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Spektakuläre Bauten aus heimischer Hand

07.02.2006

Autobahn Ningbo, China
Knapp 20 Millionen Pkw sind in der Volksrepublik China für den Verkehr zugelassen. Das entspricht einem Verhältnis von einem Pkw zu 60 Chinesen. – Verhältnismäßig wenig, verglichen mit Europa oder gar den Vereinigten Staaten. Dennoch: In keiner anderen Volkswirtschaft boomt die Autowirtschaft so stark und klettern die Absatzzahlen so rasant in die Höhe wie im Reich der Mitte. Mit der steigenden Nachfrage nimmt auch der Bedarf an leistungsfähigen Verkehrsverbindungen zu. Die von der Alpine Mayreder in knapp drei Jahren Bauzeit ausgeführte Autobahn Ningbo ist Teil eines insgesamt 333 Kilometer langen Autobahnprojekts in der chinesischen Provinz Zhejiang und verbindet den Transithafen Ningbo mit den Industriezonen der ostchinesischen Provinz. Die Fertigstellung des 42,25 Kilometer langen Teilstücks war ursprünglich mit Juni 2006 vorgesehen. Auf Beschluss der chinesischen Regierung wurde der Fertigstellungstermin jedoch auf Dezember 2005 vorgezogen. Eine große Herausforderung für den Baukonzern aus Salzburg. Das vierspurige Teilstück umfasst neben zehn Tunnelröhren mit einer Gesamtlänge von knapp 7,3 Kilometern 53 Brückenbauwerke und 79 Unterführungen für den untergeordneten Verkehr.
„Die Autobahnstrecke wurde mit Baustellenpersonal aus sechs Nationen errichtet, und stellte neben den technischen Erfordernissen auch in sprachlicher Hinsicht eine echte Herausforderung dar,“ berichtet Richard Krauss, Projektleiter der Alpine Mayreder, aus Ningbo. Vor allem die Trassenführung über Reisfelder mit bis zu 25 Meter dicken und setzungsintensiven Lehmschichten erforderte spezielle Bewehrungsmaßnahmen. Insgesamt wurden im Zuge der Errichtung 2,4 Millionen Kubikmeter Bodenmaterial ausgehoben, 766 520 Quadratmeter Asphaltfläche aufgetragen und mehr als 34.258 Laufmeter Bohrpfähle verbaut. Die Auftragssumme beläuft sich auf 165 Millionen Euro.
Grand Lisboa, Macao
Fernab des Wiener Firmensitzes in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao hat der Fassadenspezialist Facade Innovations Konhäusner Group mit der Planung und dem Konstruktionsmanagement für die Fassade des Entertainment- und Hotelprojekts Grand Lisboa einen für das 1990 gegründete Unternehmen historischen Großauftrag in der Höhe von 55 Millionen Euro an Land gezogen. Das Glücksspiel ist die Haupteinnahmequelle der ehemaligen portugiesischen Kolonie am südchinesischen Meer. Macao gilt nicht zuletzt aufgrund des jährlich stattfindenden Stadt-Grandprix als Monte Carlo des Ostens. Mit dem Bau des Entertainment- und Hotelprojekts Grand Lisboa wird bis 2009 ein touristisches Leitprojekt der Superlative verwirklicht, das vor allem betuchte Glücksspieler aus dem nahe gelegenen Hong Kong anlocken soll. Die Fassadenkonstruktion des 225 Meter hohen Hotelkomplexes stammt aus Österreich. Das ungewöhnliche Bauvorhaben gliedert sich in ein viergeschoßiges Kasino als Gebäudesockel und den 44 Stockwerken des Hotelturms mit rund 300 Zimmern. Die Architektur des gigantischen Vergnügungskomplexes nimmt mit ihrer expressiven Symbolik Bezug auf die künftige Nutzung. Das Kasino ist in Form eines liegenden Eies – in Fernost ein Symbol für Spielerglück und Reichtum – ausgebildet. Der Baukörper besteht aus einer Stahlkonstruktion, die mit Trapezblechen verkleidet und mit einer Spritzbetonschicht ummantelt ist. Das über 100 Meter lange und mehr als 50 Meter hohe Ei wird mit laminierten Gläsern, in die goldfarbene Folien eingearbeitet sind, umhüllt. Als Unterkonstruktion für die Verkleidung werden Aluminiumkonsolen angebracht. Insgesamt werden im Zeitraum zwischen April und Oktober 2006 rund 12 800 dreieckige Glaselemente mit 1,2 Metern Seitenlänge montiert. Auf der gesamten Oberfläche des überdimensionalen Eies von rund 8000 Quadratmetern wird ein LED-Lichtsystem installiert, das eine Bespielung mit Videoanimationen ermöglicht. Im Eingangsbereich und über die gesamte Gebäudehöhe werden zu Bögen stilisierte und bis zu 20 Meter hohe Lotusblätter montiert. Die Lotusblüte gilt in Asien ebenfalls als Symbol für Glück. Der Turm besteht aus einem Betonkern und einem primären Stahltragwerk mit abgestuften Randfeldern. Die Bögen sind als Stahlkonstruktion konzipiert und mit Kupferblech und Glas verkleidet. An den beiden Hauptfassaden des Turms werden vertikale Lichtbänder mit rund 6500 Lichtpunkten angebracht. Der Eingangsbereich ist mit einer punktgehaltenen Glasfassade ausgeführt. Die anschließenden Fassadenabschnitte werden in Pfosten-Riegel-Konstruktion mit SSG-Verglasung errichtet. Den Gebäudeabschluss bildet eine 30 Meter hohe und elliptisch geformte Kuppel.

BOS Building, Rumänien
Die rumänische Hauptstadt Bukarest ist dank bevorstehenden EU-Beitritts und rasanten Wirtschaftswachstums einer der dynamischsten Standorte für Immobilien- und Projektentwicklung in Süd-Osteuropa. Im Auftrag des österreichischen Projektentwicklers Immoconsult errichtet die Porr mit dem Bukarest Office Solutions Building einen markanten Büroturm mit eloxierter Aluminium-Glas-Fassade im Zentrum vom Bukarest. „In Rumänien spielt es sich ab, der Markt hat vor allem im abgelaufenen Jahr stark angezogen”, zeigt sich Helmut Tomanec, Geschäftsführer von Immoconsult, von der Entwicklung in Rumänien begeistert. Der Gebäudekomplex überragt mit seiner Höhe (65 m) die umgebende Bebauung um mehr als das Doppelte und gilt bereits jetzt als neues Landmark am Bukarester Büromarkt. Auf 17 Geschoßebenen entstehen insgesamt mehr als 8000 Quadratmeter Bürofläche. In der dreigeschoßigen Tiefgarage stehen insgesamt 85 Stellplätze zur Verfügung. Der Innenausbau entspricht mit Hohlraumböden, abgehängten Decken, durchgehender Sprinklerung und Fancoil-Kühlung dem modernsten Standard der Büroinfrastruktur. Die Fertigstellung des 15-Millionen-Euro-Projekts ist mit 2007 vorgesehen. Dank der markanten Lage des neuen Büroturms ist die Nachfrage nach Büroflächen bereits vor Baubeginn groß.

Stefan Pruckmayr

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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