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Mit viel Schwung auf den Bau

29.05.2006

Oberösterreich im Aufwind – bereits mit ihrem Maurer-Weltmeister Hannes Mairhofer bewies das Bundesland an der Donau sein Kraft- und Energiepotenzial. Beruhigend und zugleich höchst erfreulich für Herbert Pichler, Landesinnungsmeister Bau Oberösterreich: „Ich bin begeistert, dass sich so viele Jungen für den Baumeisterberuf interessieren und wir heuer 42 neue Baumeister zu ihrer beruflichen Qualifikation beglückwünschen dürfen.“ Mehr als 130 Gäste kamen zur Baugewerbeprüfungsfeier nach Lachstatt, in die BauAkademie BWZ Oberösterreich. „Interessant ist die hohe Zahl der erfolgreichen Jungbaumeister tatsächlich, denn nur wenige machen sich gleich selbstständig. Das heißt, viele sehen die Baumeisterprüfung als Qualifikation und Kompetenzerweiterung. Das freut uns besonders, vor allem, da die Prüfung mit den drei Modulen die schwerste unter allen Gewerbeprüfungen ist“, zeigt sich auch Walter Bierleutgeb, Geschäftsführer Landesinnung Bau Oberösterreich und zugleich Geschäftsführer der Sparte Gewerbe und Handwerk, begeistert. Harald Kopececk bestätigt als Leiter der BauAkademie das Interesse der Jungen, beachtlich dabei sei vor allem, dass die Absolventen aus fünf Bundesländern kommen. Das Baumeistergewerbe hat Tradition – wie auch die Zimmermeister, die gemeinsam mit den neuen Baufachleuten als Meister ausgezeichnet wurden. Die Feier erhielt nicht zuletzt durch den besonderen Ort eine sehr spezielle Note. Eingebunden in die traumhafte Frühlingslandschaft mitten im Grünen bildet die BauAkademie Oberösterreich einen würdigen Rahmen als Startort für die frisch gebackenen Bau- und Zimmermeister.

Wertschätzung der Politik
Die BauAkademie Oberösterreich ist die Kaderschule für Baumeisteranwärter und behauptet sich trotz harter Konkurrenz – durch Wifi und einem weiteren privaten Anbieter – ausgezeichnet auf dem Markt. Kopececk scheut keine Mühen, den Ausbildungsstandort weiter zu verbessern. Mit der Renovierung des historischen Bauernhofs und der Eröffnung des Hotels steht die BauAkademie auch für Seminare anderer Branchen offen. Die enge Kooperation mit der HTL in Linz, Göthegasse, erweist sich als perfekter zusätzlicher Praxisbezug für alle Schüler. Positiver Nebeneffekt dabei: Bei der Baumeistergewerbeprüfungsfeier sorgte die Big Band der HTL für einen perfekten musikalischen Rahmen, der die Jungbaumeister mit viel Schwung begrüßte und beglückwünschte.

Baukultur als Auftrag
Den Stellenwert des Baugewerbes unterstrich zudem die Anwesenheit der politischen Ehrengäste, die in ihren Ansprachen ihre persönliche Wertschätzung gegenüber den Newcomern ausdrückten. Allen voran Landesrat Josef Stockinger, der die enorme Bedeutung der Partnerschaft von Politik und Gewerbe betonte: „Ein sicheres Zeichen, dass es einem Land gut geht, ist immer noch jenes, wenn viel gebaut wird. Auch im internationalen Vergleich können wir in Oberösterreich auf unsere Bauqualität und -intensität stolz sein. Die Ausbildung unseres Baugewerbes genießt weltweit einen hervorragenden Ruf.“ Stockinger plädierte an die Mitverantwortung der Bauschaffenden wie auch an den kulturpolitischen Auftrag, den sie als Baumeister nun übernommen haben.
Rudolf Trauner, Wirtschaftskammerpräsident Oberösterreich, konnte als ehemaliger Spartenobmann des Gewerbes seine Verbundenheit mit dem Handwerk nicht verbergen: „Hier in der BauAkademie spürt man, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt. Mehr als 7000 Menschen werden jährlich hier ausgebildet – die Umwegrentabilität ist voll gegeben. Ich gratuliere den Absolventen. Die Meisterprüfung ist ein Qualitätsnachweis. Wettbewerb ist wichtig, jedoch sollte er ausschließlich unter Qualifizierten stattfinden. Das lebenslange Lernen soll bitte dennoch nicht außer Acht gelassen werden.“ Trauner betonte die gute wirtschaftliche Lage Oberösterreichs und bedankte sich zudem bei den Unternehmen, die nicht zuletzt die duale Ausbildung ermöglichen.
Darüber hinaus begrüßte er auch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen der HTL und der BauAkademie. Herwig Siegl, Leiter der Meisterprüfungsstelle in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, gab zu, dass die Baumeisterprüfung nicht einfach ist: „Ich weiß, die Latte bei der Baumeisterprüfung ist sehr hoch. Umso mehr freue ich mich über die zahlreichen Absolventen, die heute eine großartige Qualifikation erhalten. Der Weg in die Selbstständigkeit ist nun frei.“ Zwei neue Prüfer konfrontierten die Kandidaten mit völlig unerwarteten Fragen: „Das war eine gewaltige Herausforderung! Ich gratuliere, sage aber zugleich: Wer glaubt, ausgebildet zu sein, ist eingebildet“, so Pichler. Der Landesinnungsmeister forderte die Absolventen auf, weiter zu lernen, die Angebote der BauAkademie zu nützen. Vor allem aber motivierte er die Jungen dazu, in ihrer Standesvertretung aktiv mitzuarbeiten, ihre Anliegen, Wünsche und Zukunftsvisionen einzubringen. Günther Pitsch hat besonderen Grund, Stolz zu sein, denn heuer konnte er doppelt so viele Absolventen wie 2005 beglückwünschen: „Meister zu sein, ist wichtig, denn die Liberalisierungsbestrebungen werden den Status bedrohen – diese berufliche Qualifikation gibt es nur noch in fünf Ländern innerhalb der Europäischen Union. Ihn zu erhalten, ist unser Ziel.
Walter Bierleutgeb machte letztlich Nägel mit Köpfen: Alle frisch gebackenen Baumeister und Zimmermeister mussten sich ins Standesbuch eintragen, das seit 1902 geführt wird. Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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