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ÖGNI

25.10.2010

Erstmals DGNB-Zertifikate in den Sparten Handel und Industrie / Erste Auszeichnung und neue Partnerorganisation in der Slowakei: Internationalisierung schreitet voran

Wien, 20.10.2010 – zwei Wochen nach der Expo Real steht es fest: nach der Schweiz gibt es nun auch in der Slowakei eine Partnerorganisation, die nachhaltige Gebäude nach dem DGNB-Zertifikat auszeichnet. Gleich drei Premieren gab es für die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) auf der diesjährigen Expo Real in München: das von der ÖGNI an nachhaltige Immobilien verliehene DGNB-Zertifikat wurde erstmals in den Kategorien Handel und Industrie vergeben, zudem erhielt das erste Blue Building in der Slowakei ein DGNB-Vorzertifikat. Für die ÖGNI ist das ein schöner Start in das zweite Jahr ihres Bestehens, denn, so Gründungspräsident Philipp Kaufmann: „Die große Nachfrage auf dem österreichischen und europäischen Markt zeigt deutlich, dass ein System der zweiten Generation, wie es das DGNB-System darstellt, sehr gefragt ist.“

Die starke Nachfrage treibt die Internationalisierung des Systems voran. Nur zwei Wochen nach der Expo Real, auf der das erste Gebäude in der Slowakei mit einem DGNB-Zertifikat ausgezeichnet wurde, wurde nun die slowakische Partnerorganisation der ÖGNI gegründet. Auch in der Slowakei gilt es nun, das DGNB-System an den lokalen Markt anzupassen. Im Rahmen des DGNB Partnerschaftsnetzwerks unterstützt die ÖGNI zudem den Aufbau von lokalen Organisationen in der Schweiz, Bulgarien, Slowenien und Russland. Aktuell befinden sich in diesen Ländern mehr als 100 Projekte im Bau, rund 100 Auditoren haben dafür eine entsprechende Ausbildung bei der ÖGNI absolviert.

Erstes DGNB-Vorzertifikat in der Slowakei

Mit dem Büro- und Verwaltungsgebäude EcoPoint wurde auf der Expo Real das erste DGNB-Vorzertifikat in der Slowakei vergeben. Durch Kühlen und Heizen mittels Betonkernaktivierung in den Decken mit Nutzung von Wärmepumpen sollen die Heiz- und Kühlkosten in dem Bürogebäude – dieses steht in Košice, der Europäischen Kulturhauptstadt 2013 – um  rund 70% verringert werden. Richard Teichmann, geschäftsführender Gesellschafter von Bischoff & Compagnons Wien: „Durch eine Bauteilaktivierung und weitere neueste Planungsvorgaben wollen wir in der europäischen Kulturhaupstadt 2013 ein Zeichen setzen: durch ein modernes Bürogebäude können wir ökologische Bauweise mit stark reduzierten Betriebskosten vereinbaren und erfolgreich am Markt positionieren.“

Erste Zertifikate für Handels- und Industriegebäude

Die Arbeit der letzten Monate mündete ausserdem in der Auszeichnung weiterer Projekte auf der Expo Real in München. Mit den SPAR-Klimaschutz-Supermärkten in Murau/Steiermark und Wien, die mit dem DGNB-Zertifikat in Gold ausgezeichnet wurden, sowie dem Werk Thüringen (Vorarlberg) der Hilti Aktiengesellschaft – ausgezeichnet mit einem DGNB-Zertifikat in Silber – halten jetzt auch Handel und Industrie als Systemvarianten Einzug in das DGNB-Zertifizierungssystem.

Für SPAR Österreich-Vorstandsdirektor Hans K. Reisch geht es dabei um ein deutliches Zeichen auf drei Ebenen: „Erstens testen wir an diesen Standorten Technologien auf ihre Alltagstauglichkeit und prüfen so die Möglichkeit für einen Roll-Out auf alle SPAR-Standorte Österreichs. Zudem können wir unseren Kundinnen und Kunden mit diesen beiden Supermärkten klar kommunizieren, dass Klimaschutz in unser aller Leben angekommen ist. Und Drittens sparen wir mit diesen beiden Supermärkten bereits CO2-Emissionen ein, welche dem jährlichen Ausstoß von über 40 österreichischen Haushalten entsprechen.“

Auch bei dem mit einem DGNB-Zertifikat in Silber ausgezeichneten Werk Thüringen (Vorarlberg) der Hilti Aktiengesellschaft kann der jährliche CO2-Ausstoss um rund 210.000 Kilogramm verringert werden. Genauso wichtig wie Umweltfaktoren sei aber auch die bei der DGNB-Zertifizierung berücksichtigte Beachtung sozial-kultureller Faktoren gewesen.

„Auf dieser Basis ist ein ökologisch zukunftsweisendes Konzept entstanden, das für unsere Mitarbeitenden sehr gute Arbeitsbedingungen schafft. Helligkeit, Transparenz, Funktionalität, blendfreies Licht und ein angenehmes Raumklima unterstützen das Arbeiten auf höchstem Qualitätsniveau“, erklärt Gernot Schubert, Projektleiter für das Erweiterungsprojekt.

Vorzertifikat in Gold für Forschungsprojekt

Der mit einem DGNB-Vorzertifikat ausgezeichnete LifeCycle Tower ist ein Forschungsprojekt des Vorarlberger Unternehmens Rhomberg Bau. Mit bis zu 20 Stockwerken und 100 Meter Höhe soll ein Holz-Hybridhochhaus entstehen, das den bisherigen Rekord im mehrgeschossigen Holzbau bei weitem übertrifft.

Der erste Pilot wird im Februar 2011 in Vorarlberg, Österreich, gebaut. Bauherren und Kommunen können sich bei der von Rhomberg Bau neu gegründeten Cree GmbH CREE GmbH (Creative Renewable Energy & Efficiency) für die Realisierung dieses nachhaltigen Leuchtturm-Projektes bewerben. Geschäftsführer Hubert Rhomberg ist überzeugt, dass sich die Realisierung des LifeCycle Tower als weltweites Leuchtturmprojekt positiv auswirkt: "Die Systembauweise macht einen globalen Einsatz mit regionalen Ressourcen möglich. Davon werden auch kleinere und mittlere Unternehmen profitieren.“

Über die ÖGNI

Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ist eine Initiative der österreichischen Bau- und Immobilien wirtschaft, um Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften zu etablieren. Der Verein wurde am 29.09.2009 von 125 Gründungsmitgliedern gegründet. Die ÖGNI zertifiziert nachhaltige Gebäude mit dem internationalen DGNB-System, welches für den österreichischen Markt adaptiert wurde, und ist Mitglied im World Green Building Council (WGBC).

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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