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Schwerpunkt Wohnbauförderung

04.02.2011

Der Österreichische Verband der Immobilientreuhänder (Övi) sieht im kommenden Jahr viel Handlungsbedarf im Bereich Bauen und Wohnen. Ausdrücklich warnt der Övi vor den Auswirkungen im Falle von Kürzungen der Wohnbauförderungsmittel.

Klaus Wolfinger, Övi-Bauträgersprecher, sieht durch die allgegenwärtige Budgetnot auch die drohende Gefahr der drastischen Mittelkürzungen bei der Wohnbauförderung. So befürchten die Experten des Övi im Bereich der Sanierung in Wien beispielsweise, dass die geplante Streichung der Einmalzuschüsse der erst langsam in die Gänge kommenden Sanierungstätigkeit einen zusätzlichen Dämpfer verpassen wird. Damit rückt die gewünschte Sanierungsrate von zwei bis drei Prozent in noch weitere Ferne. Wolfinger befürchtet, dass auch das neuerlich auferlegte Konjunkturförderpaket im Ausmaß von 100 Millionen Euro für die thermische Sanierung rasch vergriffen sein wird und die Ausfälle aus den Wohnbauförderungsmitteln nicht kompensieren kann.

Steigender Wohnungsbedarf
Darüber hinaus warnt der Österreichische Verband der Immobilientreuhänder alle Bundesländer davor, die Mittel für den Wohnungsneubau zu kürzen. Langfristig befürchten die Experten, dass bei anhaltend sinkender Neubauleistung der prognostizierte Wohnungsbedarf nicht gedeckt werden kann.
Laut einer aktuellen bzw. aktualisierten Prognose der MA 18 liegt der jährliche Neubaubedarf in Wien für die Periode 2008 bis 2011 zwischen 8.900 und 10.700 Wohnungen. In Wien wurden in den letzten Jahren immerhin zwischen 6.000 und 7.000 geförderte Wohnungen pro Jahr neu errichtet. Doch sollte diese Entwicklung auf keinen Fall zurückgeschraubt werden. „Die Einkommensverhältnisse zeigen, dass der geförderte Wohnbau benötigt wird. Der Bedarf an Neubau kann durch freifinanzierten Wohnbau nicht gedeckt werden“, ist Klaus Wolfinger überzeugt.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Vertreter der Stadt, die das Erfolgsmodell Wiener Neubauförderung auch international und zu Recht mit Stolz präsentiert haben, die mit einer deutlichen Kürzung der Mittel verbundenen Risiken eingehen. Wien als eine der wenigen wachsenden Städte Europas mit ungebrochenem Bedarf an zusätzlichen Wohnungen ist weiterhin darauf angewiesen, dass der geförderte Neubau für ausgewogene Durchmischung und gezielte Stadtentwicklung sorgt“, so Wolfinger.

Folgeeffekte durch Investition
Dass Investitionen – vor allem im Bereich Wohnbau und Sanierung – wichtige Folgeeffekte wie beispielsweise Arbeitsplatzsicherung mit sich bringen, ist hinlänglich bekannt. Aber auch umgekehrt sind die Auswirkungen deutlich zu spüren. Der Övi weist darauf hin, dass die Folgen von einem Rückgang der Investitionen nicht unterschätzt werden dürfen. Jeder bei Wohnbaufördermitteln gekürzte Euro muss an anderer Stelle wieder aufgebracht werden, warnt der Övi und fordert einmal mehr unter Berücksichtigung von Wohnungsbedarfsprognosen die Zweckbindung der Wohnbaufördermittel.

Nicht zuletzt durch laufend – und im internationalen Vergleich überdurchschnittliche – hinaufgeschraubte technische Standards sind die Kosten für Bauen und Sanieren in den letzten Jahren stetig gestiegen. Seit dem Jahr 2000 sind die Baukosten um 30 Prozent gestiegen, die Wohnbaufördermittel hingegen wurden nur geringfügig angehoben. „Diese Lücke darf sich nicht weiter öffnen“, betont Wolfinger.

(Redaktion: Diana Danbauer)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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