tatsache, dass nur denkmalgeschützte Gebäude eine 100-prozentige Wohnbauförderung erhalten. gerade in Niederösterreich gibt es eine Vielzahl an historischen Projekten, bei denen Fassaden u. a. saniert werden – die nicht unter Denkmalschutz stehen. Diese werden allerdings nur mit 50 Prozent Förderung bedacht. Auch Lahofer betonte: „Es müssen stärkere Anreize für die Sanierung geschaffen werden, vor allem in urbanen Gebieten gibt es noch viel Potenzial.“ Frank erklärte, dass starke Steigerungen im Sanierungsbereich passiert sind, im großvolumigen wie auch kleinvolumigen Wohnbau.
Die Baumeister begrüßten grundsätzlich die Einrichtung des Gestaltungsbeirates für Wohnungsbau. Harte Worte fanden diese jedoch gegenüber Helmut Frank, Abteilung für Wohnbauförderung des Landes Niederösterreich, ob der Tatsache, dass der Beirat lediglich aus Architekten und Künstlern zusammengestellt wurde. „Die Fachleute in Sachen Planung und Ausführung, nämlich uns Baumeister, ließ man bis dato ,außen vor’“, so Jägersberger. Frank nahm diese Kritik dankbar auf und sicherte zu, diese den entsprechenden Stellen weiterzuleiten. Darüber hinaus empfahl er der Bauinnung um weitere Intervention auf Landesebene. Lesen Sie dazu bitte auch den Kommentar von Robert Jägersberger auf Seite 4.

Alle Baumeister via www
Transparenz für Konsumenten und noch mehr Service für Bauherren bei hoher Qualität ist das Stichwort der niederösterreichischen Baumeister. Hier beweist die Landesinnung innovativen Geist. Ab sofort ist über die Homepage der Landesinnung www.bau-noe.at eine österreichweite Gewerberechtsabfrage möglich. „Damit bieten wir Behörden und allen Niederösterreichern die Möglichkeit, sich über Bauunternehmen zu informieren bzw. welche Berechtigungen der Betrieb hat. Es ist uns ein großes Anliegen, schwarze Schafe entsprechend aufzudecken und die Konsumenten vor unseriösen Angeboten zu schützen. Mit dieser Plattform ist das nun endlich möglich“, erklärt Jägersberger. Den Bedarf einer solchen Einrichtung zeigen schon die ersten Zugriffszahlen: Im November 2005 wurden bereits über 16.000 Abfragen registriert. Österreichweit können bei der „Gewerbeabfrage“ 10.650 Unternehmen abgefragt werden. Für die „Suche nach Baubetrieben“ stehen die 2100 Mitgliedsbetriebe der Landesinnung Bau Niederösterreich in der Datenbank bereit.
Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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