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Steiermark: Gaugl baut neue Anlage für Metallrecycling

04.08.2011

Der oststeirische Familienbetrieb Gaugl Metallhandel GmbH investiert sieben Millionen Euro in einen neuen Standort, den das Unternehmen bewußt in einer industriell schwach besiedelten Region geplant hat. Auch die Anlage selbst ist besonders: Sie fasst erstmals in Österreich unterschiedliche Schritte in der Verarbeitung zusammen.

Die oststeirische Gaugl Metallhandel GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Gaugl Holding, baut seit Juli an einem neuen Standort in der industriell schwach besiedelten Oststeiermark.

Mit der Betriebsumsiedelung in die Ökoregion Kaindorf sollen Arbeitsplätze gesichert werden und eine österreichweit erstmals in dieser Kombination gebaute Recycling-Anlage für Altmetalle zum Einsatz kommen, wie das Unternehmen in einer Aussendung am Mittwoch mitteilte.

Rund 7,2 Millionen Euro investiert der gewachsene Familienbetrieb in das Bauprojekt mit rund 22.000 Quadratmeter Fläche an der B54 zwischen Kaibing und Kaindorf.

Es sei laut  Geschäftsführer Alexander Gaugl "bewusst in einer industriell eher schwach besiedelten Region" geplant worden: "Wir wollen trotz des nicht vorhandenen Bahnanschlusses in der Oststeiermark bleiben, um nicht nur die bestehenden Arbeitsplätze zu sichern, sondern langfristig auch neue zu schaffen".

Derzeit beschäftigt die Gesellschaft 25 Mitarbeiter. Langfristiges Ziel sei es, in den kommenden Jahren weitere fünf bis zehn Mitarbeiter anzustellen.


Eine besondere Technik der Aufbereitung

Neuartig an der geplanten Anlage ist die großteils maschinelle Verarbeitung durch ein mehrstufiges Zerkleinerungs-, Sieb- und Sichtungsverfahren. Erstmals in Österreich würden unterschiedliche Vorbehandlungsschritten zu einer Nachbehandlungseinheit zusammengeführt: Hartkunststoffe mit Metall wie etwa Kunststofffenster werden in der Anlage zerschlagen, um das Metall herauszulösen, Kabel mit Kunststoffummantelung könnten dagegen zerschnitten werden.

Je nach Material sei daher ein spezielles Verfahren der Vorbehandlung möglich, um die nachfolgende Separierung optimal zu beschicken. Das Ergebnis seien qualitativ hochwertige Metalle, die an zum Beispiel Stahlwerke abgegeben werden könnten.

Die Gaugl Metallhandel GmbH hat 2010 nach eigenen Angaben einen Umsatz von knapp neun Mio. Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen sammelt Metallabfälle aus den Bereichen Produktion, Bau und Haushalt sowie metallhaltige Verbundmaterialien, Gewerbemüll, Altholz, Altreifen und Altautos. Die Metalle werden manuell und mechanisch sortiert und dann als Sekundärrohstoffe an Abnehmer zur Wiederverwertung verkauft. (pm, ag.)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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