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Platz und Komfort zum Lernen

30.07.2008

Nach der Funktionssanierung und Erweiterung des Schulstandortes in Krems konnten heuer die BHAK/BHAS Krems und Tourismusschulen HLT Krems feierlich eröffnet werden. Lehrer und Schüler freuen sich über den Umzug.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wurde dieses Jahr der neue „alte“ Schulstandort in Krems von Claudia Schmied, Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, und Wolfgang Gleiss­ner, BIG-Geschäftsführer eröffnet. Eigentümer des von März 2006 bis Jänner 2008 sanierten und erweiterten Gebäudes ist die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), Mieter das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK). Die Nettoerrichtungskosten des gesamten Bauvorhabens betrugen rund 13 Millionen Euro bei einer Nettogrundrissfläche von rund 16.000 Quadratmetern. Die Flächen wurden zwischen den beiden Schulen komplett neu aufgeteilt und dadurch eine klare Trennung erzielt.

Massive Platznot in den bisherigen Räumlichkeiten machte die gründliche Neustrukturierung des gesamten Schulgebäudes notwendig. Durch die gute Kooperation und Zusammenarbeit zwischen den Schulbetreibern, der Bundesimmobiliengesellschaft als Bauherrin und der hervorragenden Planung und Ausführung konnte ein gewinnbringender Umbau des Schulzentrums Krems realisiert werden. Das Resultat ist ein zeitgemäßes, modern ausgestattetes Ambiente, das den Schülern und Lehrern nun zur Verfügung steht. Im Zuge der Bauarbeiten wurden große Teile des Bestandes saniert und auf den technischen Letztstand gebracht. Der Schul- und Verwaltungstrakt des Bestandes wurde aufgestockt. Diese Erweiterung bietet nun den Tourismusschulen auf 1.810 Quadratmetern (Nettogrundrissfläche) Raum für 16 Klassen mit insgesamt etwa 400 Schülern sowie der kompletten Verwaltung. Dadurch eroberte die Hak/Hasch neue Räume im „alten“, funktionssanierten Gebäudeteil. Das im Verwaltungstrakt neu errichtete Lern- und Informationszentrum mit zentraler Bibliothek wird von beiden Schultypen genutzt, erstreckt sich über zwei Geschoße und ist auf drei Ebenen aufgeteilt. Die alte Zweifachturnhalle wich einer neuen Dreifachturnhalle und auch die Sportaußenanlage wurde erneuert. An dem niederösterreichischen Schulstandort in der Langenloiser Straße 22 unterrichten 140 Lehrer 1.405 Schüler.

Investitionen für Niederösterreichs Schulen

Die Bundesimmobiliengesellschaft realisiert oder plant im Bundesland Niederösterreich insgesamt 17 Schulprojekte mit einem Investitionsvolumen von mehr als 140 Millionen Euro. Neben den Generalsanierungen oder Neubauten investiert die BIG jährlich rund sechs Millionen Euro in Instandhaltungen im Bereich der Bundesschulen, wobei Hauptaugenmerk auf die Gebäudesicherheit, Brandschutz, E-Sicherheit sowie barrierefreie Erschließungen gemäß dem Behindertengleichstellungsgesetz gelegt wird. Rund 80 Prozent davon wird in den Sommerferien abgewickelt. Bei nahezu allen Bauvorhaben werden regionale Klein- und Mittelbetriebe beauftragt, wodurch die BIG einen maßgeblichen Anteil zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Förderung des örtlichen Bauhaupt- und Baunebengewerbes beiträgt. Das fertiggestellte Projekt in Krems wurde von Caramel Architekten katherl.haller.aspetsberger geplant. Die Herausforderungen des Umbaus haben die innovativen Planer gut gemeistert: „Zwei in Längsrichtung nebeneinander angeordnete Turnsäle über 46 Meter statisch auszuwechseln und zu einer vollwertig nutzbaren Dreifach-Turnhalle zu erweitern verlangte dem Statikbüro Werkraum Wien einiges an Ingenieurskunst ab. Dieses Bravourstück gelang den hervorragenden Technikern mittels eines lediglich 1,8 Meter hohen vorgespannten Stahlbetonträgers, in welchen sowohl die Lasten der Bestandshallen als auch der neu errichteten Erweiterung einfließen. Um einerseits dem engen finanziellen Korsett zu entsprechen und andererseits den Neubauteil deutlich als solchen zu artikulieren, entschlossen wir uns, den Erweiterungsteil als Leichtbau mit hohem Vorfertigungsgrad zu errichten. Lediglich 16 Zentimeter schlanke Stahlbetonrippen tragen Holzfertigteilpaneele; für Belichtung und Ausblick sorgen Standard-Kunststofflichtkuppeln in scheinbar unregelmäßiger Anordnung. Einer Bodenaufwölbung gleich entwickelt sich der Zubau schalenförmig; es wird nicht in Dach und Wand unterschieden; die beiden Stirnseiten bleiben mit ihrer vollflächigen Verglasung gewissermaßen offen.“

Zufriedene Nutzer

Begeistert sind nach Fertigstellung natürlich hauptsächlich die Nutzer, also Schüler und Lehrer der Schulen: „Zwei große Schulen, die BHAK/BHAS Krems und die Tourismusschulen HLT Krems, in einem Gebäude untergebracht, das in den späten 70ern des vergangenen Jahrhunderts konzipiert wurde – damit war der Grundstein gelegt für Raumnot, Dauer-Improvisation und unklare Strukturen am Beginn des 21. Jahrhunderts.“ Helle, lichtdurchflutete Räume und Verkehrsflächen prägen jetzt das Bild. An beiden Schulen stehen nun für alle Klassen auch entsprechende Räume zur Verfügung, und die Zeit der Wanderklassen ist, zumindest vorläufig, Vergangenheit. Alle Klassenräume sind voll digitalisiert und mit PC, Beamer, Internet und Sat-TV ausgestattet. Die EDV-Netze beider Schulen und die Brandschutzeinrichtungen wurden erneuert. Besondere Möglichkeiten bietet auch die neue Dreifach-Turnhalle, die allen Schülerinnen und Schülern außergewöhnlich vielfältige Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung bietet. Die neu gestalteten Außenanlagen, die nun auch eine Beachvolleyballanlage mit einschließen, werden das Angebot im sportlichen Bereich noch deutlich verbessern. Der Umbau hat überdies zu einer weitgehenden organisatorischen Entflechtung beider Schulen geführt. Gemeinsam genutzt wird neben den Sportanlagen und der Zentralgarderobe das neue Lern- und Informationszentrum. Das Lern- und Informationszentrum ist multifunktionell für Vorträge, Präsentationen und alle Arten von Projektunterricht nutzbar und präsentiert auch die neue Bibliothek des Bundesschulzentrums in einem neuen, modernen Kleid. Räume für alle Klassen – interessante Gestaltungs- und Präsentationsmöglichkeiten in den neuen Klassenräumen und dem Gangbereich im dritten Obergeschoß und eine deutliche Verbesserung der Raumsituation für beide Schulen sind insgesamt mehr als positiv. Für die Zukunft sind alle, Lehrer wie Schüler, gefordert, die neue Infrastruktur und ihre Möglichkeiten im Sinne der positiven Gestaltung von Unterricht und Wissensvermittlung zu nutzen.

Diana Danbauer

aus: bau.zeitung 30/08, S. 40f.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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