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Derzeit arbeitet die Porr den Auftragsbestand aus dem Frühjahr ab, „schauen wir, was danach kommt", meint Porr-CEO Karl-Heinz Strauss.

Porr: Hoffen auf Wiederanspringen der Bauinvestitionen

01.09.2020

Der Baukonzern hat heuer auch im zweiten Quartal Verluste geschrieben. Nun hofft Porr-CEO Karl-Heinz Strauss auf Entspannung sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich.

Die Porr hat die Auswirkungen der Coronakrise nach eigenen Angaben deutlich zu spüren bekommen. Bis Juni stand unterm Strich ein Fehlbetrag von 22,7 Millionen Euro (nach 6 Mio. Euro Gewinn ein Jahr davor), bis März waren es 21 Millionen Euro Minus gewesen. "Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie waren im zweiten Quartal deutlich spürbar", erklärte das Unternehmen. Die Effekte der Pandemie auf die Bautätigkeit und das Geschäft von Porr hätten die Planung und Ziele für 2020 negativ beeinflusst, "der Shutdown in Österreich sowie Zusatzkosten und Auflagen in vielen Ländern haben das Ergebnis im ersten Halbjahr belastet". Das Transformationsprogramm "Porr 2025" müsse geschärft und beschleunigt werden", habe die Coronakrise gezeigt.

Fünf Prozent Umsatzverlust

Die Umsatzerlöse gingen heuer bis Juni um 5 Prozent auf 2,1 (2,2) Milliarden zurück. Dabei wurde ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 66 (95) Millionen Euro erzielt, um 31 Prozent weniger. Das Betriebsergebnis (EBIT) drehte auf -17 Millionen Euro ins Minus (nach 17 Mio. plus ein Jahr davor). Das Vorsteuerergebnis (EBT) war mit -27 (+8) Millionen Euro noch stärker negativ. Dank eines mit 680 (599) Millionen Euro höheren Eigenkapitals stieg im Vergleich zu Ende 2019 die Eigenkapitalquote auf 18,4 (16,4) Prozent, die Nettoverschuldung auf 470 (346) Millionen Euro. Mit "Porr 2025" solle die Eigenkapitalquote auf einen Korridor von 20 bis 25 Prozent verbessert werden. Zudem solle die Nettoverschuldung bis 2022 kontinuierlich reduziert werden, heißt es im Halbjahresbericht.

Nach wie vor hoher Auftragsbestand

Nach diesem Durchhänger hofft Porr-CEO Karl-Heinz Strauss nun auf ein Wiederanspringen der Bauinvestitionen ab Herbst im privaten und öffentlichen Bereich.Durch den Shutdown sei man drei bis fünf Wochen in Verzug geraten, neben ÖBB, Asfinag und BIG hoffe man auch auf einen Schub seitens der Gemeinden, die aber ihrerseits mehr Geld bräuchten, sagt Strauss.

Die "Gemeindemilliarde" der Bundesregierung als Unterstützung für Investitionen in der Krise ist Mitte Juni im Parlament beschlossen worden - aus Sicht von Strauss würden die Gemeinden eher zwei bis zweieinhalb Milliarden benötigen. Denn der Einnahmenentfall durch Corona sei für die Kommunen "dramatisch".

Derzeit arbeite man bis zum Ende des Sommers die Bauaufträge aus dem Frühjahr ab, "schauen wir, was dann nachkommt", meinte der Porr-Chef vor Journalisten. Derzeit verfüge man mit 7,6 Mrd. Euro über einen Auftragspolster, der mehr als eineinhalb Jahre nach vorn reiche - die Produktionsleistung dürfte heuer knapp über 5 Mrd. Euro liegen. Ab Herbst sollten die Investitionen aber wieder anspringen, wobei er hoffe, dass der Markt nicht wieder überhitze.

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