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Preise für Energieeffizienz

12.11.2010

Erstmalig wurde der internationale Innovationspreis „Energiespeicher Beton" an vier Musterprojekte aus Österreich, Deutschland und der Schweiz verliehen – als Ansporn zu mehr Nachhaltigkeit im Bauwesen.

Es sind vor allem jene Projekte erfolgreich, die Wirtschaftlichkeit mit Energieeffizienz vereinbaren, resümiert Thomas Bednar von der Technischen Universität Wien und Juryvorsitzender des nun erstmalig vergebenen internationalen Innovationspreis „Energiespeicher Beton". Insgesamt 63 Projekte – 26 aus Österreich, 24 aus Deutschland und 13 aus der Schweiz – wurden für Prestige und ein Gesamtpreisgeld von 30.000 Euro eingereicht. Vier Sieger aus den Kategorien Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Dienstleistungsgebäude standen schließlich Anfang November mit Bundesministerin Doris Bures auf dem Podest.

Aus 13 Einreichungen konnte sich im Bereich Einfamilienhaus das Projekt Natol aus dem tirolerischen Karrösten durchsetzen. Federführend beim Einsatz des Energiespeicher Betons, Energieberatung und Prozessbegleitung war hier Hannes Gstrein sowie mohr steger architektur aus Wien. Das Gebäude ist in Passivhausstandard mit Bauteilaktivierung errichtet, eine thermische Solaranlage bedient Heizung und Warmwasser mit einer Deckung von 70 Prozent. Gstrein zu Material und Kühlung im Sommer: „Beton ist das einzige wärmeabgebende Medium. Es wäre ein Planungsfehler, wenn in einem Einfamilienhaus Kühlung notwendig wäre."

Bei den Mehrfamilienhäusern hatte das Schweizer Wohnhausprojekt B35 in Zürich von Hansjörg Leibundgut und agps.architecture die Nase vorn. Es ist ein Vierfamilienhaus, das einen CO2-freien Betrieb ohne Einsatz fossiler Brennstoffe anstrebt. Das Energiemanagement über massive Speicher und das Erzielen höchsteffizienter Wärmebereitstellung mit der Zielsetzung niedrigster Emission wurde von der Jury als entscheidend angesehen. Das Haus ist für Leibundgut auch Labor: Nach geplanter Fertigstellung 2011 sollen die Vorzüge per Monitoring anschaulich gezeigt werden können.

Gleich zwei Gewinner gab es in der Kategorie Dienstleistungsgebäude mit insgesamt 44 Einreichungen. Hier fanden das Projekt Balanced Office Building in Aachen (Architekt Bernhard Frohn von Hahn Helten + Assoziierte) und die bereits mehrfach ausgezeichnete EnergieBase in Wien (Ursula Schneider von pos architekten schneider ZT) den größten Zuspruch der Jury. Beide Projekte zeichnen sich durch ähnliche ganzheitliche Ansätze mit einer optimierten Gebäudehülle für die Raumwärme im Winter aus, während sie beim Schutz vor sommerlicher Überhitzung unterschiedliche Lösungen wählen. Und: Beide Preisträger zeichen sich auch durch – für künftige Forschung wesentliches – Monitoring aus. Dazu Frohn: „Monitoring ist Pflicht beim Energiespeicher Beton. Die Regelung ist anfangs nicht einfach." Und Schneider unterstreicht den für sie wesentlichsten Faktor beim Beton: „Der Vorteil des Energiespeichers ist vor allem die erreichbare Behaglichkeit."

(Redaktion: Helmut Melzer, Bauzeitung)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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