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Öko-Bildung für Baumeister

10.09.2010

Know-how-Transfer im Auftrag der Energieeffizienz: Eine Seminarreihe in ganz Österreich zum gezielten ­Einsatz von erneuerbaren Energieträger informiert die Bauwirtschaft über Heizsysteme für die Zukunft.

Die Argumente zur Nutzung erneuerbarer Energieträger und ökologischer Heizsysteme sind zahlreich. „Ende 2009 haben Wissenschafter im Rahmen der Weltklimakonferenz in Kopenhagen neue Forschungsergebnisse präsentiert: Tempo und Ausmaß des Klimawandels werde unterschätzt, die Gefahr abrupter oder irreversibler Veränderungen steige für künftige Generationen dramatisch. Gleichzeitig prognostizieren Analysten den nächsten Ölschock für 2012/2013, und Wifo-Chef Aiginger rechnet mit einer Verdreifachung des Ölpreises in den nächsten Jahren“, stellt Hermann Pummer vom Österreichischen Biomasse-Verband klar. Auch die heimische Politik reagierte und legte mit der „Energiestrategie Österreich“ den künftigen Weg unter anderem in Richtung Optimierung der Energieeffizienz und Steigerung der Gebäudesanierungsraten fest.

Seminartage in BauAkademien
„Jetzt sind die Baumeister mehr denn je gefragt“, weiß Pummer, und so organisierte er mit den BauAkademien eine Reihe von Seminartagen, um das nötige Know-how in Sachen erneuerbarer Energieträger und Energieeffizienz weiterzugeben. Die Themen sind auf die Baumeister und Planer abgestimmt: Umwelt- und Marktsituation, biogene Heizsysteme und Brennstoffe, Rahmenbedingungen für Biomasseheizanlagen, Brandschutz, Förderungen, Wirtschaftlichkeitsvergleiche und Erfahrungsberichte von Gewerbepartnern im Sanierungsbereich. Darüber hinaus können im Zuge der Anmeldung Themenwünsche und Interessenschwerpunkte deponiert werden. Der Startschuss fällt am 10. November in der BauAkademie Oberösterreich.

Unter Biomasse wird durch Pflanzen oder Tiere erzeugte organische Substanz verstanden. Die dort gebundene Sonnenenergie kann zur Wärmegewinnung, Treibstoffproduktion oder Stromerzeugung genutzt werden. Biomasse ist aber jedenfalls ein nachwachsender, erneuerbarer Energieträger, der umweltfreundlich und klimaschonend verbrennt. Und es ist ein heimischer Rohstoff, der Österreich die Chance bietet, unabhängiger von Energieimporten zu werden und damit die inländische Wirtschaft zu stärken und die regionale Wertschöpfung anzukurbeln.

Damit könnten langfristig viele Umweltprobleme gelöst werden: jene etwa, die mit den Treibhausgas-Emissionen einhergehen. „Die Treibhausgas-Emissionen nehmen zu: Im Jahr 2008 wurden rund 40 Prozent mehr Kohlendi­oxid aus fossilen Quellen freigesetzt als im Jahr 1990. Selbst wenn die Emissionen ab jetzt stabil blieben, würde schon innerhalb von 20 Jahren so viel CO2 ausgestoßen, dass dadurch die globale Erwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent zwei Grad Celsius überschreiten würde – selbst bei Nullemissionen ab 2030. Mit jedem Jahr, in dem nichts unternommen wird, steigt die Wahrscheinlichkeit“, berichtet Pummer von den aktuellen Ergebnissen der Klimaforschung.

Diesen Herausforderungen stellt sich auch der Österreichische Biomasse-Verband. Er wurde im Jahr 1995 mit dem Zweck gegründet, ein Informations- und Diskussionsforum zur Durchführung von Maßnahmen zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger zu schaffen. Die energetische Verwendung der Biomasse soll auf den Gebieten der Wärmeversorgung, der Elektrizitätserzeugung und der Treibstoffproduktion ausgeweitet werden. Damit sind alle Formen der Biomasse gemeint: also Rest- und Nebenprodukte der Land- und Forstwirtschaft, Energiekulturen, Biogas und biogene Abfälle. Aber auch die Nutzung anderer Formen der Sonnenenergie wie Photovoltaik sollen unterstützt werden.

Helmut Melzer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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