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Selbst gebaut ist besser

28.11.2006

Wer sich wie die das Holzbauunternehmen Obermayr aus Schwanenstadt in Oberösterreich seit mehr als 70 Jahren erfolgreich auf dem Markt behauptet, darf Veränderungen und Neuorientierungen nicht scheuen. Den Anfang machte eine einfache Zimmerei, die bald durch ein Sägewerk erweitert wurde. Bereits in den 1940er-Jahren hat Firmengründer Johann Obermayr die unschlagbaren Vorteile vorgefertigter Bauelemente erkannt und sich auf das Neuland des konstruktiven Holzbau begeben.

Erfahrungen im Bereich der Vorfertigung waren spärlich gesät - der Ausgang dieses unternehmerisch riskanten Vorhabens dementsprechend ungewiss. Doch der Mut zu Neuem wurde mit Erfolg gekrönt: Schon bald wurden Bauherrn aus dem Ausland auf den innovativen Zimmermeister aus Schwanenstadt aufmerksam - und der noch vor wenigen Jahren undenkbare Schritt in den Export zur erfreulichen Realität. Unternehmerisches Innovationspotenzial steht somit bei Obermayr nicht am Ende eines langen Entwicklungsprozesses, sondern ist seit jeher die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Sich ändernde Anforderungen und Rahmenbedingungen werden nicht als Gefahr, sondern als Ansporn und Motivation für innovative Lösungen gesehen. Heute beschäftigt der renommierte Familienbetrieb rund 70 Mitarbeiter und ist in nahezu sämtlichen Bereichen des Holzbaus tätig. Zu den aktuellen Großbetrieben des mittelständischen Holzbauunternehmens zählt der Neubau des Messecenters in Wels. Hier entsteht bis Jahresanfang 2007 die mit 16.000 Quadratmeter Nutzfläche größte Messehalle Österreichs auf Passivhausstandart.

Gute Figur als Bauherr

Die Tatsache, dass Obermayr nicht nur als Auftragnehmer erfolgreich baut, sondern auch ein hohes Bewusstsein für Baukultur und architektonisch wertvolle Konzepte an den Tag legt, stellt der Neubau der hauseigenen Produktionshalle eindrucksvoll unter Beweis. Der vom Architektenduo Markus Fischer und Christian Frömel (F2 Architekten) ausgearbeitete Entwurf hat nicht nur die Brüder Obermayr, sondern auch die Zentralvereinigung der Architekten Österreichs (ZV) nachhaltig überzeugt. Vor Kurzem wurde der Neubau mit dem heißbegehrten Bauherrenpreis ausgezeichnet. Für die Juroren Hans Hollein, Marta Schreieck und Thomas van den Valentyn - allesamt Architekten mit internationaler Strahlkraft - war vor allem das mit einfachen architektonischen Gestaltungsmitteln erzielte Gesamtergebnis überzeugend und die Innenraumgestaltung wurden von der Jury als beispielgebend hervorgehoben. "Unser Unternehmensziel ist, mit den besten Architekten anspruchsvolle Holzarchitektur umzusetzen. Es freut uns daher besonders, dass uns mit der eigenen Halle ein Ausdruck dieser Gesinnung gelungen ist", erläutert Hans Christian Obermayr nicht ohne Stolz. Das Holzbauunternehmen, das über eine langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Architekten verfügt und selbst Planungsleistungen für Tragwerkskonstruktionen anbietet, hat seine ungewohnte Rolle als Bauherr aktiv und über das übliche Maß hinaus gestaltet. So wurde das Tragwerk in enger Zusammenarbeit mit den beauftragten Architekten entwickelt und berechnet.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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