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Selbstbestimmt und versorgt

08.04.2011

Die Bevölkerung in Österreich wird zunehmend älter. Der Wunsch nach einer adäquaten Wohnsituation ist groß. Betreutes Wohnen als Alternative zum klassischen Alters- und Pflegeheim wird zunehmend beliebter.

Die heimische Bevölkerung wird älter. Allerdings sind die Senioren mehr denn je mobil und agil. Dementsprechend muss auch die Lebens- und Wohnsituation den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Diesem Ziel haben sich unter anderem „Silver Living“ und „Neue Lebensräume“ verschrieben. Eine aktuelle Imas-Studie mit dem Titel „Der Lebens­abend in den Augen der Bevölkerung“ zeigt die Ergebnisse einer Repräsentativbefragung zur Situation im Alter und der Bedeutung von betreutem Wohnen auf. So klammern sich laut Studie rund 74 Prozent der Berufstätigen in Österreich an die Hoffnung, dass es im Alter jemanden geben wird, der sich um sie kümmert.

Allerdings sehen nur 32 Prozent eine gesicherte Versorgung als wahrscheinlich an. „Die österreichische Bevölkerung schwankt also zwischen bangen und hoffen bzw. eindeutiger Sicht der Realität und Verdrängung, was ihre Zukunft im Alter betrifft“, erläutert Walter Eichinger, Mastermind von Silver Living. „Dabei setzen die Österreicher in erster Linie auf die Betreuung durch Kinder oder Enkel, in zweiter Linie dann auf den Ehepartner bzw. Lebensgefährten“, so Paul Eiselsberg, Imas Senior Research Director und Autor der Studie. „Dass dies mit der Realität im Alter nichts zu tun haben wird und man auf eine Phantombetreuung vertraut, versteht sich von selbst, wenn man bedenkt, dass wir in einer überalternden Gesellschaft leben“, ist Eichinger überzeugt. Das bestätigt auch Bernhard Schneller von „Neue Lebensräume“: „Wir sehen das bereits heute, dass die Versorgung von Senioren durch die Familie nicht gewährleistet werden kann.“

Befürchtungen überwiegen
Die Befragung zeigt eindeutig, dass die Österreicher ihrer Zukunft sehr skeptisch gegenüberstehen. So sind etwa 75 Prozent der Bevölkerung der Überzeugung, dass die Menschen unter 30 Jahre es später im Alter einmal schwerer haben werden als die heutige Seniorengeneration. 40 Prozent der Befragten erwarten, dass sie im Alter mit nachteiligen Folgen der Überalterung persönlich konfrontiert werden, 43 Prozent der Berufstätigen bezweifeln, dass es bei ihrem Pensionsantritt die Pension in heutiger Form noch geben wird, und 57 Prozent der Berufstätigen gehen davon aus, sich in der Pension weniger leisten zu können als in der Zeit davor. 64 Prozent der Berufstätigen sorgen bereits für den eigenen Lebensabend vor und von dieser Gruppe wiederum 68 Prozent durch eine private Lebensversicherung.

Bedarf von 44.000 Einheiten
Österreichweit sind derzeit ca. 420.000 Bürger Pflegegeldempfänger und dies überwiegend in der Altersklasse 60 plus. Aufgrund der Gesundheitsentwicklung der letzten Jahre steigt die Lebensdauer stetig. Heutzutage sind Pensionisten oft vollkommen gesund, sportlich, geistig und kulturell hoch aktiv. „Schon allein aus diesen Gründen wird die Kostenbelastung der öffentlichen Hand für die Pflege um Betreuung im Alter durch die Überalterung der Bevölkerung – bis 2030 sind rund 38 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung über 60 Jahre alt – steigen“, erläutert Eichinger. „Experten schätzen, dass in Österreich ein Bedarf von rund 44.000 Einheiten für betreutes Wohnen besteht.

Bis dato gibt es neben den klassischen Alters- und Pflegeheimen wenig Alternativen für ältere Personen mit Pflegewunsch und/oder -notwendigkeit.“ „Das bedeutet eine Herausforderung für die Wohnimmobilienwirtschaft, damit das Wohnen im Alter komfortabler und sicherer gemacht wird“, so Eichinger. „Ziel ist dabei, die Sicherstellung vom selbstbestimmten Wohnen im Alter, so lange wie pflegebedingt möglich.“ Betreutes Wohnen ist selbstbestimmtes Wohnen mit integriertem Betreuungs­angebot. Merkmale des betreuten Wohnens sind neben altersgerechten Wohnungen die soziale Alltagsbegleitung durch eine Betreuungskraft, Kontakt und Geselligkeit in einer Hausgemeinschaft sowie die Absicherung für Not- und Bedarfsfälle. Silver Living setzt dabei nicht auf Bettenburgen, sondern auf Zentrallagen in einem überschaubaren Umfeld. Angestrebt wird eine relativ kleine und überschaubare Wohnungsanzahl mit passendem Mustermix von rund 16 bis 20 Einheiten.

(Redaktion: Diana Danbauer)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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