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Starker Gegenwind für Industrie

11.09.2012

Der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie hat die Halbjahresbilanz seiner traditionellen Umsatz- und Beschäftigtenerhebung vorgelegt. War die Stimmung der Mitglieder zu Jahresanfang noch vorsichtig optimistisch, hofft man nun wenigstens auf eine schwarze Null.

„Der zu Jahresbeginn erwartete Gegenwind bläst uns heftiger als gedacht ins Gesicht. Wir kommen kaum vom Fleck und haben eine rückläufige Geschäftsentwicklung. Insbesondere für die massiven Baustoffe wird es zunehmend kritischer“, bringt Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, die aktuelle Branchensituation auf den Punkt. Per 30. Juni 2012 ging der Umsatz bei den befragten Mitgliedern gegenüber dem 1. Halbjahr 2011 um –1,22 % von 1,602 Milliarden Euro auf 1,583 Milliarden Euro zurück. „Zu Jahresbeginn waren wir noch vorsichtig optimistisch und gingen von einer leichten Steigerung für das Gesamtjahr aus.

Mittlerweile hat uns die Realität eingeholt. Insbesondere im 1. Quartal machten der Branche das schlechte Wetter und die ausbleibenden Aufträge zu schaffen“, so Pfeiler. Robert Wasserbacher, Geschäftsführer des Forums mineralische Rohstoffe, ergänzt: „Kritisch ist das Umfeld vor allem im Bereich der massiven Baurohstoffe. Einerseits drücken die sinkenden Investitionen im Infrastrukturbereich und im Hochbau auf die Auftragslage unserer Mitglieder.“


Zweiklassengesellschaft

Gegenüber dem Vorjahr mussten insbesondere einige Bauzulieferindustrien teilweise starke Umsatzrückgänge hinnehmen. Die Negativausreißer waren: Naturwerksteinindustrie –21,59 % auf 11,5 Millionen Euro, Transportbetonindustrie –8 % auf 165,7 Millionen Euro, Ziegel- und -fertigteilindustrie –5,78 % auf 67,6 Millionen Euro, Zementindustrie –5,5 % auf 157,9 Millionen Euro und Schotterindustrie –5,42 % auf 51,9 Millionen Euro.

Zuwächse konnten umsatzstarke Branchen wie die Schleifmittelindustrie +3 % auf 166,1 Millionen Euro, die Kalkindustrie +15,7 % auf 111,7 Millionen Euro oder auch die feinkeramische Industrie +3,46 % auf 105,4 Millionen Euro verzeichnen.

„Die Schwankungen in den unterschiedlichen Industrien spiegeln die Gesamtsituation, in der sich unsere Branche befindet, gut wider. Die Industriezulieferer werden mit nach oben gezogen, während sich die rückläufigen Infrastrukturinvestitionen direkt auf die Bauzulieferer wie die Zement- oder Transportbetonindustrie niederschlagen. Sie sind die ersten, die es spüren, wenn Budgets von öffentlicher und privater Hand gestrichen werden“, so Pfeiler.

Für den weiteren Jahresverlauf hofft der Fachverband auf Rückenwind: „Unser Ziel ist, dass am Ende des Jahres die schwarze Null steht“, so Pfeiler abschließend.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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