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Revitalisierungen als Chance nützen

09.11.2005

Österreich arbeitet emsig an der Heranbildung von Sanierungsexperten – denn die Potenziale in der Revitalisierung sind in Österreich groß. Brandneu startet der Akademielehrgang „Certified Expert“ für Sanierungsprofis, eine Kooperation der Landesakademie Niederösterreich, der BauAkademie Niederösterreich wie auch des Öko-Cluster Niederösterreich – siehe dazu auch untenstehenden Infokasten.
Weniger erfreulich ist dem Zentralverband Industrieller Bauproduktehersteller (ZIB) zufolge die Lage im Bereich Hochbau. Hier kann im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre nur ein nominelles Nullwachstum verzeichnet werden. Der aktuelle Einbruch bei den Auftragseingängen im Hochbau gibt auch für die nahe Zukunft weinig Anlass, auf eine Entspannung der schwierigen Lage zu hoffen. Die schwache Entwicklung führt Manfred Winkler, Präsident ZIB, in erster Linie auf die Stagnation im Wohnbausektor zurück. Die relativ beste Sparte im Hochbau ist mit einem schwachen Plus von 1,8 Prozent der öffentliche und private Nutzbau. Überraschend ist für Winkler die Tatsache, dass sich der Sektor Althaussanierung ähnlich stagnierend verhält wie der Wohnbau. Obwohl in allen Bundesländern die thermische Wohnhaussanierung gezielt gefördert wird, bleiben die erhofften wirtschaftlichen Impulse bislang aus. So liegt der Anteil der Sanierungsaufgaben an der Wohnbauförderung seit über zehn Jahren unverändert bei 22 Prozent. Seit den 1990er-Jahren wurden damit nur rund zehn Prozent des Gebäudebestandes thermisch saniert. Einzige Ausreißer sind in diesem Zusammenhang die Gemeinnützigen Bauvereinigungen. Hier wurde bis dato jede fünfte Wohnung thermisch saniert. Winkler warnt vor diesem Hintergrund auch vor dem Nichterreichen des selbst gesetzten und ambitionierten Kioto-Ziele, wonach bis 2012 rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen eingespart werden müssten. „Bei Nichterreichen der Kioto-Ziele drohen nicht nur Strafzahlungen für den Staat, sondern auch erheblicher Druck auf die Industrie und hier besonders auf die Bauproduktehersteller“, prognostiziert Winkler und fordert die Forcierung der thermischen Sanierung durch steuerliche Anreize und Förderungen.
Die stockende Entwicklung des Sanierungsmarktes ist umso mehr vor dem Hintergrund der österreichweiten market-Umfrage verwunderlich, die im vergangenen Frühjahr von der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Oberösterreich in Auftrag gegeben wurde. Über 700 private Hausbauer und Sanierer wurden im Rahmen der Umfrage interviewt und gaben der Sanierungsbranche ein überdurchschnittlich positives Feedback. So sind fast 90 Prozent der Befragten mit den Leistungen der einzelnen Fachbetriebe zufrieden oder sehr zufrieden. Bei den Sanierern gaben 64 Prozent an, mit den Leistungen der Professionisten sehr zufrieden zu sein. „Das ist eine Bewertung, auf die unsere Gewerbe- und Handwerksbetriebe mit Recht Stolz sein können“, sind sich Günter Pitsch, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Oberösterreich und Oberösterreichs Bauinnungsmeister Gallus Pesendorfer einig. Pesendorfer betont: „Die beste Werbung für einen Fachbetrieb sind gute Arbeit, gute Qualität, Kompetenz und Zuverlässigkeit.“ Interessantes Umfrageergebnis: Siebzig Prozent der Befragten empfinden den Preis für Bau- und Sanierungsmaßnahmen als zu hoch, wodurch mehr als die Hälfte auf professionelle Pfuscher zurückgreift. Für Pitsch ist das ein eindeutiger Beweis dafür, dass bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit bei den Arbeits- bzw. den Lohnnebenkosten angesetzt werden muss, und bezieht sich damit indirekt auch auf die Möglichkeit der Mehrwertsteuersenkung, wie sie auch in der EU-Dienstleistungsrichtlinie vorgesehen ist.

Tom Cervinka

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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