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Spuren im Sand

02.04.2010

Das Forum mineralische Rohstoffe vergab erstmals den Nachhaltigkeitspreis für rohstoffgewinnende Betriebe. Die ausgezeichneten Unternehmen beeindrucken mit ihrem hohen Anspruch an Umweltschutz.

Jeder Steinbruch, jede Kiesgrube, jedes Abbaugebiet hinterlässt sozusagen Spuren im Sand – so auch der Titel des Filmes, den das Forum Rohstoffe anlässlich der feierlichen Preisverleihung des Nachhaltigkeitspreises als Premiere präsentierte. Der Preis in vier Kategorien wurde zum ersten Mal vergeben und unterstreicht die Bemühungen der Betriebe des Forum Rohstoffes, keine Wunden in der Natur durch den Abbau zu hinterlassen, keinen Aufwand zu scheuen, Abbaugebiete der Natur zurückzugeben. In Kooperation mit dem WWF wurden in den Kategorien Umwelt, Wirtschaft, Soziales und biologische Vielfalt Unternehmen mit einer Urkunde wie auch einer Skulptur des Bildhauers Ralph Hünerth belohnt. Die Sponsoren Kuhn und Zeppelin zeigten sich von den Investitionen der Betriebe begeistert. Die Auslober setzen mit dem Nachhaltigkeitspreis auf die Vorbildwirkung durch die ausgezeichneten Unternehmer.

Günther Liebel, Lebensministerium, betonte in seiner Rede die Notwendigkeit einer nachhaltigen Rohstoffsicherung und eines effizienten Ressourcenmanagements: „Dazu ist eine Planungssicherheit wie auch die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen notwendig.“ Gemäß der Trias der Nachhaltigkeit arbeitet die Rohstoffindustrie mit aller Kraft daran, mineralische Rohstoffe effizient zu gewinnen und im Einklang mit der Umwelt, ihren Mitarbeitern und den Anrainern zu agieren. „Mit diesem Preis möchten wir hervorragende Projekte unserer Branche einem breiten Publikum vorstellen und unsere Mitglieder ermutigen, weiterhin ihren Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung – allen voran den Natur- und Artenschutz – zu erbringen“, erklärte Gerold Neuper, Vorsitzender des Forums mineralische Rohstoffe.

„Die vielfältigen Aktivitäten der Branche zeigen, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt nicht zwingend mit kostspieligen Mitteln durchzuführen ist. Einfache Adaptierungen der Gewinnungstätigkeit, die Berücksichtigung natürlicher Zyklen oder die Bereitstellung von Brachflächen als wertvolle Lebensräume können genauso zum Erfolg führen“, so Neuper.


Reduktion der Schadstoffe

Die Asamer Kies- und Betonwerke GmbH. befassen sich intensiv mit dem Problem der steigenden Umweltbelastung und suchen ständig nach Möglichkeiten zur Reduktion der Schadstoffemissionen. Das Unternehmen hat am Standort Linz eine Anschlussbahn errichtet und so eine Verbindung an das öffentliche Verkehrsnetz der Bahn realisiert. Mit diesem Gleisanschluss kann der benötigte Rohstoff Kies für die Betonproduktion umweltfreundlich angeliefert werden. Dadurch konnte eine Vielzahl an Vorteilen realisiert wurden:
+ Einsparung von 850.000 Lkw-Kilometer pro Jahr: rund 14.500 Fahrten
+ Einsparung von sechs Fünf-Achs-Lkws
Schonung der Grundwasserressourcen durch optimierten Wassereinsatz
+ azyklische Produktanlieferung via Bahn sowie Just-in-time-Zustellung

Die Welser Kieswerke Treul GmbH gestaltete die Sandgrube in Prambachkirchen im Sinne des Naturschutzes. Das Gewinnungsgebiet liegt in einer struktur- und artenarmen Gegend. Es konnte eine Änderung des ursprünglichen Bescheids zur Wiederherstellung des Abbaus erreicht werden. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund wurde eine Vielzahl an Maßnahmen wie die Errichtung von Steilwänden für Brutplätze, Flachwasserzonen, Brachflächen und die Entfernung von fremdländischen Pflanzen umgesetzt.

Das Zementwerk Leube GmbH installierte eine Mobilbrecheranlage zur Umstellung der Materialförderung im Tagbau Ofenauerberg, in dem pro Jahr ca. 450.000 Tonnen Kalkstein zur Herstellung von Branntkalk und Gesteinskörnungen gewonnen werden. Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen ist die Materialförderung im Tagbau sehr aufwändig und erfolgt mittels großer Radlader und Schwerlastkraftwagen. Um diesen Materialtransport wesentlich effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten wurde eine mobile Brecheranlage mit nachgeschalteten mobilen Förderbändern in Betrieb genommen.

Durch die flexible Positionierbarkeit der mobilen Anlagenteile unmittelbar am Abbauort und die kompakte Bauweise der Anlage reduziert sich die jährliche Betriebszeit der Lade- und Transportfahrzeuge um ca. 45 Prozent. Insgesamt ergibt sich eine jährliche Einsparung an Dieseltreibstoff von etwa 60.000 Liter, was einer Reduktion der CO2-Emissionen um ca. 40 Prozent entspricht.
Cemex Austria erreichte eine beachtliche Mitarbeitermotivation der 500 Mitarbeiter an 70 Standorten durch Stressmanagement. Dem Thema Arbeitssicherheit wird seit Jahren große Bedeutung beigemessen. Ziel war es, neben bewusstseinsbildenden und technischen Maßnahmen die Anzahl der Unfälle weiter zu reduzieren. Die Frage war, wie sich eine Null-Unfälle-Vision in die Praxis umsetzen lässt. Dies gelang durch ein strategisch durchgeführtes Stressmanagement, das die subjektive Stresswahrnehmung objektivierte, quantifizierte und bewertete. Mit dem aktivierenden Verfahren des Impulstests konnte die Motivation jedes einzelnen Mitarbeiters gesteigert werden und die Unfallrate innerhalb von vier Jahren massiv reduziert werden.

Die vier Gewinner des österreichischen Nachhaltigkeitspreises nehmen auch am „Sustainable Development Award 2010“ des Europäischen Gesteinsverbandes UEPG teil, der am 27. Mai 2010 in München verliehen wird.

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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