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Rot-grün bekennt sich in Wien zum „umfassenden Schutz des historischen Stadtzentrums" – im Bild die Michaelergruft.

Schutz des historischen Wien

09.05.2017

Infolge der politischen Debatte um das umstrittene Bauprojekt am Heumarkt brachten SPÖ und Grüne eine Resolution in den Wiener Gemeinderat ein.

Ohne die Stimmen der Opposition wurden mit Regierungsmehrheit „Schutz und Entwicklung des historischen Stadtzentrums“ beschlossen. Dieses stelle „ein einzigartiges städtebauliches Denkmal“ dar, „dessen außergewöhnlicher und universeller Wert weltweit anerkannt“ sei, hieß es im Vorfeld der Sitzung, die am 5. Mai stattfand. Entsprechend, so die Planungssprecher von SPÖ und Grünen, Gerhard Kubik und Christoph Chorherr, sei man zum Schluss gekommen, den Schutz des historischen Stadtzentrums „nachhaltig zu bekräftigen“.

Bereits in der Vergangenheit habe der Gemeinderat die Stadtplanung „mit der Umsetzung genereller Ziele und Planungsabsichten beauftragt“, heißt es aus dem Rathausklub der Grünen unter Verweis auf den 25. April 1905. Damals sei ein Antrag zur „Herstellung eines Wald- und Wiesengürtels um Wien“ beschlossen worden, u.a. als „Grundlage für den Schutz des Wienerwaldes“.

Unesco-Liste neu denken

Laut Rathauskorrespondenz wünschte sich Chorherr in der jüngsten Gemeinderatsitzung, dass es „keine weiteren Hochhäuser im Stadtzentrum“ geben solle. Zum Antrag aus 1905 und dem oppositionellen Hinweis, wonach die Heumarkt-Pläne dessen grundlegender Idee widersprächen, sagte er, die Stadtregierungen hätten sich „über 100 Jahre daran gehalten“.

SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi stellte fest, dass der Beschluss des Projekts am Heumarkt „keine schnelle Aktion“ sei. Alle Wünsche wurden einer Lösung zugeführt. Außerdem würden Touristen auf Wien-Besuch kommen, weil es ihnen um die Stadt gehe, nicht um deren Weltkulturerbe-Status. Er pochte auf mit der Unesco zu erarbeitende Lösungsvorschläge, wonach etwa „nur gewisse Projekte in die Unesco-Liste einzutragen“ wären, und nicht der gesamte erste Wiener Gemeindebezirk.

Autor/in:
Bernhard Madlener
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