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Preise für Bauleistungen ermitteln

22.01.2020

Die bewährte Verfahrensnorm ÖNorm B 2061 liegt als neuer Entwurf zur Stellungnahme bis Ende Jänner 2020 auf.

Bibliografie

Entwurf ÖNorm B 2061 Ausgabe: 2019-12-15 Preisermittlung für Bauleistungen – Verfahrensnorm - Bis 31. Jänner 2020 im Normen-Entwurf-Portal von Austrian Standards zur Einsicht- und Stellungnahme

ÖNorm A 2050: 2006-11-01 Vergabe von Aufträgen über Leistungen – Ausschreibung, ­Angebot, Zuschlag – Verfahrensnorm

Der ÖNorm-Entwurf orientiert sich an modernen, gängigen Methoden der Betriebswirtschaftslehre und ersetzt die bereits seit 20 Jahren in Geltung stehende Fassung von 1999. Neue Formblätter (K-Blätter) schaffen mehr kalkulatorische Freiräume. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl von Auftraggeber- als auch Auftragnehmerseite bekommen mit der aktualisierten Fassung ein hilfreiches Instrument für Kalkulation und Preisprüfung zur Hand.

Voraussetzung für eine Preisermittlung ist wie bisher eine eindeutige und vollständige Beschreibung der auszuführenden Leistungen – diese sind im Sinne der ÖNorm A 2050 bzw. des BVergG 2018 so zu beschreiben, dass die Preise ohne umfangreiche Vorarbeiten und ohne Übernahme von nichtkalkulierbaren Risken ermittelt werden können.

Die ÖNorm B 2061 beschreibt die Möglichkeiten für die Ermittlung der Preise von Bauleistungen und regelt deren Darstellung. Usancen über jene von Bauhauptgewerbe/Industrie hinaus (z. B. Gebäudetechnik, elektromechanische Ausrüstungen, Vorfertigung, Professionisten, Stahlbau) wurden nun verstärkt berücksichtigt. Weitere Änderungen betreffen u. a. Struktur, normative Verweisungen, Literaturhinweise und mehr.

Für die Ermittlung von Kosten ist, unabhängig davon, ob sie auf der Baustelle oder im Gesamtbetrieb entstehen, die Gliederung in folgende Kostenarten vorgesehen: Personal, Material, Geräte, Kapital, Fremdleistungen und andere Kosten. Im Anhang der ÖNorm gibt es sechs Formblätter, die bei der Aufstellung der Kostenarten unterstützen.

Die Preisermittlung ist dann auf Basis der Kostenarten-Grundlagen in der folgenden Gliederung darzustellen: Einzelkosten, Baustellengemeinkosten, Geschäftsgemeinkosten, Finanzierungskosten, ­Wagnis und Gewinn. So können keine wesentlichen Posten übersehen werden.

Die neuesten Entwicklungen der ÖNormen werden in Kooperation mit Austrian Standards präsentiert.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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