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Run auf Hotelinvestments

08.04.2011

Im internationalen Hotelleriegewerbe zeichnet sich ein Aufschwung ab. Vor allem im Konferenzbereich ­steigen Auslastung wie auch Preise – und lassen wieder auf Investitionen bei Bau und Immobilien hoffen.

Das sensible Hotelleriegewerbe gilt als Indikator für angespannte Wirtschaftslagen in Sachen Immobilien: Hier schlägt es sich als Erstes in Zahlen nieder, wenn die Zeiten schwieriger werden, dafür lässt sich aber auch ein Aufschwung frühzeitig erkennen. Und Letzteres zeichnet sich gerade ab, erwartet Heribert Smolé, CFO des Realitätenentwicklers UBM, ein gutes Jahr 2011: „Der Hotelmarkt erholt sich, vor allem im Bereich Konferenzen.“ Und Franz Jurkovitsch, CEO der Finanz- und Beteiligungsgesellschaft Warimpex, bestätigt: „Derzeit heißt das, dass in nahezu allen Märkten die Auslastungszahlen anziehen und in starken Märkten wie Deutschland oder Polen auch die Zimmerpreise bereits nachziehen.“ Für die Partner UBM und Warimpex auch eine Bestätigung der zahlreichen Immobilieninvestments der letzten Jahre.

Bestes Beispiel dafür: das 2009 eröffnete andel’s in Berlin. Vor viereinhalb Jahren wurde das ehemalige Wendeprojekt, ein brachliegender Rohbau, als „Schnäppchen“ bei einer Zwangsversteigerung erworben. „Es war der Schandfleck von Lichtenberg, ist zehn Jahre gestanden“, berichtet Christoph Salzer, Regionaldirektor bei Warimpex, über die ehemals zwielichtige Tatort-Filmkulisse, in deren Keller auch die vietnamesische Zigarettenmaffia ihr Lager aufgeschlagen haben soll. Heute gilt das Hotel, in das rund 100 Millionen Euro gesteckt wurden, als gemeinsames Vorzeigeprojekt von UBM und Warimpex. Hier wurde im März auch wieder die große Eröffnungsparty der Tourismuswirtschaftsmesse ITB geschmissen.

Grund zum Feiern gab es schließlich ausreichend: Im zweiten Betriebsjahr konnte eine 40-prozentige Umsatzsteigerung erarbeitet werden, jährlich verbucht das andel’s laut Salzer nun 20 Millionen Euro Umsatz: „Wirtschaftlicher Motor ist der Konferenzbereich. Diese Klientel ist auch kaufkräftiger“. Mit 3.800 Quadratmeter Konferenz- und Veranstaltungsfläche konnte sich das Viersternehotel trotz starker Berliner Konkurrenz erfolgreich behaupten. Demnächst, so der Plan, soll der Konferenzbereich gar auf einem benachbarten Grund ausgeweitet werden.

Ein Konzept, das seine Fortsetzung finden soll. Aufgrund der positiven Entwicklung haben beide Unternehmen ihre „Projektpipeline bis obenhin gefüllt“. UBM hat seine elf internationalen Hotelbeteiligungen zuletzt durch ein Projekt in Amsterdam erweitert, in Warschau und München sind zwei weitere Hotels in Planung. Gemeinsam mit Warimpex soll Herbst 2011 in St. Petersburg ein Hotel in der Airportcity fertiggestellt werden.

Aber auch dem Wohnungsmarkt widmet sich UBM, allerdings nicht auf heimischem Boden, sondern in erster Linie beim deutschen Nachbarn. Smolé: „In Deutschland bieten sich bei gleichem Risiko höhere Chancen. Selbst in der Krise haben wir etwa 1.100 Wohnungen verkauft. Österreich ist nicht so rentabel.“ Und schließlich müsse auch der Vorstand bezahlt werden, scherzt der kaufmännische Geschäftsführer. Im Großraum München ist der Wohnungsbau über die UBM-Tochter Münchner Grund zu einem wichtigen Standbein geworden. Jetzt sollen auch Hamburg, Frankfurt und Berlin erobert werden. Erstes Projekt in Berlin ist die Errichtung von 95 Miet- und Eigentumswohnungen in der Inselstraße.

(Redaktion: Hemlut Melzer)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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