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Sockelbau mit einzigartiger Montagemethode

31.03.2009

Im 2. Wiener Bezirk entsteht das neue Uniqa Hotel- und Geschäftsgebäude. Der Sockelbau mit Erdgeschoß und fünf Obergeschoßen ist eine architektonische und bautechnische Herausforderung. Die Arge Stahlbau PS1, bestehend aus den Firmen Zeman und Strabag, entwickelte eine einzigartige und außergewöhnliche Montagemethode.

Zwei komplette Traggeschoße mit jeweils circa 450 Quadratmeter und einem Gesamtgewicht von circa 1.600 Tonnen wurden in Bodennähe zusammengebaut und die zugehörigen Stahlbetondecken so weit betoniert, dass nach dem Anheben in die endgültige Höhe, die Errichtung der restlichen elf Geschoße ab dem späteren 8. Stockwerk ohne weitere Unterstellungen möglich ist. Die über dem Wintergarten liegenden Hotelgeschoße werden im 6. und 7. Stock durch ein Fachwerk zu einem räumlichen Tragwerk verbunden. Dadurch können die Lasten der darüberliegenden Geschoße getragen werden. Eine wesentlich kostengünstigere Methode, da auf eine 30 Meter hohe Rüstung verzichtet werden konnte. Ein Hydrauliksystem mit einem Druck von 220 bar ermöglicht es, die Geschoße circa 27 Meter zu heben. Die schweißtechnische Aufgabenstellung, die der Zusammenbau der Hauptfachwerke darstellte, verlangte beste Fachkompetenz, um die Fachwerkknoten mit bis zu 100 m dicken Blechen aus hochfesten Baustählen an der Baustelle verschweißen zu können. Zu der technischen Ausrüstung für den Hubvorgang zählen vier Anhebepunkte mit je zwei Hebern, davon vier Heber mit einer Tragkraft von 400 Tonnen und vier Heber mit einer Tragkraft von 200 Tonnen, acht Litzenbündel und drei Hydraulikaggregate für den Synchronhub aller acht Heber. Die Tragwerksplanung erfolgte gemeinsam mit dem ZT Büro Werner Consult und ZT Roller. Künftig wird das Gebäude für ein Einkaufszentrum, ein Hotel und eine Garage mit 239 Stellplätzen genutzt. Das Einkaufszentrum erstreckt sich vom Erdgeschoß bis in das 3. Obergeschoß. Vom 6. bis 17. Obergeschoß erhebt sich ein Turm, der für 182 Zimmer und Suiten genutzt wird. Die Fertigstellung des von Jean Nouvel geplanten Projekts ist für Herbst 2010 geplant.

aus: bauzeitung 13/09, S. 6

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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