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Showdown der drei Großen

13.06.2006

Architekten und Bauingenieure dürfen nur im planenden und kontrollierenden Bereich tätig sein. Der Baumeister hingegen ist im Rahmen seiner Gewerbeberechtigung dazu befugt, in der Projektentwicklung, -leitung und Projektsteuerung tätig zu sein, das Projektmanagement zu übernehmen, Bauarbeiten auszuführen, die Projektkosten zu ermitteln und das statische Gefüge zu berechnen. Der Baumeister ist ebenso berechtigt, die unterschiedlichsten Bauwerke zu planen. Neben einem kreativen und funktionierenden Entwurf verlangen immer mehr Bauherren eine möglichst genaue Visualisierung und Darstellung und eine präzise Benennung der Kosten des neuen Gebäudes. Daher bieten Bausoftware-Firmen spannende Kombinationsmöglichkeiten für mehrere „Professionen“ an – von der Entwurfs- bis hin zur Informations- und Medientechnologie. Die Entwicklung kommt eindeutig dem Baumeister entgegen, stellt er doch den einzigen universell einsetzbaren Baufachmann dar.
Die verschiedenen auf dem Markt erhältlichen Programme konkurrieren im Bereich, immer besseres Anwenderservice sowie funktionellere und anwenderorientierte Programme zu bieten. Es geht darum, die Bauplaner zu unterstützten und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Innerhalb der planenden Bauwirtschaft behaupten sich an der Spitze, wie auch schon in den vergangenen Jahren, die drei großen Produktfamilien AutoCAD® der Firma Autodesk, ArchiCAD® der Firma Graphisoft und Allplan/Allplot® der Firma Nemetschek.

AutoCAD 2007
Autodesk unterstützt mit seiner neuesten Version „AutoCAD 2007“ den Planer vom ersten Entwurf über die Zeichnungserstellung bis hin zur Detaillierung bei der Entwicklung und Ausarbeitung einer Idee. Im Sinne einer konzeptionellen Konstruktion wird das Erstellen, Visualisieren, Dokumentieren und Austauschen von Konstruktionsvisionen ermöglicht. Umfassende Neuerungen sind etwa die vereinfachte Definition von Formen mit glatten Kurven, aber auch die Möglichkeit, komplexe Volumenkörper oder Flächen rasch zu erstellen. Darüber hinaus gibt es neue Funktionen zur Definition von Schnitten sowie zur Erstellung von Schnittebenen mit beliebig vielen Segmenten. Für die Präsentation eines Entwurfs lassen sich durch die Integration der Rendering-Engine „mental ray“ auch Lichteffekte leicht und präzise simulieren.
Die Light-Version „AutoCAD LT 2007“ wendet sich vor allem an Kunden, die optimierte Arbeitsabläufe und eine erhöhte Produktivität bei der Zeichnungserstellung wünschen, etwa bei Einreich-, Polier-, und Detailplänen. Zu den Werkzeugpaletten für die beschleunigte Zeichnungserstellung gehören unter anderem „Dynamische Blöcke“, die für übersichtliche Blockbibliotheken sorgen, sowie die „Express Tools“, die eine Ebenenverwaltung vereinfachen und damit die Anzahl erforderlicher Arbeitsschritte reduzieren. Die Benutzeroberfläche von AutoCAD LT wurde ebenfalls unter dem Gesichtspunkt effizienterer Arbeitsablauf optimiert. Mit der dynamischen Eingabe- und „Heads-Up-Design"-Funktionalität haben Anwender schnellen Zugriff auf Bemaßung und Befehlsoptionen.

ArchiCAD 10
Das neue ArchiCAD-Release von Graphisoft soll sowohl den aktuellen Tendenzen in der Baubranche, den Anwenderwünschen als auch den sich verschärfenden Marktbedingungen Rechnung tragen und will mit einer Fülle neuer, leistungsstarker Funktionen überzeugen, die den Planungsprozess erleichtern und effizienter gestalten. Dazu einige Beispiele: In ArchiCAD 10 können nun Wände, Stützen und Unterzüge in jeder Art geneigt werden. Dabei erhalten die Bauteile jeweils automatisch eine korrekte Grundrissdarstellung aus Schnittfläche, Untersicht und Aufsicht. Der „Profilmanager“ generiert freie Profilformen für Wände, Stützen und Unterzüge. Einmal gezeichnet können diese dann als Werkzeug hinterlegt werden. Das soll die Arbeitsabläufe während der Planung beschleunigen.
Für die geschoßabhängige Darstellung bietet ArchiCAD 10 nun auch eine neue 2-D-Darstellung von 3-D-Elementen und will damit das Nacharbeiten in den 2-D-Plänen fast überflüssig machen. Die integrierte Layoutfunktion garantiert, dass alle Planlayouts ohne Umwege direkt in ArchiCAD erstellt werden können. Das verspricht eine enorme Beschleunigung bei der Planerstellung und größere Transparenz in der Dokumentation. Die gesamte Menüstruktur wurde komplett überarbeitet, gestrafft und vereinfacht. Damit steigert Graphisoft die Benutzerfreundlichkeit. Auch die dreidimensionale Navigation wurde optimiert, und ein 3-D-Rundgang erlaubt dem Planer einen Gang in der Ich-Perspektive durch den eigenen Entwurf. ArchiCAD 10 ist für beide Plattformen, Windows und Macintosh, verfügbar.

Allplan 2006
Mit der neuen Produktgeneration von Allplan 2006 will Nemetschek nicht mehr die einzelne Leistungsfähigkeit eines Systems, sondern das Zusammenspiel aller sich an die Planung anschließenden Tätigkeiten wie Visualisierung, Ingenieurbau, Mengenermittlung, Kostenplanung, Tragwerksplanung, Energieberatung und Haustechnik gewährleisten. Von der Freihandskizze bis zur detaillierten Architekturplanung ist Allplan 2006 ein ausgereiftes System, das der schöpferischen Freiheit keine Grenzen setzt. Der neue Fassadenmodellierer z. B. verspricht „alles“ für den Fassadenentwurf: Die mitgelieferten Allplan „Assistenten“ mit einer Auswahl an Fassadentypen ermöglichen zu jedem Planungsstand Anpassungen und Änderungen an der Fassade. Da Änderungen im Planungsalltag zur Tagesordnung gehören und in vielen Fällen dafür sorgen, dass Kosten aus dem Fokus geraten und die Übersicht leicht verloren gehen kann, soll mit dem neuen „Tachometer“ zu jedem Zeitpunkt der Planung die aktuellen Baukosten angezeigt werden können. Möglich wird das, weil alle dafür relevanten Informationen zwischen den Programmen der Nemetschek Generation 2006 ausgetauscht und analysiert werden können. Mit dem neuen „Design to cost“-Verfahren kann bereits in der Planung und während der Produktentwicklung konsequent für einzelne Komponenten die kostengünstigste Lösung gesucht werden. Dabei rücken insbesondere auch die Kosten in den Fokus der Betrachtung, die als „Folgekosten“ während der Nutzungsphase anfallen (Stichworte: Energiekosten, Haltbarkeit der verwendeten Materialien, Facility Management).

Partner der Bauwirtschaft
Die Software-Anbieter verstehen sich als Partner der Baumeister, Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen. Sie entwickeln daher ständig neue Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren und ihnen immer neue Erleichterungen bringen sollen. Leistung und Qualität der verschiedenen CAD-Programme sind dabei durchaus vergleichbar. Alle Produkte bieten eine offene und umfassende Lösung, die eine langfristige Unternehmensstrategie erlaubt. Das bedeutet selbstverständlich, dass die Kompatibilität mit DWG-, DWF- und PDF-Dateien und dem neuen 3-D-PDF-Format für einen reibungslosen Austausch von Zeichnungs- und Konstruktionsdaten, auch zwischen den verschieden Plattformen, gewährleistet ist.
Die Zukunft heißt: Der Erfolg der erwähnten Produkte hängt bereits jetzt entscheidend davon ab, inwieweit die besagten Anbieter mit aktiver Kundenbetreuung und perfektem Update-Service punkten können. Der Kunde wird heute nicht mit seinem neu erworbenen Produkt allein gelassen. Selbstverständlich werden heute auch Schulungen vor Ort, Online-Training sowie direkter Support angeboten, auch wird ein problemloses Programm-Upgrade garantiert.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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