Direkt zum Inhalt

Mit viel Schwung raus aus der Flaute

05.02.2009

Spannende Vorträge, konstruktive Gespräche mit Politik und Wirtschaft wie auch eine Fülle an Netzwerk­gelegenheiten, begleitet von strahlendem Sonnenschein: Die Baustudienwoche in Zürs am Arlberg.

Thomas Peter, Geschäftsführer Bauinnung Vorarlberg, und Franz Drexel, Landesinnungsmeister Bau Vorarlberg, freuten sich über das rege Interesse an der Baustudienwoche, die im Jänner im Hotel Zürserhof in Zürs am Arlberg über die Bühne ging. Baubetriebswirtschaft war das Thema. Mehr als 80 Gäste verfolgten die Ausführungen von Detlef Heck und Andreas Kropik zu „Risikomanagement in der Bauwirtschaft“, „Die neue ÖNorm B2110“, „Kalkulationsrisiko vs. Beschreibungsrisiko“. Rechtsanwalt Georg Mandl referierte zu Vertragsgestaltung und neuen Rechtsvorschriften in der Bauwirtschaft.

Herbert Sausgruber, Landeshauptmann Vorarlberg, besuchte den Abschlusstag der Baustudienwoche der österreichischen Bauinnung in Zürs. Sausgruber zeigte sich beeindruckt von den konstruktiven Vorschlägen der Bundesinnung Bau durch Hans-Werner Frömmel, Bundesinnungsmeister Bau. „Die Bauwirtschaft liefert der Politik realistische und praktikable Grundlagen für Sofortmaßnahmen zur Konjunktur­ankurbelung, die Ideen sind erfolgversprechend und mit Sicherheit konjunkturbelebend“, so Sausgruber. Ideen für verstärkte Investitionen anstelle von Krankjammern – so lautet der Appell der Bauwirtschaft: dazu zählen unter anderem das sofortige Umsetzen des Konjunkturpaketes II, vor allem aber auch Maßnahmen, damit Private investieren. Zurzeit herrscht absoluter Stillstand in puncto privaten Investitionen. Laut einer von der Bundesinnung Bau in Auftrag gegebenen Umfrage will nur jeder fünfte Private in sein Haus investieren. Das bedeutet, Österreich benötigt dringend steuerliche Anreize, die Investitionen beschleunigen. Die Banken sind ebenso aufgerufen, Geld für Investitionen bereitzustellen. Sausgruber betonte zugleich, dass in diesen schwierigen Wochen die Bedeutung und die Effizienz der EU deutlich wurden: „Die Lenkbarkeit des Finanzmarktzusammenbruchs durch das Bankenpaket war die einzige Möglichkeit, das Staatensystem aufrechtzuhalten.“
Die Forderungen der Bauwirtschaft umfassen vor allem, dass thermische Sanierung wie auch energieeffiziente Maßnahmen steuerlich begünstigt werden, Privatkapital durch die Wiedereinführung das Stadterneuerungsmodells mobilisiert wird, eine Möglichkeit zur 1/67-Abschreibung für private Hausbauer, die Erweiterung des derzeitigen Sonderausgabenrahmens für Wohnraumschaffung sowie eine Investitionsprämie oder ein Investitionsfreibetrag für Gebäudeinvestitionen. Frömmel erklärte dazu: „Förderungen und Steuerbegünstigungen sollen zwingend an die Vorlage von Dienstleistungsrechnungen gebunden werden. Ein Teil des Bankenpaketes für Kredite und Haftungen – insbesondere bei öffentlichen Bauten – sollten zweckgewidmet werden.“

Anreize zum Bauen jetzt schaffen

Sausgruber erläuterte die Schwerpunkte des rund 60 Millionen Euro umfassenden Konjunkturpaketes, neben Maßnahmen zur Entlastung der Haushalte sind auch Initiativen zur langfristigen Belebung der Baubranche festgehalten: „Durch das Vorziehen von baureifen Projekten investieren wir gezielt in die Bauwirtschaft, um den heimischen Unternehmen wirtschaftlichen Rückhalt und Planungssicherheit zu geben. Aufgrund der engen Verflechtung haben diese Investitionen auch auf andere Wirtschaftszweige positive Auswirkungen.“

Sausgruber warnte jedoch zugleich, dass das Anbieten von Programmen noch nicht die erhoffte Wirkung garantiert. Die Programme müssen auch angenommen werden, das Geld verwendet werden: „Konjunkturpakete dürfen nicht das wirtschaftliche Gefüge zerstören – die Wirtschaft muss aus eigener Kraft wieder in Schwung kommen.“ Frömmel ergänzte, dass die Forcierung der Bauwirtschaft kein Geschenk für die Baumeister ist, sondern eine dringend nötige Konjunkturbelebung mit Breitenwirkung: „Die Bauwirtschaft schafft bleibende Werte, sichert Arbeitsplätze und zugleich Einnahmen für Finanzminister sowie Sozialversicherung. Das Vorantreiben von energieeffizienten Maßnahmen garantiert zudem die Umsetzung der Klimaschutzvorgaben Österreichs.“

Landesrat Dieter Egger betonte die regionale Wertschöpfung durch das Konjunkturpaket: „Von den Bauinvestitionen des Landes profitieren vor allem Betriebe in der Regien, 2008 gingen im Hochbau 92 Prozent der Aufträge an Vorarlberger Unternehmen, im Schutzwasserbau 100 Prozent.“ Einigkeit herrschte darüber, dass nur eine positive Stimmung in der Bevölkerung die nötige Kraft liefert, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen – die Politik zeigte sich dabei ihrer Verantwortung bewusst.

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Die Jungbaumeisterinnen Pamela Piwalt (links) und Astrid Lahofer mit Niederösterreichs Landesinnungsmeister Robert Jägersberger.
Aus der Branche
31.01.2017

32 Absolventinnen und Absolventen der Baumeister­prüfung erhielten ihre Urkunden feierlich überreicht.

Die Bau-Innung fürchtet angesichts der kommenden, aber noch unklaren Gewerbeordnungsnovelle finstere Zeiten.
Aus der Branche
17.01.2017

Die WKO-Bundessparte Gewerbe und Handwerk meldet wirtschaftlich einen positiven Trend. Angesichts der von Regierungsseite geplanten Reform der Gewerbeordnung erhebt man aber den warnenden  ...

V.l.: Geschäftsführender Vorstand Ewald Unterweger mit Aufsichtsratsvorsitzenden Franz Katlein und Vorstandsobmann Karl Macho
Aktuelles
21.11.2016

Heuer feiert die Baumeister-Kooperation Abau sein 25-jähriges Jubiläum.

Ein Bürogebäude mit Hochregallager, Produktionshalle und Werkzeugbau für Brandauer, geplant von der Tiroler  BM. Patrick Weber GmbH + Co. KG.
Aktuelles
22.08.2016

Planende Baumeister sind noch immer rar – dennoch beweisen ihre Projekte, dass sie sich nicht zu verstecken brauchen.

Die neuen stolzen wiener Baumeister.
Aktuelles
15.03.2016

29 neue Baumeister wurden in der Landesinnung Wien in den Berufststand aufgenommen.

Werbung