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Studentenwettbewerb - Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern

21.03.2007

Der interdisziplinäre Studentenwettbewerb Concrete Student Trophy erlebt nach der erfolgreichen Prämiere im vergangenen Jahr seine zweite Auflage. Der Wettbewerb wird von einem Konsortium bestehend aus der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), dem Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke, dem Verband der Ziviltechnikerbetriebe Österreichs (VZÖ), der Magistratsabteilung 29 Wiener Brückenbau und Grundbau sowie der Porr GmbH ausgelobt und richtet sich an Studenten der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurswesen.

Für die wissenschaftliche Begeleitung zeichnet die Fakultät für Bauingenieurwesen der Technischen Universität Wien verantwortlich. „Der erste Studentenwettbewerb war ein Pilotversuch, Studenten aus den beiden Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurswesen zusammenzuführen, und diese im Rahmen von interdisziplinären Planungsteams auf die Umsetzung einer konstruktiv-gestalterischen Aufgabe zu fokussieren. Die große Resonanz im vergangenen Jahr hat uns darin bestätigt, den Wettbewerb als langfristiges Projekt anzulegen“, berichtet Christoph Achammer, Professor am Institut für Bautechnik an der Technischen Universität Wien.

Ganzheitlicher Planungsansatz

Vorrangiges Ziel des Studentenwettbewerbs ist es, durch interdisziplinäre Projektarbeiten die tief verwurzelte Trennung zwischen architektonischer Gestaltung und konstruktiver Bearbeitung aufzulösen und damit ganzheitlichen Planungsansätzen nachhaltig zum Durchbruch zu verhelfen. „Damit in Zukunft die Bauwirtschaft mit den erhöhten Anforderungen des Marktes Schritt halten kann, ist es unumgänglich, diese unzeitgemäße Trennung zwischen Architektur und Bautechnik zu überwinden. Am Beginn eines Netzwerkzeitalters kann nicht einmal mehr eine so archaische Zunft wie die des Bauens die Notwenigkeit von interdisziplinärem und vernetztem Arbeiten verleugnen. Die universitäre Ausbildung ist dabei die ideale Plattform, um einen Richtungswechsel herbeizuführen“, erläutert Achammer. Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie, sieht in der interdisziplinären Zusammenarbeit von Architekten und Bauingenieuren darüber hinaus die Möglichkeit, das Innovationspotenzial der Bauwirtschaft nachhaltig zu erhöhen: „Das Einbringen und Umsetzen von innovativen Lösungen geht in der Bauwirtschaft nach wie vor nur sehr langsam voran. Neue, ganzheitliche Denkansätze und das Zusammenführen von Wissen aus unterschiedlichen Spezialgebieten können hier wesentliche Impulse setzen.“

Anspruchsvolle Planungsaufgabe

Bei der diesjährigen Concrete Student Trophy sind Studenten der Fachrichtungen Architektur und Bautechnik aufgefordert, im Rahmen von interdisziplinären Teams Vorentwürfe für eine barrierefreie Fußgänger- und Radbrücke über den Wienfluss auszuarbeiten. „Die Stadt Wien eröffnet interessierten Studenten mit diesem Projekt die Chance, an der Umsetzung eines städteplanerisch anspruchsvollen Infrastrukturbauvorhabens mitzuwirken. Anhand des Wettbewerbsprojekts sollen sich die Teilnehmer darüber hinaus intensiv mit allen Aspekten der Barrierefreiheit auseinandersetzen und entsprechende Lösungsansätze in die Planung integrieren“, erläutert Eduard Winter, Leiter der Magistratsabteilung 29 Brückenbau und Grundbau. Die sensible städtebauliche Lage des Brückenbauwerks in unmittelbarer Nähe zur Wiener Westeinfahrt sowie die umfassende Berücksichtigung des Themas Barrierefreiheit erfordern dabei ein Höchstmaß an kreativem Gestaltungspotenzial. „Ziel der Vorentwürfe soll nicht nur eine einwandfreie konstruktive Lösung sein, sondern es gilt vor allem auch, ein Bauwerk mit Wiedererkennungswert zu schaffen und damit die Westeinfahrt Wiens optisch aufzuwerten. Um eine hohe Akzeptanz der Nutzer zu erzielen, müssen nicht nur die ästhetischen und konstruktiven Anforderungen erfüllt sein, sondern auch soziale Aspekte verstärkt Eingang in die Planung finden“, unterstreicht Achammer die komplexe Aufgabenstellung.

Stefan Pruckmayr

Artikel aus: bau.zeitung 11/07, S. 36

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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