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Positiver Trend geht weiter

16.04.2008

Das Baugewerbe ist das Zugpferd der österreichischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe – des größten Arbeitergebers Österreichs. Baumeister punkten mit hoher gebauter Qualität und nachhaltigen Konzepten.

Georg Toifl, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, stellte vor wenigen Tagen den Jahresbericht für 2007 und das erste Quartal 2008 vor. Insgesamt kann das österreichische Gewerbe und Handwerk auf eine positive Umsatzentwicklung im In- und Ausland stolz sein. Zwei Probleme sind nach wie vor vakant: Preisdruck und Fachkräftemangel. Dennoch weiter angestiegen ist 2007 die Beschäftigung. Insgesamt wurden 20.000 zusätzliche Vollzeitarbeitsplätze geschaffen. Damit ist das Gewerbe der größte Arbeitgeber in Österreich. Auch 2008 wollen die Handwerks- und Gewerbebetriebe ihr Personal erneut aufstocken. Im zweiten Quartal 2008 planen die Unternehmen weitere 10.000 Mitarbeiter einzustellen. Das österreichische Gewerbe und Handwerk konnte 2007 einen durchschnittlichen Umsatzanstieg von 3,5 Prozent auf 63,1 Milliarden Euro verzeichnen. „Das war die zweitbeste Steigerungsrate seit 2001“, betont Toifl. Ver­glichen mit der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate war die Entwicklung im Gewerbe und Handwerk allerdings unterdurchschnittlich. Die nominelle Umsatzentwicklung war durchwegs in allen Branchen positiv. Das Baugewerbe konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 3,1 Prozent erzielen. „Vor allem auch die Investitionen sind in der Sparte Gewerbe und Handwerk 2007 gestiegen. Dies zeigt auch die positive Haltung in der Branche, hebt Toifl positiv hervor. Durchschnittlich investierten die österreichischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe im Jahr 2007 mit 6.000 Euro je Beschäftigten um rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Von den Gesamtinvestitionen entfielen im Durchschnitt 31 Prozent auf Erweiterungs-, 17 Prozent auf Rationalisierungs- und 52 Prozent auf Ersatzinvestitionen.
Das erste Quartal des Jahres 2008 bestätigt weiterhin eine durchwegs positive Entwicklung in den investitionsgüternahen Branchen.

Auch eine Fortsetzung des Aufschwungs im konsumnahen Bereich wird von der KMU Forschung Austria prognostiziert: „Die aktuellen Ergebnisse der Konjunkturerhebung der KMU Forschung Austria bei 3.655 Gewerbe- und Handwerksbetrieben mit insgesamt 58.015 Beschäftigten zeigen für das erste Quartel 2008 eine positive Entwicklung in den investitionsgüternahen Branchen und eine Fortsetzung des Aufschwungs im konsumnahen Bereich. Die Geschäftslage wird insgesamt besser beurteilt als im ersten Quartal 2007“, erklärt Walter Bornett, Leiter der KMU Forschung Austria. Im investitionsgüternahen Bereich stieg der Auftragsstand um sieben Prozent. Ausschlaggebend dafür war vor allem die positive Entwicklung der öffentlichen Aufträge mit plus 37,3 Prozent. „Damit hat man allerdings immer noch nicht den Wert vom Jahr 2000 erreicht“, so Toifl. Insgesamt entfallen auf die öffentliche Hand aber lediglich zehn Prozent des Gesamtvolumens.

Problem: Facharbeitermangel

Der anhaltende Facharbeitermangel macht den Gewerbebetrieben zu schaffen. Fast ein Drittel der Unternehmen bezeichnen laut KMU Forschung Austria den Mangel als eines ihrer wichtigsten Probleme. Trotz des österreichweit größten Ausbildungsanteils der Bauwirtschaft von 67.000 Lehrlingen im Gewerbe und Handwerk von insgesamt 125.000 Lehrlingen in Österreich besteht nach wie vor akuter Fachkräftemangel. „Viele Lehrstellen können gar nicht besetzt werden, weil die Qualifikation der Schulabgänger nicht ausreicht. Es ist nicht zielführend, dass das gesamte erste Lehrjahr dafür verschwendet wird, Wissensdefizite der Lehrlinge zu korrigieren“, erklärt Toifl. Die Schulabgänger sollten laut Toifl bereits besser vorbereitet und ausgebildet in die Berufschule kommen.

Preiskonkurrenz bleibt Hauptproblem

Ein Hauptproblem der rund 70.000 Unternehmen mit mehr als 600.000 Beschäftigten ist nach wie vor die unerfreuliche Preissituation. „Durch die aktuelle Preissituation bricht der Mittelbau der Betriebe auf lange Sicht gesehen weg und es gibt nur noch Klein- und Großbetriebe. Hauptsächlich haben natürlich Großbetriebe die besseren Marktchancen“, erläutert Georg Toifl. 67 Prozent der heimischen Gewerbebetriebe leiden unter dem Preisdruck. Davon besonders betroffen ist das Baugewerbe. Durch das Fehlen von Aufträgen bietet die Industrie auch in Bereichen an, die dem Gewerbe vorbehalten waren. Walter Bornett: „Von der Bauindustrie werden beispielsweise Dachbodenausbauten angeboten, allerdings zu anderen Kalkulationen. Auch die öffentlichen Auftraggeber machen Druck, da der Zuschlag nicht an den Best-, sondern an den Billigstbieter geht.“ Dadurch konnte die Ertragslage trotz positiver Umsatzentwicklung und gestiegener Exporte nicht verbessert werden, da die gestiegenen Kosten nicht vollständig an den Kunden weitergegeben werden konnten.

Diana Danbauer

aus: bau.zeitung 15/08, S. 14

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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