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[nach]haltig Bauen – Profit!? Für wen?

13.01.2011

Den zum Schlagwort gewordenen Begriff der „Nachhaltigkeit“ für die Baubranche fassbar zu machen war Ziel der elften Veranstaltung des Symposiums „International Consulting and Construction (ICC)“, die  am 18. und 19.11.2010 an der Baufakultät der Universität Innsbruck stattfand.

Das Thema des Events lautete: „[nach]haltig Bauen – Profit!? Für wen?“. Die Nachhaltigkeit ist laut ihrer wortgemäßen Bedeutung und den damit zusammenhängenden Auswirkungen zweifelsohne als positiv zu bewerten. Allerdings ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ mittlerweile zum Schlagwort mutiert und wird im sogenannten „Grünen Zeitalter“ leider vielfach als Modebegriff und leere Floskel verwendet.

Die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff Nachhaltigkeit und der Umgang damit in der Bauwirtschaft bildeten den Schwerpunkt des Seminares. Dabei wurde zunächst versucht, ein allgemeines Themenverständnis und eine Sensibilisierung für die Relevanz dieser Werte zu schaffen. Dann wurden in mehreren Vorträgen die unterschiedlichen Herangehensweisen im Hinblick auf Infrastruktur- und Immobilienprojekte beleuchtet. Dies vor allem aufgrund der Tatsache, dass Bauvorhaben starken Einfluss auf die nachfolgenden Generationen haben. Nachhaltig denken, handeln und somit auch bauen ist ein dringender Appell für die Zukunft.

Den Auftakt der Veranstaltung machte Barbara Schmon vom Lebensministerium mit ihrem Vortrag „Nachhaltigkeit zwischen Theorie und Praxis“. Karl-Werner Brand vom Sustainability Research Consulting (SRC) München setzte sich mit der „nachhaltigen Entwicklung als gesellschaftliche Herausforderung – Perspektiven der Soziologie“ auseinander. Jens Glöggler von ATP Sustain GmbH referierte zum Thema „nachhaltiges Bauen und Zertifizierung – Mehrwert oder doch nur Marketingtool?“. Sein Kollege Rainer Stiller von der ATP Innsbruck Planungs GmbH setzte den Schlusspunkt zum ersten Teil des ICC Symposiums 2010 mit seinem Vortrag über „Nachhaltigkeitsaspekte bei Industriebauten und deren Bewertung“.

Den zweiten Veranstaltungstag eröffnete Wolfgang Streicher vom Arbeitsbereich für energieeffizientes Bauen der Universität Innsbruck mit seinen Ausführungen zum Thema „Einfluss der Gebäudetechnik auf die Nachhaltigkeit“. Im Anschluss daran erläuterte Marten F. Brunk vom Lehrstuhl für Baubetrieb und Gebäudetechnik der RWTH Aachen seine Ansichten zur „Nachhaltigkeit in der Gebäudetechnik“.
Martin Car von der Forschungsgesellschaft Straße-Schiene-Verkehr (FSV) setzte das Seminar fort, sein Vortrag handelte von der „Evaluierung des Richtlinienwerkes RVS hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Verkehrssicherheit und Nachhaltigkeit“. Inputs zur Thematik der Nachhaltigkeit des Brenner Basistunnels gab Anton Rieder in Vertretung von Konrad Bergmeister von der Brenner Basistunnel SE. Franz Hujber von der Österreichischen Gesellschaft für Baukybernetik setzte mit Erkenntnissen zu „Problematik Nachhaltigkeit – eine Frage des Gesamtsystems“ fort.

Dass die Rhomberg Gruppe sich bereits seit geraumer Zeit mit der Thematik der Nachhaltigkeit beschäftigt, bewies Andreas Karg mit seinem Vortrag zum Thema „Planungen zu Ende denken“. Nach ihm referierte Klaus Lugger von der Neuen Heimat Tirol (NHT) über den „Beitrag der NHT zur Nachhaltigkeit – Neubau und Bestand“.
Den letzten Vortrag hielt Frau DI Karin Hartl-Hubmann vom Amt der Tiroler Landesregierung über „spezielle Aspekte des nachhaltigen Bauens“.

Alle Vorträge wurden als Langtext im gleichnamigen Tagungsband „[nach]haltig Bauen – Profit!? Für wen? Beiträge aus Theorie und Praxis“ im Rahmen der Schriftreihe des Arbeitsbereiches veröffentlicht. Nähere Auskünfte bzw. Informationen erhalten Sie unter www.icc-seminar.com oder direkt über den Arbeitsbereich.

(Redaktion: Univ. Ass. Dipl.‐Ing. Matthias Flora, Universität Innsbruck)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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