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Schaden durch Inkompetenz

Keine Opferrolle

Schädigen Berichte über BauSkandale das Image der Baubranche?

In einer demokratischen Republik westlichen Zuschnitts gelten Medien als vierte Kraft im Sinne der Gewaltentrennung. Grundsätzlich zu Recht. Denn ­differenzierte, professionell aufbereitete Berichterstattung auf Basis fundierter Recherche dient der Kontrolle. Fachlich unantastbare Kritik ist aber leider selten. Und damit wird der guten Sache ein Bärendienst erwiesen. Schon die tiefergehende Frage nach der genauen Kostendefinition bleibt für interessierte Leser bei „Skandalen“ meist unbeantwortet – auch weil sie den Unternehmen gar nicht erst gestellt wird. Oft werden in weiterer Folge Äpfel mit Birnen­ verglichen. Redakteure haben hier große Verantwortung. Kritischer Journalismus ist wichtig! Beharrliches Nachfragen zahlt sich aus! Denn Schaden für die Baubranche entsteht in erster Linie durch Betrug, Inkompetenz oder andere Malversationen, nicht durch deren inhaltlich korrekte, mediale Aufarbeitung.

Wolfgang Gleissner, GF Bundesimmobiliengesellschaft

Gerade die Bauwirtschaft hatte schon einige Male mit rufschädigenden Artikeln zu kämpfen – aber natürlich auch mit Skandalen, die lange nachwirkten. Auf der anderen Seite sehe ich aber auch, dass gut recherchierte Berichte, die alle Beteiligten miteinbeziehen, eine konstruktive Möglichkeit bieten, Themen voranzutreiben. Wenn ich an internationale Bauvorhaben denke wie beispielsweise die Elbphilharmonie, so hat dieses Projekt mit all den Umständen auf die beteiligten Unternehmen wie auch auf den Bauherrn, die Stadt Hamburg, mit Sicherheit eine nach­haltige Auswirkung für weitere Großprojekte. Es ist klar, dass Medien Skandale lieben, doch wäre es mit Sicherheit ratsam, vorab jeweils abzuwägen, was mit dem Artikel ausgelöst werden kann. Insgesamt bin ich davon überzeugt, dass die Baubranche zu einem guten Teil an ihrem Image selbst arbeitet und arbeiten kann – anstelle sich klagend in die Opferrolle zu begeben.

Thomas Wetzstein, Geschäftsführer­ Vasko & Partner

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