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Neue Köpfe für die Sozialpartnerschaft

13.11.2017

In unruhigen Zeiten werden die Spitzen von ­Wirtschafts- und Arbeiterkammer neu besetzt.

Im Gegensatz zu Christoph Leitl, der innerhalb des ÖVP-Wirtschaftsbunds schon länger angezählt war und in den vergangenen Jahren einige Zurückweisungen ertragen musste, konnte Rudolf Kaske (SPÖ) mit seinem angekündigten Rückzug überraschen: Anfang November wurde kurzfristig eine Pressekonferenz anberaumt, bei der Kaske, seit Frühjahr 2013 Präsident der Arbeiterkammer (AK), bekanntgab: „Es ist mein persönlicher Entschluss, mich nach 48 Berufsjahren ins Privatleben zurückzuziehen.“ Das Amt wolle er mit Ende April 2018 übergeben, ein Jahr vor dem Ende seiner Amtsperiode.

Ähnlich Leitl, der nach seinem ebenfalls für das kommende Jahr angekündigten Rücktritt 18 Jahre lang Präsident der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKÖ) gewesen sein wird: Das ist die zweitlängste Amtsperiode nach Rudolf Sallinger, der den Posten 1964 bis 1990 innehatte.

Generationswechsel

Wer in Leitls Fußstapfen treten soll, ist schon bekannt: Harald Mahrer, derzeit noch ÖVP-Wirtschaftsminister, wurde bereits zum Wirtschaftsbund-Obmann gewählt; die Amtsübernahme ist ob der Zweidrittelmehrheit des Wirtschaftsbunds praktisch reine Formsache. Anders im Fall der AK: Die will erst im Jänner einen Nachfolger für Kaske vorstellen.

Die Sozialpartnerschaft erhält somit zwei neue Fährmänner in stürmischen Zeiten: Seitens der Parteien war die Frage, ob die Pflichtmitgliedschaft in den Kammern noch zeitgemäß wäre, ein Streitthema im Nationalratswahlkampf. Gegner der Pflicht gibt es in beiden voraussichtlichen Regierungsparteien ÖVP und FPÖ. Sollte Gewerkschaftsbund-Präsident Erich Foglar (SPÖ), dessen Funktionsperiode 2018 ausläuft, ebenfalls das Handtuch werfen, wäre – zum heutigen Stand – Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes (ÖVP), seit 2014 im Amt, innerhalb kürzester Zeit der Letzte einer Generation. Angesichts dieser Entwicklungen und der Ungewissheit die Reformpläne der künftigen Regierung betreffend wird 2018 wohl ein höchst spannendes Jahr für Dienstgeber und -nehmer sowie deren Interessenvertreter.

Autor/in:
Bernhard Madlener
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