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Im Interview mit der Bauzeitung spricht Stefan Graf, CEO von Leyrer + Graf, über aktuelle Entwicklungen in der Baubranche und welchen Weg sein Unternehmen hinsichtlich BIM & Co gehen wird.

Stefan Graf: "Gejammert wurde immer"

05.06.2018

Digitalisierung macht nicht nur Arbeit , sondern auch Spaß – und die Baubranche für den Nachwuchs attraktiver. Warum, erklärt Stefan Graf im Interview.

Auch wenn er nicht alles verraten will, an in Ideen zur Weiter­entwicklung mangelt es Stefan Graf, Gesellschafter und CEO von Leyrer + Graf, wahrlich nicht. Dabei sind Digitalisierung und Co für ihn weniger anstrengende Pflichtthemen, sondern spannende Herausforderungen, die auch Spaß machen. 

Momentan boomen die Konjunktur und die Baubranche. Wie geht es Leyrer + Graf?

Stefan Graf: Gut. Wir sind momentan in allen Bereichen überdurchschnittlich gut ausgelastet und liegen über Plan. Derzeit ­können wir auch die Angebote sehr selektiv bearbeiten. 

Trotz guter Auslastung wird viel über den Preis gejammert – würden Sie das als Jammern auf hohem Niveau bezeichnen?

Graf: Ich bin nun schon seit vielen Jahren in der Baubranche tätig, und gejammert wurde immer – egal bei welchem Status. Das ist vermutlich etwas Menschliches. Allerdings muss man schon feststellen, dass die Schere zwischen Kosten und Preis immer weiter aufgeht. Man könnte das auf den technischen Fortschritt schieben, der alles komplexer und teurer macht. Aber auch die steigenden ­Rohstoffpreise tragen gerade im Infrastrukturbau einen großen Teil dazu bei. Durch Effizienz- und Produktivitätssteigerung lässt sich das Ganze etwas abfedern, aber irgendwo ist ein natürliches Ende erreicht. Ein interessantes Phänomen, dass das gerade in Zeiten der Hochkonjunktur auftritt. 

Fairere Preise und Best- statt Billigstbieter waren auch große Themen bei der Novelle des Vergabegesetzes. Sind Sie mit dem neuen Entwurf zufrieden? 

Graf: Ich hoffe, Sie verzeihen mir die präzise „Jein“-Antwort. Natürlich ist jede Maßnahme zur Verschlankung und Präzisierung des Vergabe­rechts zu begrüßen, mir fehlt aber dennoch der große Wurf. Meiner Meinung nach wurde das Vergaberecht unglaublich aufgebläht, und die Komplexität ist durch die Einführung des Bestbieterprinzips noch zusätzlich gestiegen. Ich glaube, es könnte einfachere Lösungen geben.

Das Bestbieterprinzip haben sich einige Auftraggeber bereits vor der Novelle auf die Fahnen geschrieben. Wie nehmen Sie die Umsetzung in der Praxis wahr?

Graf: Ich glaube, die Schwierigkeit des Bestbieterprinzips liegt eher in der Handhabung und weniger am fehlenden Willen der Hand­habenden. Bei den Qualitätskriterien handelt es sich großteils um Soft Facts, die nur schwer messbar sind.

Welchen Weg Leyrer + Graf hinsichtlich Digitalisierung und BIM einschlägt, welche Maßnahmen das Unternehmen setzt, um an junge Fachkräfte zu kommen und ob weiteres Wachstum auf der Agenda des Betriebes steht, lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Bauzeitung. 

 

Autor/in:
Sonja Meßner
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