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Sicherheit geht vor

30.09.2011

Die Asfinag investiert weiterhin in verbesserte Sicherheitsstandards in Tunnels.Zurzeit wird der Karawankentunnel in Kärnten mit neuen und verbesserten Sicherheitsmaßnahmen versehen – und das bei laufendem Betrieb.

Der 7,8 Kilometer lange Karawankentunnel in Kärnten wird bei laufendem Betrieb sicherheitstechnisch aufgerüstet. Seit 12. September laufen die umfangreichen Baumaßnahmen, die von Asfinag und Dars, dem slowenischen Tunnelbetreiber, durchgeführt werden.

Obwohl der Tunnel nicht zur Gänze gesperrt werden muss, so ist es doch notwendig, den Verkehr wechselweise jeweils 30 Minuten lang anzuhalten, um die Baumaßnahmen durchführen zu können. Im Vordergrund stehen in erster Linie weitere Verbesserungen der Tunnelsicherheit, in die bereits seit 2004 massiv investiert wird. Begonnen wurde mit den Erneuerungen der sicherheitstechnischen Anlagen bei der Richtungsfahrbahn nach Slowenien.

Die Maßnahmen sind unter anderem die Erneuerung aller aktiven Einrichtungen für die Datenübertragung sowie die Verkehrszählung – also aktive Daten­übertragungseinrichtungen, die Erneuerung der Brandmelde- und Linienmeldeanlage und der LED-Wechselverkehrszeichen, die Erneuerung aller Ampeln im Tunnel, Einbindung der Mautstellen und der Höhenkontrolle mit Ampeln und Informationstafel, Einbau von Steuergeräten der selbstleuchtenden Leiteinrichtung, die Erneuerung der Anwesenheitsschleifen in den Ausweichnischen, es werden 16 Informationstafeln, acht Abstandswarnanzeichen und sechs aktive Geschwindigkeitskontrollstellen installiert, und zusätzlich wird im Tunnel eine neue Beleuchtungssteuerung und eine neue Beleuchtung des Vorportals auf österreichischer Seite montiert.


Zeitlich alles im Griff
Nicht nur, dass die Arbeiten ohne Vollsperre des Tunnels durchgeführt werden und die 30-minütige Wartezeit für die Verkehrsteilnehmer sportlich angelegt sind, auch der gesamte Zeitplan für die Baumaßnahmen ist straff durchgeplant. Bis Mitte Oktober sollen die oben erwähnten Arbeiten abgeschlossen sein. Danach erfolgt die Modernisierung der Sicherheitseinrichtungen auf der anderen Tunnelseite, die bis etwa Mitte November fertiggestellt werden. Im Spätherbst dieses Jahres werden sich allerdings drei kurze Vollsperren des Tunnels für Arbeiten an der 20-kV-Schaltanlage sowie für Tests der neuen Systeme nicht vermeiden lassen. Allerdings werden die Sperren jeweils in den verkehrsarmen Nachtstunden erfolgen.

„Wir konnten rechtzeitig mit den Baumaßnahmen beginnen, da wir mit den vorbereitenden Arbeiten bereits im Frühjahr 2011 – und damit rechtzeitig – begonnen haben“, erklärt Walter Mocnik von der Asfinag. „Die Arbeiten sind planmäßig angelaufen, es gibt bis jetzt keinerlei Probleme, und auch die Wartezeit für die Verkehrsteilnehmer hat sich rasch einge­spielt, sodass tatsächlich nur maximal 30 Minuten zu warten sind“, freut sich Mocnik über den erfolgreich Projektstart. Inklusive Planung sind für das Projekt rund drei Millionen Euro vorgesehen. „Die Asfinag investiert viel in die Verkehrssicherheit, weil uns das ein sehr großes Anliegen ist“, betont Walter Mocnik.


Sicherheitsstandard kontinuierlich steigern
Die Tunnelsicherheit konnte durch technische Entwicklungen und organisatorische Maßnahmen maßgeblich verbessert werden. Die Tunnelsicherheit orientiert sich an der EU-Richtlinie für Mindestanforderungen an Straßentunnel. Die Umsetzung dieser Richtlinie erfolgte in Österreich in Form eines Gesetzes, dem „Straßentunnelsicherheitsgesetz (STSG)“, welches seit 8. 5. 2006 für sämtliche Tunnel mit einer Länge von mehr als 500 Meter am Autobahn- und Schnellstraßennetz gültig ist. Die Asfinag investiert bereits seit 2004 kräftig in die Tunnelsicherheit und versucht die Standards kontinuierlich zu steigern. Der Karawankentunnel wurde 1991 errichtet und in den vergangenen Jahren erheblich aufgerüstet. Bereits 2006 wurden die Notruf-Infrastruktur im Tunnel sowie die Beschallung in den Portalbereichen erneuert. 2008 beziehungsweise 2009 erfolgten die Sanierung der Abluftkanäle sowie die Erweiterung der Software und die Optimierung der automatischen Brandprogramme. 2009 wurde schließlich noch die Beleuchtung erneuert.


Weitere Maßnahmen geplant
Die aktuelle Nachrüstung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Tunnelsicherheit, aber naturgemäß ist es damit nicht getan. Demnach wird auch in den nächsten Jahren noch einiges an Arbeit auf die Betreiber zukommen. „Wir arbeiten dauernd an der Verbesserung der Sicherheit“, betont auch Walter Mocnik. „Der nächste Schritt beim Karawankentunnel wird die Erneuerung der Lüftungsanlage sein, die frühestens 2014 so weit sein wird“, berichtet Mocnik. Das Ausbaukonzept der Asfinag sieht in den kommenden Jahren weitere Maßnahmen vor wie etwa die zusätzliche lüftungstechnische Aufrüstung. Alle diese Maßnahmen werden in den nächsten Monaten noch mit dem slowenischen Partnerbetreiber Dars konkretisiert und sollen bis Ende 2019 umgesetzt werden.

Seit Beginn der Tunneloffensive der Asfinag im Jahr 2001 wurden rund 3,7 Milliarden Euro in die Tunnelsicherheit (Tunnelneubauten, zweite Tunnelröhren, bauliche und elektromaschinelle Maßnahmen inklusive Generalerneuerungen sowie der Ausbau der Überwachungszentralen) investiert. In den Jahren 2009 bis 2014 investiert die Asfinag weitere 1,1 Milliarden Euro in die Tunnelsicherheit.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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