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Qualitätsverbesserungen als Ziel

23.09.2009

Eine Wissensbilanz beschreibt den Bestand der immateriellen Vermögenswerte. Baumeister Wilhelm Sedlak ließ sein Unternehmen durchleuchten. Das Ergebnis: Der Status quo und neue Perspektiven wurden sichtbar.Von Gisela Gary

Seit 2006 sind Universitäten zur Veröffentlichung einer Wissensbilanz verpflichtet. Darin wird das gesamte intellektuelle Kapital beschrieben – es geht dabei nicht um eine finanzielle Vermögensdarstellung, sondern um eine Erfassung der immateriellen Werte. Die strategische Bedeutung der Wissensbilanz ist für jede Branche die gleiche: In Kombination mit der finanziellen Bilanz sind Unternehmen damit in der Lage, die weitere Firmenausrichtung zu bestimmen, an Defiziten zu arbeiten, Stärken zu halten oder auch bis dato vernachlässigte Aufgabengebiete leistungsfähiger zu machen.

Baumeister Wilhelm Sedlak entschloss sich nach jahrelanger Erfahrung mit Strategieseminaren zur Erstellung einer Wissensbilanz, vor allem um die Entwicklungspotenziale seines Betriebes feststellen zu können. Einmal jährlich wickelt Sedlak ein Strategieseminar mit seinen engsten Mitarbeitern ab, um die Ausrichtung und Ziele des Bauunternehmens zu überprüfen und bei Bedarf neu auszurichten. Karl Fröstl, unico, berät Sedlak bereits mehrere Jahre in Sachen Strategie und begleitete den Wiener Baumeister auch bei der Wissensbilanz. Fröstl hat bereits Erfahrung in diesem Bereich, zuletzt mit dem erfolgreichen Verkauf eines Bauunternehmens – mithilfe der auch bei einer Wissensbilanz relevanten Faktoren, die den Käufer letztendlich von der hohen Qualität und dem Potenzial des Unternehmens überzeugte. Aber auch bei einer geplanten Firmenübergabe – z. B. an die nächste Generation – ist eine Wissensbilanz für den neuen Eigentümer eine kompetente Grundlage. Grundsätzlich empfiehlt Fröstl für Unternehmen ab 50 Mitarbeiter eine Wissensbilanz zu erstellen, aber natürlich auch jährlich seine Strategie zu überprüfen.

Neue Strategien finden
In einer ersten groben Analyse wurden die drei Wissensziele des Bauunternehmens Sedlak festgestellt: Kompetenz, Effizienz und Vertrauen. Diese bildeten den Rahmen für den Einsatz des Human-, Struktur- und Beziehungskapitals. Auf dieser Basis legte Fröstl gemeinsam mit dem Management die Indikatoren fest, mit deren Hilfe die gesamte Wissenskraft des Unternehmens bewertet wurde.
Der Unternehmenserfolg bestätigt Baumeister Sedlak letztlich bis dato in seiner Strategie. Auch war er davon überzeugt, dass er ein gutes Team hat – doch Sedlak wollte wissen, mit welchem Know-how seine Mitarbeiter ausgestattet sind: „Das konnten wir bei der Wissensbilanz feststellen. Ein wichtiger Punkt war bei uns z. B. die Aus- und Weiterbildung, welches Lernprogramm verfolgen wir eigentlich? Mit der Wissensbilanz haben wir eine Standortbestimmung erhalten – da gibt’s noch einiges an Lernpotenzial.“

Qualitätsmanagement
Sedlak ist als Mittelbetrieb fähig, rasch zu reagieren – letztlich aber auch nur deshalb, weil ein breites Fachwissen in der Firma vorhanden ist. Ein Weg für die Zukunft kristallisierte sich heraus: „Wir haben klar erkannt, dass wir unser intellektuelles Kapital weiterentwickeln müssen, den Zeitaufwand für Qualitätsverbesserungen, Qualitätssicherung und Humankapital erhöhen müssen.“ Sedlak ist mit der Größe seines Unternehmens, mit 260 Mitarbeitern, zufrieden, er strebt kein weiteres Wachstum an. Aber, und das ist ebenso ein Ergebnis der Wissensbilanz: Der Frauenanteil beim technischen Personal soll sich erhöhen. „Frauen agieren in der Baupraxis mehrheitlich toll – diese Stärke müssen wir weiter ausbauen.“

Sedlaks Ansatz richtet sich nach dem Grundsatz, dass, wenn er etwas investiert – finanziell wie intellektuell –, die Aktivität langfristig Sinn machen muss. Doch Sedlak geht noch weiter: „Das ist auch Bestandteil unserer Firmenphilosophie. Jeder Mitarbeiter identifiziert sich bei uns mit unseren Zielen – die bei den Strategieseminaren festgelegten Perspektiven werden mit gemeinsamer Anstrengung verfolgt.“ Das bestätigt auch Fröstl: „Bei dem Bauunternehmen Sedlak zieht sich die Firmenphilosophie durch alle Abteilungen – nicht nur vom Führungsteam getragen, sondern von allen Mitarbeitern verstanden und gelebt. Die Flipcharts in den einzelnen Abteilungen zeigen die erledigten wie auch noch offenen Punkte unserer Seminare und werden offensichtlich systematisch abgearbeitet.“

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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