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Während des 3D-Betondruck-Vorgangs können manuelle Arbeiten durchgeführt werden.

Peri druckt erstes Wohnhaus Deutschlands

13.10.2020

Schicht für Schicht: Das zweigeschoßige Einfamilienhaus mit 80 Quadratmeter Wohnfläche pro Geschoß entsteht in Beckum.

In den letzten Wochen und Monaten wurden alle behördlichen Genehmigungsprozesse ­durchlaufen, jetzt wird gedruckt: ein Familienhaus aus Beton mit rund 80 Quadratmeter Fläche pro Stockwerk auf zwei Geschoßen. 

Das erste seiner Art

Das 3D-Betondruck-Projekt in Beckum, Nordrhein-Westfalen, ist in Deutschland einzigartig, dementsprechend zufrieden zeigt man sich bei Peri, die für das Projekt verantwortlich ist. „Der Druck des Wohnhauses in Beckum ist ein Meilenstein für die 3D-Betondrucktechnologie“, so Thomas ­Im­bacher, Geschäftsführer Innovation & Marketing der Peri GmbH. „Wir sind davon überzeugt, dass das Drucken mit Beton in den nächsten Jahren in bestimmten Marktsegmenten an Bedeutung gewinnen wird und erhebliches Potenzial hat.“

Eine nach der anderen

Die Konstruktion des Hauses besteht aus dreischaligen Wänden, die mit Isoliermasse verfüllt werden. Während des Druckvorgangs berücksichtigt der Drucker bereits die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse für Wasser, Strom und ­Ähnliches. Der Drucker ist so zertifiziert, dass während des Druckvorgangs im Druckraum auch gearbeitet werden kann. So können manuelle Arbeiten wie zum ­Beispiel das Verlegen von Leerrohren und Anschlüssen auf diese Weise in den Druckprozess integriert werden.
Zum Druck des Hauses setzt Peri 3D-Drucker vom Typ BOD2 aus dem Hause Cobod, einem dänischen Hersteller, an dem das Unternehmen seit 2018 beteiligt ist, ein. „Der in Beckum verwendete Drucker vom Typ BOD2 ist ein Portaldrucker, das heißt, der Druckkopf bewegt sich über drei Achsen auf einem fest in­­stallierten Metallrahmen“, erklärt Fabian Meyer-Brötz, Leiter 3D Construction Printing bei Peri. „Der Vorteil: Der Drucker kann sich in seinem ­Rahmen an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegen und muss nur einmal kalibriert werden.“ Bedient wird der Drucker von lediglich zwei Personen. Der Druckkopf und die Druckergebnisse werden per Kamera überwacht. Der BOD2 arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s, für einen Quadratmeter doppelschalige Wand benötigt er rund fünf Minuten.

Kompetente Partner

Das zum Druck eingesetzte Material i.tech 3D wurde von Heidelberg Cement speziell für den 3D-Druck entwickelt. Seine Eigenschaften sind auf die besonderen Anforderungen des 3D-Drucks mit Beton angepasst, und es harmoniert laut den Herstellern sehr gut mit dem BOD2. So soll ein reibungsloser Baufortschritt gewährleistet werden. „Heidelberg Cement hat als innovativer Partner dazu beigetragen, dass alle offenen Fragen zur Bauweise und zum Druckbaustoff schnell und problemlos geklärt werden konnten“, so Meyer-Brötz. Geplant wurde das Gebäude von Mense-­Korte Ingenieure + Architekten, Bauherr ist die Hous3Druck GmbH

Autor/in:
Christoph Hauzenberger
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