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Mit Know-how grenzüberschreitend punkten

23.01.2006

Die Verleihung des Staatspreises Consulting 2005 wird einmal jährlich von der Austria Consultants Agency (ACA) in Kooperation mit dem Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit verliehen. Neben Ingenieur-„Erfindungen“ werden jeweils ebenso wissensbasierte Dienstleistungen der Unternehmensberater und Informationstechnologen verliehen.
Bundesminister Martin Bartenstein gratulierte dem Sieger Andreas Pörner für seinen BituBag bei der Staatspreisverleihung und zeichnete aus jeweils sechs Nominierungen in zwei Kategorien die beiden Staatspreisträger aus. Die Bereichssieger des Constantinus 2005 stellten die Nominierungen in der Kategorie Unternehmensberatung und Informationstechnologie.
Auch das ausgezeichnete Produkt in der Kategorie Unternehmensberatung und IT-Consulting dient der Bauwirtschaft. Martin Gamperl ist der Preisträger, der mit seinem steirischen Unternehmen MSG Softwareentwicklung mit dem Projekt „XRangeEye/Lounge 5.0“ zur Erhöhung des Alternativbrennstoffanteils in der Zementindustrie überzeugte. Die Softwareentwicklung ermöglicht durch die genaue Erfassung eine Verfahrenstechnik, die extreme Temperatur- und somit Verfahrensschwankungen ausgleicht. Lafarge Perlmooser nützt in seinem Zementwerk Retznerei Gamperls Lösung.

Günstigen Weg gefunden
Den Staatspreis in der Kategorie Ingenieurconsulting erhielt die Pörner Ingenieurgesellschaft mbH. Andreas Pörner und Peter Schlossnikel entwickelten ein innovatives Verfahren für den Transport von Bitumen ohne den Einsatz teurer Metallfässer. Bitumen konnte bis dato nur auf zwei Arten transportiert werden: In flüssiger Form, die eine permanente Beheizung erfordert, und daher wirtschaftlich nur für den Transport großer Mengen wirtschaftlich ist. Ein anderer Transportweg läuft in abgekühlter Form in Metallfässern – wodurch hohe Verpackungskosten anfallen. Vor allem für Entwicklungsländer war dadurch Bitumen für den Straßenbau nahezu unerschwinglich. Der von Pörner entwickelte BituBag eröffnet erstmals die Möglichkeit, Bitumen in großen Mengen auf konventionellen Schiffen, Eisenbahnwagons oder Lkws ohne aufwändige Spezialausrüstung an das Ziel zu bringen. Gegenüber der üblichen Metallfässervariante können mithilfe des BituBags die Kosten um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Zentrales Element des Systems ist ein Sack aus Polypropylen, der fix mit einer Einwegpalette verbunden ist und durch die Befüllung mit Bitumen so stabilisiert wird, dass mehrere BituBags in Containern auch gestapelt werden können. Vor Ort wird der Außensack entfernt und der Innensack aus Polythylen zusammen mit dem Bitumen eingeschmolzen. Die Säcke sind auch im Leerzustand leicht transportierbar und einfach herzustellen. Für die Befüllung entwickelte Pörner eine eigene patentierte Abkühlungstechnologie, die es ermöglicht, Bitumen auf genau jene Temperatur herunterzukühlen, bei der es noch flüssig genug ist, um abgefüllt zu werden.
Walter Painsi, Vorsitzender der ACA, zeigt sich beeindruckt: „Ingenieurbüros lösen alle Probleme, manchmal auch solche, nach denen noch gar nicht gefragt wird.“ Bartenstein bezeichnet die Nominierten als die „Besten der Besten“ und den gesamten Dienstleistungsbereich als Motor für die Konjunktur: „Die Dienstleistungsbranche erwirtschaftet in Österreich über 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Heimische Unternehmen erreichen mit knapp 2,5 Prozent einen fast doppelt so hohen Marktanteil wie der Warenexport. Die Bedeutung des österreichischen Know-hows steigt kontinuierlich. Wissensbasierte Dienstleistungen sind ein wichtiger Beitrag für die Realisierung der Lissabon Agenda und eine Wachstumsbranche, die besonders die österreichische Exportwirtschaft vorantreibt.“
Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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