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Seniorenzentrum Pressbaum

25.02.2005

Nachdem das ehemalige Sanatorium Rekawinkel zum Teil abgerissen wurde, begannen im September 2003 auf dem 43.000 Quadratmeter großen Grundstück 15 Kilometer westlich von Wien die Umbautätigkeit und Neugestaltung zum Seniorenzentrum Pressbaum. Nun sind mit dem Konzept eines „offenen Hauses“, das vor wenigen Tagen eröffnet wurde, neue, die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen verbessernde Möglichkeiten geschaffen worden. Für die entsprechend anspruchsvolle baumeisterliche Umsetzung zeichnet die Porr Projekt und Hochbau AG, Niederlassung Niederösterreich, verantwortlich.

Mit der Aufnahme des Betriebs im Seniorenzentrum Pressbaum im Jänner 2005 wird auch rege daran gearbeitet, eine Betreuungsphilosophie auf Basis der so genannten Eden-Alternative umzusetzen – ein Konzept , mit dem sich die Wiener Privatklinik-Gruppe als Eigentümerin und Betreiberin zum Ziel gesetzt hat, die Lebensqualität in Seniorenzentren wirksam zu verbessern.
Neben dem Umbau des Eingangsbereiches zu einem modernen, offenen Empfang und einer Cafeteria mit südseitiger Terrasse als Kommunikationszentrum wurden alle Zimmer und Wohneinheiten auf insgesamt drei Pflegestationen neu gestaltet. So gibt es nur noch Ein- und Zweibettzimmer mit Bad und WC. Hinzu kamen Wohneinheiten, die an Senioren – die natürlich auch die Annehmlichkeiten des Pflegezentrums nutzen können – vermietet werden.
Das Grundstück des Seniorenzentrums Pressbaum liegt ca. 15 km westlich von Wien und ist sowohl über die Westautobahn als auch per Bahn gut erreichbar. Das Objekt des ehemaligen Sanatoriums Rekawinkel teilte sich in die Baukörper Pavillon 1, Pavillon 2 und einen niedrigen Mitteltrakt. Der Gebäudekomplex steht auf einem abfallenden Nordhang inmitten einer groß angelegten Gartenanlage mit altem Baumbestand, der ein hohes Maß an Qualität für Bewohner und Besucher darstellt.
Teile des Pavillons 1+2 wurden in den Jahren 1905 vom Architekten Josef Hoffmann errichtet. Durch diverse Zubauten und Aufstockungsmaßnahmen seit den 50er-Jahren entstand ein Gebäude, das den heutigen Anforderungen eines modernen und wirtschaftlichen Pflegekonzeptes nicht mehr entsprach. Um eine barrierefreie Verbindung zwischen den beiden bestehenden Baukörpern zu schaffen, wurde der Mitteltrakt neu errichtet und die Barrierefreiheit über Rampen und einem Bettenaufzug gewährleistet.
Der neu errichtete viergeschoßige Mitteltrakt (EG+3) fungiert somit als Verteiler und Bindeglied zwischen den bestehenden Baukörpern. Um die Längsausdehnung (Ost-West) des Komplexes zu brechen, wurde der Mitteltrakt von beiden spürbar abgesetzt und über die Längsflucht hinaus in Nord-Süd-Richtung weitergeführt. Das Neue tritt dadurch als eigenständiger Baukörper in Erscheinung und definiert eine eindeutige Zugangssituation.
Über eine gedeckte Zufahrt und eine zweigeschoßige, verglaste Eingangshalle, über der sich, auf Säulen auskragend, die neuen Pflegestationen befinden, gelangt der Bewohner und Besucher über eine einläufige Treppe zur Rezeption und zu einer öffentlich zugängigen Cafeteria im Erdgeschoß. Die Treppe ist im Verlauf der Geländeform angelegt, und durch deren Anordnung ergibt sich bereits beim Eintreten in das Gebäude ein Durchblick nach Süden in den Garten.
Die Terrasse auf der Südseite stellt für Besucher und Bewohner in den Sommermonaten einen kommunikativen Mittelpunkt dar und öffnet sich in die weitläufige Gartenanlage.
In den Pflegestationen beherbergt der Mitteltrakt neben neu geschaffenen Zimmereinheiten vor allem einen großzügigen Aufenthaltsbereich mit Speisesaal und Schwesternstützpunkt. Die Auskragung des Mitteltraktes über die Längsflucht des Gesamtkomplexes ermöglicht für die Bewohner den Ausblick auf den Zufahrtsbereich im Norden und in die Gartenanlage auf der Südseite.
Die bestehenden Baukörper des Pavillons 1 und 2 wurden lediglich den Anforderungen entsprechend umgebaut und beherbergen neben den Bewohnerzimmern die erforderlichen Neben- und Therapieräumlichkeiten. Die Gänge wurden durch kommunikationsfördernde Aufenthaltsbereiche und durch eine differenzierte Gestaltung der Deckenhöhen und Lichtkonzeption unterbrochen. Im Westteil (Turm) sind zudem noch 16 Wohneinheiten untergebracht.
H.J.P.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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