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12.02.2010

Die 29. Bauma, die international größte Baumaschinenmesse, öffnet im April ihre Pforten. Die bereits seit Herbst ausgebuchte Schau ist die beste Möglichkeit für Bauunternehmen, ihre Flotte aufzurüsten.

Christof Kemmann, Vorsitzender der VDMA, des Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen in Deutschland, brachte die aktuelle Situation der europäischen Baubranche auf den Punkt: „Die Talsohle ist erreicht. Jedoch aufgrund der geringen Finanzierungsbereitschaft durch die Banken wurden international weniger Baumaschinen verkauft.“ Vor 2011 ist laut Kemmann keine Erholung in Sicht, doch der Aufwärtstrend ist spürbar.

Das beweist auch das gewaltige Ausstellerinteresse, heuer musste die Messe München aufgrund der Nachfrage das Messeareal um 15.000 Quadratmeter auf nun insgesamt 555.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche erweitern. Die Bauarbeiten dafür sind bereits im Gang. Parallel dazu haben bereits einige Aussteller wie Doka, Peri, Liebherr und Wirtgen mit den Aufbauarbeiten für die alle drei Jahre stattfindende Bauma vom 19. bis 25. April in München begonnen.
Das gesamte Gelände ist eine riesige Baustelle – kein Wunder, wollen doch die meisten Erzeuger wie Händler im Freigelände ihre Produkte präsentieren. Rund die Hälfte der Aussteller kommt aus dem Ausland, insgesamt werden ca. 3.000 Aussteller vor Ort sein: Europäische Staaten wie z. B. Italien, Großbritannien und die Niederlande werden wieder Spitzenpositionen im internationalen Ausstellerranking einnehmen. „Besonders erfreulich ist das Interesse seitens chinesischer, türkischer und insbesondere auch indischer Aussteller, gerade weil Indien Partnerland der Bauma 2010 ist“, erklärt Projektleiter Georg Moller.

Neue Partikelgrenzwerte
Mehr als 500.000 internationale Besucher werden erwartet. Die Kompetenz der Fachbesucher – 2007 waren rund 80 Prozent der Besucher Entscheidungsträger – stellt das hohe Niveau der Messe sicher. Die Produktpalette der Aussteller ist breit. Sie reicht von Maschinen für Rohstoffgewinnung, Herstellung von Beton, Bergbau, Antriebstechnik, Prüf-, Mess- und Steuerungstechnik, Zulieferer, Dienstleistungen bis zur Arbeitssicherheit.

Ab dem Jahr 2011 gelten mit der Stufe III B der Richtlinie 97/68/EG und der US-Abgasgesetzgebung Tier 4 interim neue Grenzwerte für die Emissionen von Non-Road-Fahrzeugen wie Bagger, Straßenwalzen und Fräsen. Die Partikelgrenzwerte müssen im Vergleich zur heutigen Stufe III A bis zu 94 Prozent gesenkt werden. „Die neuen Vorschriften werden über 50 PS Abgasnachbehandlungssysteme zwingend erforderlich machen“, sagt Gunnar Stein, Produktlinienmanager „Off Road“ der AVL GmbH in Graz. Die AVL gilt als eines der weltweit führenden Unternehmen für die Entwicklung von Antriebssystemen. Sie berät und unterstützt viele namhafte Motoren- und Maschinenhersteller, die sich auf der Baumaschinen-Leitmesse Bauma versammeln werden. Nach Ansicht des Experten gibt es zwei technologische Hauptrouten zur nötigen Emissionsreduzierung. Variante 1: Abgasrückführung und Partikelfilter. Variante 2: Stickoxide mit SCR-System bekämpfen.

„Die Abgasbestimmungen der Stufen III B und IV sind eine Herausforderung sowohl für Motorenhersteller als auch für Maschinenhersteller, da in diesen Abgasstufen nicht nur der Motor allein, sondern auch verschiedene Komponenten zur Abgasnachbehandlung und deren Einbaubedingungen eine erhebliche Rolle zur Einhaltung der Grenzwerte spielen“, unterstreicht Frank Diedrich, Abgasexperte beim VDMA. „Die zusätzliche Abgasnachbehandlung hat ‚Nebenwirkungen‘, die zukünftig die Entwicklung mobiler Arbeitsmaschinen stark beeinflussen werden – wie zum Beispiel eine zunehmende Geräuschentwicklung, steigende Temperaturen und zusätzlich erforderlicher Einbauraum. Hinzu kommen ein erhöhter technischer Aufwand, um den Kraftstoffverbrauch niedrig zu halten, sowie die Anpassung der Abgassysteme an die teilweise rauen Einsatzbedingungen im Baugeschäft.“ Egal für welchen Weg sich die Hersteller entscheiden, eines scheint gewiss: die Preise werden steigen.

Ökologisch und innovativ
Mit dem Innovationspreis werden im Rahmen der Bauma Unternehmer mit neuen Produkten vor den Vorhang geholt. 15 Projekte wurden nominiert: darunter ein Energiespeicherzylinder von Liebherr, ein neues Brückenbauverfahren von Bilfinger Berger, eine Vertikalbohranlage der Terra AG oder eine Großvibrationsplatte von Wacker-Neuson SE. Mehr als 200 Einreichungen aus dem In- und Ausland sind für den Innovationspreis eingelangt.

Bauunternehmen erfahren auf der Bauma die neuesten Trends in puncto Baumaschinen, mögliche Wege für Effizienzsteigerungen im Tiefbau und Hochbau, Potenziale für Einsparungen wie auch ressourcenschonende Bauweisen und Entsorgungsmethoden und erhalten einen Überblick über die neuesten Komponenten für einen umweltfreundlichen Baustellenalltag.

Red.: Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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