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Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt

01.10.2010

„Österreich hat in der Krise richtig reagiert“, davon ist Christoph Leitl, WKÖ-Präsident, überzeugt. Die Wirtschaft hat sich laut Leitl in der Krisensituation gut verhalten.

Als Hauptgrund dafür nennt er die Verantwortung der Betriebe, die Mitarbeiter nicht sofort entlassen, sondern mittels unterschiedlicher Faktoren Arbeitsplätze sichern. „Die Erfolgsfaktoren wie Kurzarbeit, Überstundenabbau, zusätzliche Ausbildungszeiten bei schlechterer Auftragslage, Urlaubsabbau und flexible Arbeitszeiten haben es möglich gemacht, dass die Betriebe ihre Mitarbeiter weiter im Unternehmen beschäftigen konnten“, so Leitl. Aber auch die Tatsache, dass die österreichischen Unternehmen Verluste in Kauf genommen haben, hat sich positiv auf die Arbeitsmarktsituation ausgewirkt.

Sensationeller Spitzenreiter
Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: Während im EU-Durchschnitt das Beschäftigungswachstum im zweiten Quartal 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent gesunken ist, konnte Österreich ein Beschäftigungswachstum von plus 0,8 Prozent erreichen. „Das ist ein sensationeller erster Rang, der ganz klar zeigt, dass die Betriebe gut reagiert haben“, interpretiert Leitl das Ergebnis.


Wachstum fördern

Um diesen Kurs auch weiterhin halten zu können, ist laut Leitl ein verstärktes Wirtschaftswachstum notwendig. „Dieses kleine österreichische Jobwunder kann nur durch weiteres Wachstum verstärkt werden“, so der Wirtschaftskammerpräsident. Allerdings gilt auch zum Thema Wirtschaftswachstum für ihn der Leitsatz: „Erneuern statt besteuern. Wir brauchen keine neuen Steuern, viel wichtiger ist eine zielführende Erneuerung“, erklärt Leitl. Als Paradebeispiel führt er die Schulverwaltung an. „Die aktuelle Schulverwaltung verschlingt viel Geld. Ein neues Konzept könnte die gesamte Verwaltung vereinfachen und bis zu 700.000 Euro jährlich einsparen“, so Leitl.
Die Einkommensentwicklung 2009 im Vergleich zum Jahr 2008 zeigt, dass das Einkommen von Unselbstständigen leicht gestiegen ist, während das Einkommen von Selbstständigen deutlich gesunken ist. „Das ist eine natürliche Entwicklung in der Wirtschaft. Aber wir beklagen uns nicht“, kommentiert Leitl den aktuellen Trend.


Bewährte Kombination

Aus all den Entwicklungen zieht der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich drei Schlüsse: „Wir dürfen keine Angst haben vor flexiblen Arbeitzeiten; Überstunden haben sich als ein sinnvoller Polster erwiesen, und Modelle, in denen schlechte Auftragszeiten für zusätzliche Aus- und Weiterbildung genutzt werden, haben sich bewährt“, so Leitl. Vor allem der letzte Punkt sollte weiter ausgebaut werden. „Diese Zusatzausbildungen sind Investitionen in die Zukunft, die besonders in Zeiten, in denen die Aufträge weniger sind gut eingesetzt werden können und sich spätestens in wirtschaftlichen Aufschwungzeiten als sinnvoll erweisen. Diese Kombination hat sich bewährt und sollte weiter ausgebaut werden“, so Leitl.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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