Direkt zum Inhalt

Sicher unterwegs dank Computersimulationen

21.10.2020

Die überarbeitete ÖNorm EN 16303 „Rückhaltesysteme an Straßen – Validierungs- und Nachweisverfahren für die Nutzung von Computersimulationen bei Anprallprüfungen an Fahrzeug-Rückhaltesystemen“.

Bibliografie

ÖNorm EN 16303, Ausgabe 2020 10 01

Rückhaltesysteme an Straßen – Validierungs- und Nachweisverfahren für die Nutzung von Computersimulationen bei Anprallprüfungen an Fahrzeug-Rück­halte­systemen

ÖNorm EN 1317:2010

Rückhaltesysteme an Straßen

ÖNorm EN 12767:2019

Passive Sicherheit von Tragkonstruktionen für die Straßenausstattung — Anforderungen und Prüfverfahren

In Europa ist beinahe die Hälfte aller tödlichen Verkehrsunfälle auf ein Abkommen von der Fahrbahn zurückzuführen, sei dies durch den Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug oder den Absturz von Brücken bzw. über Böschungen. Fahrzeug-Rückhaltesysteme – das können abweisende (Stahlschutzplanken, Schutzwände) oder auffangende Schutzeinrichtungen (Anpralldämpfer) sein – reduzieren das Risiko für solche Vorfälle und tragen somit einiges zur allgemeinen Verkehrssicherheit bei. Ihre Qualität muss regelmäßig durch sogenannte Anprallprüfungen kontrolliert werden. Diese sind oft zeit- und kostenintensiv, weswegen immer mehr auf alternative Untersuchungsmethoden wie numerische Simulation gesetzt wird. Die ÖNorm EN 16303 bietet eine Grundlage für den Einsatz von Computersimulationsprüfungen, um den Fahrzeuganprall gegen Fahrzeug-Rückhaltesysteme nachzustellen.

Glaubwürdigkeit einer Simulation

Eine wichtige Frage bei Simulationen ist, wie verlässlich durch sie gewonnene Erkenntnisse tatsächlich sind. ÖNorm EN 16303 legt nicht nur Verfahren zur Entwicklung numerischer Modelle fest, sondern sichert auch die Glaubwürdigkeit der erzielten Ergebnisse. Denn sie bietet Möglichkeiten zu deren

Verifizierung. Ebenso gibt sie Anforderungen an ihre Genauigkeit. Die Bestimmungen sind umfassend: Sie reichen von der Modellierung des Fahrzeuges und des Rückhaltesystems über die konkrete Prüfmethodik und den Prüfungsumfang bis hin zum Bericht. Zu guter Letzt gibt sie Anhaltspunkte, die helfen, die Kompetenzen einer zuständigen Organisation oder eines Experten sicherzustellen.

Ergänzende Normen

Die Norm bezieht sich auf EN 1317 und EN 12767, die Anforderungen und Prüfverfahren für Fahrzeug-Rückhaltesysteme festlegen. Diese beiden

Normen sind ergänzend anzuwenden. Allgemeine Anforderungen an Rückhaltesysteme sind jedoch nicht Gegenstand der Norm, es geht ausschließlich um Prüfungen via Computersimulation.

Die neuesten Entwicklungen der ÖNormen werden in Kooperation mit Austrian Standards präsentiert.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Normen
23.07.2020

Die ÖNorm B 8110-3 hilft, eine sommerliche Überwärmung in Räumen zu vermeiden.Sie wurde nun überarbeitet und erschien am 1. Juni 2020 in aktueller Fassung.

Normen
15.06.2020

Vier ÖNormen zur „Persönlichen Schutzausrüstung – Schuhe“ liegen als aktualisierte Entwürfe bis Ende Juni 2020 zur Stellungnahme im Normen-Entwurf-Portal von Austrian Standards auf.

Normen
29.04.2020

Anfang März erschien die aktualisierte Fassung der ÖNorm B 4710-2 „Beton – Festlegung, Eigenschaften, Herstellung, Verwendung und Konformität“ – Teil 2.

Normen
04.03.2020

Die vierteilige ÖNorm B 2599 „Rohre und Formstücke“ wird aktualisiert und voraussichtlich Anfang Mai 2020 als Entwurf zur Stellungnahme vorliegen.

Normen
19.02.2020

ÖNorm B 8110-2 „Wärmeschutz im Hochbau – Teil 2: Wasserdampfdiffusion, -konvektion und Konden­sationsschutz“ wurde im Jänner 2020 in aktualisierter Ausgabe publiziert.

Werbung