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Sicherheitsinspektion von Bauwerken:

08.06.2004

Katastrophen wie der Einsturz eines Teiles des Terminals eines Pariser Flughafens führen den Bedarf an modernen Methoden zur Sicherheitsinspektion von Bauwerken deutlich vor Augen.

Sicherheitsinspektionen von Gebäuden werden großteils auch heute noch mittels klassischer visueller Inspektion durchgeführt. Doch selbst dem Blick des Experten können Schäden verborgen bleiben. Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Jahren innovative Möglichkeiten entwickelt, um den Gebäudezustand zu messen und die Sicherheitsinspektion zu unterstützen.
Katastrophen wie der Einsturz eines Teiles des Terminals eines Pariser Flughafens führen den Bedarf an modernen Methoden zur Sicherheitsinspektion von Bauwerken deutlich vor Augen. Leider sind die neuartigen Untersuchungsmöglichkeiten großteils noch unbekannt, bis auf einige wenige Pilotversuche bzw. Machbarkeitsstudien haben sie bisher kaum Anwendung gefunden.

Monitoring des Eigenschwingverhaltens
So beschäftigt sich arsenal research seit Jahren mit innovativen Methoden zur Bauwerksinspektion. Eine der erprobtesten Anwendungen ist das Monitoring des Eigenschwingverhaltens von Bauwerken, das detaillierte Rückschlüsse auf den Gebäudezustand eröffnet.
Bei einer Nullmessung – gleich nach Baufertigstellung – wird das normale Schwingungsverhalten (Eigenfrequenzen, Eigenformen, etc.) des Gebäudes definiert. Die ermittelten Werte fließen in ein Rechenmodell ein, mit dem die Bauwerkssicherheit beurteilt werden kann. Bei dieser Erstuntersuchung können mögliche Schwachstellen aufgedeckt werden. Wird bei einer der folgenden, regelmäßig wiederkehrenden Vergleichsmessung eine Änderung der Eigenschwingzustände festgestellt, so deuten diese auf eine veränderte Bausubstanz, z. B. Schäden am Tragwerk, hin. Ungefährliche Einflüsse wie z.B. die Temperatur, die das Eigenschwingverhalten auch maßgeblich beeinflussen können, werden bei dieser Methode herausgefiltert.
Diese Vorgangsweise zielt in erster Linie darauf hin, mittelfristige bis langfristig fortschreitende Schäden rechtzeitig zu erkennen.
Das Bauwerksmonitoring sowie die Zustandserfassung wird somit für wesentliche Bauwerke der Verkehrsinfrastruktur und Bauwerke mit großen Menschenansammlungen zu einer immer bedeutenderen Aufgabe.
Auch die Sicherstellung der Funktionstüchtigkeit der wichtigsten Infrastruktur im Falle von Erdbeben muss gewährleistet werden – immerhin liegen 20% des österreichischen Bundesgebietes in den Erdbeben-Gefahrenzonen 3 und 4.

Messungen am Wiener Flughafen und an Wiens Brücken
Den Pariser Flughafen haben die Experten von arsenal research nicht untersucht. Es laufen zur Zeit Messungen am Wiener Flughafen an, auch Wiens Brücken – allen voran die Reichsbrücke – werden genau unter die Lupe genommen. Kürzlich abgeschlossen wurden die Tests an steirischen Spitälern. Hier reichen die Empfehlungen der Erschütterungsexperten von der Verstärkung einzelner Wände bis hin zur Verlegung der wichtigsten Einrichtungen (Operationsräume,…) in die sichersten Gebäudeteile.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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