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Schulbau Wiedner Gürtel 68, Wien

14.10.2004

Die im Auftrag der Bundesimmobiliengesellschaft restaurierte und modernisierte, um eingefügte Neubauten ergänzte „Schule Wiedner Gürtel“ präsentiert sich als überaus erfolgreicher Versuch, die Kraft der historischen Gesamtidee zu bewahren und gleichzeitig Neues für sich aussagekräftig zu gestalten. Als bauausführendes Unternehmen zeichnet Lieb Bau Weiz verantwortlich.

Das Gebäude des Wiedner Gymnasiums und der assoziierten Sir Karl Popper-Schule am Wiedner Gürtel stellt ein besonders gelungenes Beispiel einer Sanierung und Erweiterung eines historischen Gebäudes dar. Die Grazer Architekten Szyszkowitz-Kowalski + Birner restaurierten das bestehende viergeschoßige Haus, das 1910 vom Architekten Paul Hoppe als zusammenhängendes Hofensemble für den Wiener Frauenerwerbsverein errichtet wurde, mit großer Sorgfalt und vorzüglichem Gespür für Details. Ergänzt wird das Ensemble durch einen völlig neuen Schultrakt, der den Hof nun wieder nach Norden abschließt. Der moderne Trakt wird elegant eingespannt und erscheint als selbstverständlicher Teil des Gesamtkonzepts.

Neubau – Nordtrakt
Die funktionale Adaption des Bestandes an heutige Bedürfnisse betrifft vor allem organisatorische Neuordnungen und optimierte Oberflächenqualitäten. Nicht zuletzt die Erneuerung der Fassaden erforderte sowohl viel architektonisches Fingerspitzengefühl als auch großes Können in der Ausführung. So wurde die seinerzeit mit Ornamentik versehene Südfassade originalgetreu rekonstruiert und strahlt nun wieder in neuer Frische. Ebenso sorgfältig wurden die schönen Stiegenhäuser neu herausgeputzt, wobei großer Wert auf Details wie Geländer sowie Wand- und Bodenfliesen gelegt wurde, die nach Maßgabe gereinigt und wieder verwendet wurden.
Aus der Chance heraus, die ursprüngliche Idee eines geschlossenen Quartiers zu stärken und gleichzeitig die neuen fehlenden Funktionen der internen Organisation entsprechend unterbringen zu können, wurde der Nordtrakt, der vorher aus einem eingeschoßigen Gebäude und einem offenen Wandelgang mit feingliedriger Stahlkonstruktion darüber bestanden hatte, von den Architekten gänzlich neu konzipiert. Die Formensprache des neuen Traktes hebt sich deutlich vom historischen Bestand ab, ist aber gekonnt in die Bausubstanz eingearbeitet, sodass der Übergang zwischen alt und neu fließend und wie selbstverständlich erfolgt. Im Untergeschoß sowie unter dem Hof sind zwei neue Turnhallen untergebracht und so angeordnet, dass in beide Säle Tageslicht über Oberlichten einfließen kann. Im Erdgeschoßbereich befinden sich größere, modernst ausgestattete Säle für Arbeiten im naturwissenschaftlichen Bereich und für die künstlerischen Fächer. Der geräumige Innenhof, der ebenfalls von den Architekten gestaltet wurde, behält seine vorgegebene Funktion als Pausenfläche.

Orientierungs-Piktogramme
Nach den Worten der Architekten „gibt dieser neue Nordtrakt in seiner architektonischen Gestaltung Mitteilung über die neuen Inhalte, zeigt strukturell angeordnete gemauerte Pfeiler und feingliedrige Stahlelemente, deren Rhythmik und Konstruktion als Gegenüber zu den restaurierten historischen Teilen zu verstehen sind.
Er ist zudem farblich – Sienatöne in den größeren Flächen und schwarze Stahlkonstruktionen – in ein gewisses Gegenspiel zur Originalfarbe des Altbaues – hellgrau – gebracht.“
Sowohl die Sanierung des Bestandes als auch die Applikation des Zeitgenössischen vermitteln viel Gefühl für Form und Farbe. So konnten etwa alte Fliesen erhalten oder wieder verwendet und die schönen Kastenfester restauriert werden. Fehlende Beschläge etwa wurden originalgetreu ersetzt. Besonderes Augenmerk wurde auf ein durchgängiges Farbkonzept gelegt, das sich teils an den Bestand anlehnt, teils völlig neu erarbeitet wurde. Für gute Orientierbarkeit sorgen Piktogramme, die in ihrer geschickten Anordnung und Dimensionierung in kräftiger Farbigkeit auch als gestaltende Elemente wirksam werden.
Die Schule beherbergt insgesamt 85 Lehrpersonen sowie rund 580 Schülerinnen und Schüler. Günter Schmid, Direktor des Gymnasiums, zeigte sich erfreut über den erfolgreichen Abschluss der Ausbau- und Sanierungsarbeiten: „Wer die Düsterkeit des alten Gebäudes noch einigermaßen in Erinnerung hat, kann sich beim Betreten des in neuem Glanz erstrahlenden Hauses der beflügelnden Wirkung der lichtdurchfluteten Gänge nicht entziehen. Die physischen Voraussetzungen für optimale Lern- und Arbeitsmotivation sind also von den Architekten geschaffen worden: Es wird nun an uns Lehrerinnen und Lehrern liegen, die neue Helligkeit auch mit pädagogischem Licht zu erfüllen.“

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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