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Für faire Bedingungen: Thomas Oberholzner (KMU-Forschung Austria), Maria Smodics-Neumann (Sparte Gewerbe und Handwerk, WKW), Josef Muchitsch (Gewerkschaft Bau-Holz) und Josef Witke (Sparte Gewerbe und Handwerk, WKW).

Sozialpartner in Sorge über entsendete Arbeitskräfte

14.03.2017

Wirtschaftskammer Wien sieht entgangene Aufträge für heimische Firmen in Milliardenhöhe

Gemeinsam mit der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) setzte die Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Wien (WKW) einen Hilferuf ab: „Die Regeln zur Entsendung von EU-Arbeitskräften ins EU-Ausland erlauben, dass lohnabhängige Kosten bis zu 183 Tage lang entsprechend dem Rahmen des Entsendungslandes gezahlt werden. Im Alltag bedeutet das, dass EU-Bürger, die zeitweise nach Österreich entsendet werden, zwar gleiche Löhne wie ‚unsere‘ Dienstnehmer bekommen, in der Summe aber für ihre Dienstgeber deutlich billiger sind“, brachte die Wiener Sparten-Obfrau Maria Smodics-Neumann die Problematik auf den Punkt. Denn z.B. die Sozialversicherungsbeiträge wären in den Herkunftsländern viel niedriger, weshalb „Unternehmer aus diesen Ländern hier Dumping-Angebote legen können“.

Faire Bedingungen für alle Marktteilnehmer

Im Sinne fairer Wettbewerbsbedingungen fordert Smodics-Neumann zusammen mit dem GBH-Bundesvorsitzenden Josef Muchitsch, dass alle lohnabhängigen Kosten „von Tag eins weg in Österreich fällig“ sein sollen. Auf Basis der Entsendungen 2015 seien der Volkswirtschaft „in einem einzigen Jahr“ 4,38 Milliarden Euro an Umsätzen entgangen,  wie eine Umfrage der KMU-Forschung im Auftrag der WKW ergeben habe. „Wenn die Politik nicht will, dass im Gewerbe und Handwerk ganze Branchen sterben, muss jetzt gehandelt werden“, so Smodics.

An den Umsätzen hingen schließlich Arbeits- und Lehrplätze. Nicht letztgültig geklärt blieb die Frage, ob angesichts steigender Arbeitskosten für Auftragnehmer und damit verbunden auch steigender Kosten für Auftraggeber überhaupt mit einem gleich bleibenden Auftragsvolumen gerechnet werden dürfte. Hier zeigte sich die Spartenobfrau aber zuversichtlich, dass ein bestehender Bedarf seitens der Auftraggeber auch künftig unbedingt abgedeckt werden wolle.

Autor/in:
Bernhard Madlener
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