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Plus Qualität – minus Energie

28.10.2008

Zurück zur Natur könnte der Slogan der SAIE, der größten Bauprodukte- und -maschinenmesse Italiens, auch lauten. Die Trends gehen in Richtung Nachhaltigkeit, Energieeffizienz aber auch mehr Qualität zu guten Preisen. Nachhaltigkeit, ressourcenschonend planen und bauen wie auch Energieeffizienzsteigerungen – zu einem leistbaren Preis, sind die länderübergreifenden, deutlichen Zeichen auf der internationalen und zugleich Italiens größten Leistungsschau der Baustoffe-, Bauprodukte- und Baumaschinen-Messe in Bologna.

Gewaltig und beinahe für den Messebesucher überwältigend ist das Angebot und die Vielfalt zum Beispiel in der Halle rund ums Thema Wärmedämmung. Ein Unternehmen reiht sich an das andere – aber auch in der alternativen Energiegewinnungs-Branche tut sich einiges. Solarteile sind bereits in Dachziegeln eingebaut, alternative Heizmethoden werden reihum vorgestellt.

Vom Keller bis zum Dach – das Ausstellerspektrum deckt alles für und rund um den Bau ab. Spektakulär: Eine ganze Halle bis auf den letzten Platz besetzt, nur mit Geotextilien. Dennoch: Als internationale Messe kann die SAIE dann dennoch nicht bezeichnet werden. Die Besucher aber auch die Zielgruppe der Aussteller lebt, baut und arbeitet in Italien. Wenn auch die Auswertung der Besucher-Nationalitäten ein weltweites Bild abgibt, bei einem Rundgang durch die Hallen wie auch durch das Freigelände hört man fast ausschließlich italienisch. Aber genau hier liegt vielleicht auch das Geheimnis des Erfolges der Messe.

Alles was Rang und Namen hat, ist mit seiner italienischen Vertretung in Bologna präsent. Die Liste der Aussteller reicht von Allplan/Nemetschek bis zu Liebherr, Velux und Wienerberger. Wenn der messegeschulte Besucher meint, im Baugeräte und -maschinenbereich wird er von einem ohrenbetäubenden Lärm empfangen, irrt er. Auf der SAIE ist ein sonst eigentlich völlig „leiser“ Bereich am lautesten: Die SAIEBit, der Treffpunkt der Software-Hersteller und -händler. Der Besucherandrang ist gewaltig, die Software-Experten überbieten sich nahezu gegenseitig mit ihren Präsentationen.

Nachhaltige Visionen

Eine eigene Halle wurde dem Ziegel gewidmet. Die Besucherqualität ist sehr kompetent wie eine Mitarbeiterin von Wienerberger bestätigt, es kommen Entscheidungsträger, die sich von der Qualität der Produkte selbst überzeugen wollen. Bauen für die Zukunft – scheint ein Motto zu sein.
Eines wird im Gespräch mit Ausstellern deutlich: Verkauft wird kaum auf einer Messe. Nur einer hat Glück – und lebt tatsächlich fast ausschließlich vom Messegeschäft: Wolfgang Zaufenberger wurde – oder durfte gar nicht – müde, den gespannten Besuchern das Pyramid-liner-system vorzuführen. Baumeister können damit direkt vor Ort einen schnellen Entwurf aufs Papier bringen: Ohne Lineal und ohne Reißbrett. Das System ist simpel – und gar nicht neu. Dennoch, es hat keine Konkurrenz. Um rund 30 Euro ist die A4-große Mappe erhältlich. Eine speziell beschichtete Folie ermöglicht gerade Striche auf einem Blatt Papier. Ideal für die Baustelle – wenn schnell noch etwas umgeplant werden soll und der Bauherr einen ersten Eindruck vom neuen Plan haben möchte.

Dabei sein ist alles

Bei den meisten Ausstellern geht es um Präsenz zeigen wie auch um die soziale Komponente, die aufgrund der digitalen Kommunikation immer mehr verloren geht. „Es gibt Kunden, die sehe ich einmal pro Jahr – auf der Messe“, bestätigt Frank Rinner, Division Manager Containex in Tirol. Das österreichische Unternehmen ist seit Jahren ein unverzichtbarer Partner der Bauwirtschaft – in und außerhalb von Österreich. „Der Kontakt zum Kunden ist wichtig, selten wird dabei ausschließlich über den Gegenstand der beruflichen Verbindung gesprochen. Flagge zeigt auch die Maschinenfabrik Liezen, die ihren Brecher extra nach Bologna schleppte. Kaum ein Unternehmen schafft es, auf jeder Messe eine Innovation zu präsentieren. Der Wettbewerbsdruck zwingt jedoch zu ständigen Weiterentwicklungen der Produkte. Firma Prantl aus Innsbruck hatte vor 15 Jahren eine revolutionäre Idee, Best Board – das sind Sockelheizleisten.

Know-how aus Innsbruck

Mit 24 Partnern weltweit hat sich das Produkt bereits in alle Sparten der Heiztechnologie etabliert und ist auf Kirchen Museen, Schlösser, Bürogebäude, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, Glashäusern u. a. spezialisiert. „Mit unserem System halten wir Räume gleichbleibend warm – die Strahlung wärmt die Wände. Inzwischen wissen wir, dass unsere Heizleisten nicht nur energiesparend sind, sondern auch Allergikern entgegenkommt, da kein Staub durch die Luft gewirbelt wird“, erklärt Bauphysiker und Tüftler Prantl. Die Heizleisten aus Tirol werden seit kurzem auch im Vatikan eingebaut. Prantls System kann an jedes Heizsystem angeschlossen werden, von Gas bis zu Geothermie oder Solargewinnung. Best Board ist vor allem eine schlaue Lösung für Sanierungen in denkmalgeschützten Räumen: „Dennoch gibt es z. B. Hallen, die ich ablehne – die dermaßen undicht sind, dass sie ohne Riesenenergieverschwendung nicht beheizbar wären.“

Der Besucheransturm auf der SAIE ist enorm, Studenten drängen zu Themen wie CAD und Co. Die Bauwirtschaft nützt die SAIE für den Austausch, um Kontakte zu pflegen und zu knüpfen – aber auch um das begünstigte Klima Bolognas zu genießen, das letztlich auch der Auftragslage zuträglich ist.
Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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