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Mit viel Optimismus ins neue Jahr

06.12.2005

Moderator Oliver Zeisberger führte durch den Fachgruppentag der Bauinnung Steiermark. Mehr als 100 Teilnehmer kamen nach Übelbach in die BauAkademie. Hans Werner Frömmel, Landesinnungsmeister Bau Steiermark, betonte die positive Konjunktursituation des Landes Steiermark – obwohl ein großer Anteil des Umsatzes im Jahr 2005 im Tiefbau erfolgte: „Dennoch können wir mit der Auftragslage zufrieden sein.“ Frömmel warnte jedoch vor zu viel Euphorie bezüglich der steirischen Bauprognose. „Der Preiskampf ist nach wie vor hart“, betonte Frömmel, „wie auch das Thema Pfusch am Bau immer stärker ebenso in der Steiermark Fuß fasst.“ Auch heuer will Frömmel bezüglich der Winterbauoffensive aktiv werden, eine erfolgreiche Kooperation zwischen der Landesinnung und der Gewerkschaft – vergangenes Jahr konnten immerhin 800 Arbeitsplätze in der für gewöhnlich sehr ruhigen Zeit am Bau gesichert werden. Möglich wurde dies letztlich durch Zuschüsse vom Land, um die sich Frömmel auch heuer wieder bei Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann bemühen wird. Bei der Aktion werden vor allem Bauvorhaben im Gewerbe und Tourismus unterstützt – privat finanzierte Projekte können, sobald die Zuschüsse zugesagt sind, eingereicht werden.
Alexander Pongratz, Landesinnungsmeisterstellvertreter, setzt sich massiv für einen optimalen Einsatz der Wohnbaumittel ein – die auf Grund des politischen Führungswechsels in der Steiermark neu verteilt werden. Pongratz arbeitet als Landesinnungsvertreter in Kooperation mit Planern, Sozialpartnern und Bauträgern auch in der Wohnbauplattform mit. Pongratz berichtete von dem derzeitigen Anliegen der Wohnbauplattform, demnach der steirische Wohnbau noch stärker auf die zu erreichenden Kioto-Ziele ausgerichtet werden soll.

Fit für den Bau
Das Jahr 2006 bringt eine Fülle von Neuerungen für die Bauwirtschaft. Der ab Jänner verpflichtende Energieausweis betrifft alle am Bau Tätigen. In der BauAkademie in Übelbach werden in den kommenden Wochen spezielle Kurse und Informationsveranstaltungen abgehalten werden. Pongratz beleuchtete die aktuelle hitzige Debatte rund um die Idee eines Gestaltungsbeirates für die Stadt Graz. Die Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten forderte die Errichtung eines Gestaltungsbeirates. Die Bauinnung wie auch der Grazer Planungsstadtrat Gerhard Rüsch sprechen sich dagegen aus, da Verzögerungen der Projekte befürchtet werden. Gemeinsam soll jedoch eine bessere Koordination der Projekte erreicht werden. „Größere Projekte sollen aus Wettbewerben ermittelt werden, damit stehen automatisch mehrere Ideen zur Auswahl. Wichtig ist uns allerdings, dass der Auslober nicht an das Siegerprojekt gebunden ist, er sollte dennoch die Wahl haben, damit das Projekt letztlich auch tatsächlich realisiert wird“, erklärte Pongratz. Damit sprach Pongratz die immer wieder auftretende Problematik an, dass ein Sieger an der Ausführung nicht mehr interessiert ist und damit die Realisierung ins Stocken gerät. Das Thema Aus- und Weiterbildung stellte einen weiteren Schwerpunkt des Fachgruppentages dar. Walther Wessiak berichtete über die sehr erfolgreiche Aktion „Fit 4 work“. Das speziell nur in der Steiermark angebotene Lehrlingsgesundheitsprogramm läuft hervorragend, für die Jungen ist der vorbeugende Gesundheitsschutz inzwischen ein selbstverständlicher Bestandteil ihrer Ausbildung. Der Erfolg führte auch zu der Entscheidung, in der Landesberufsschule Murau einen Fitnessraum auf Kosten der Landesinnung Bau einzurichten, dieser wird in den kommenden Wochen eröffnet. „Selbstverständlich sollte ,Fit 4 work’ nun endlich aus der Pilotphase in einen Regelbetrieb umgestellt werden, dazu benötigen wir allerdings Mittel aus der GKK und AUVA – Gespräche dazu gibt es bereits“, erklärte Wessiak. Das Besondere an „Fit 4 work“ ist, dass alle steirischen Lehrlinge dieses Training absolvieren – auch in vielen Betrieben wird bereits trainiert, jährlich wird die Fitness der Lehrlinge überprüft.
Ein Highlight des steirischen Weiterbildungsprogramms ist der Projektmanagementlehrgang Bau. Heuer absolvierten 21 Baufachleute das postgraduale Studium. Ebenso wird auch 2006 die gut gelaufene Qualifizierungsoffensive Bau weiterverfolgt werden – mit Veranstaltungen und Seminaren. Kurt Graf, Lehrlingswart der BauAkademie Steiermark, zeigte sich heuer wesentlich optimistischer als vergangenes Jahr: „Die Lehrlingszahlen sind im Steigen, erfreulich ist auch das sehr hohe Niveau unserer Lehrlinge – wir konnten heuer wesentlich mehr Auszeichnungen und Zeugnisse mit gutem Erfolge vergeben. Positiv auf die Lehrlingszahlen wirkt auch die Lehrlingswerbeaktion der Bundesinnung Bau wie auch unsere Initiative, mit Vorträgen in Schulen Überzeugungsarbeit zur Berufswahl zum Maurer zu leisten.“ Über die Pläne zur Attraktivierung der Landesberufsschule Murau berichtete Michael Stvarnik, Innungsmeisterstellvertreter. Zurzeit läuft ein Architektenwettbewerb, das Internat soll neu gebaut werden – in spätestens zwei Jahren wird den Schülern der fertige Bau zur Verfügung stehen.
Manfred Katzenschlager, Geschäftsführer Bundesinnung Bau, erläuterte die Maßnahmen gegen die inzwischen bundesweit verbreitete Problematik von illegaler Beschäftigung und Pfusch am Bau: „Mit der Aktion ,Bau fair’ forcieren wir, dass alle am Bau Tätigen korrekt arbeiten. Die Aktion wird von den Unternehmern gut angenommen. Ein heiße Diskussion wird in den kommenden Jahren über die geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie geführt werden. Wir haben uns vor allem gegen das Herkunftslandprinzip ausgesprochen. In Bezug auf unsere ,BauMassiv-Kampagne’ muss unser gemeinsames Ziel sein, dass alle Baumeister vor Ort mit einbezogen werden.“
Den Abschluss der Fachthemen bildete Peter Voithofer, KMU Forschung Austria, der im Auftrag der Landesinnung Bau Steiermark eine betriebswirtschaftliche Studie verfasste. Voithofer warnte vor allem vor dem zu späten Erkennen von finanziellen Problemen, denn viele Klein- und Mittelunternehmen am Bau laufen Gefahr, bei Untätigkeit in die Insolvenz zu schlittern. Die Eigenkapitalquote so mancher KMU ist viel zu niedrig wenn überhaupt vorhanden. Andererseits betonte er die gute wirtschaftliche Situation von etlichen Leitbetrieben, die auch deutlich besser finanziert sind. Den spannenden Abschluss bildete die „Gedächtnisweltmeisterin“ Maria Luise Sommer – mit praktischen Tipps, wie man seinen Gehirnspeicherplatz zu Höchstleistungen anregen kann.

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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