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T-Center St. Marx

14.10.2004

Das T-Center St. Marx am Rennweg in Wien zählt zu den größten Bauvorhaben Österreichs und es reiht sich in die wichtigsten Projekte der Gegenwartsarchitektur ein. Am 30. September 2004 wurde es nach einer Bauzeit von rund zweieinhalb Jahren offiziell eröffnet. Als Generalunternehmer für die Bauausführung zeichnet die Arbeitsgemeinschaft Porr/Wibeba verantwortlich.

Die Gebäudedimensionen sind beeindruckend: 235 bis 280 Meter lang, 80 bis 125 Meter breit, die Höhe vom Rennweg gesehen – mehrfach gestaffelt – 5 bis 50 Meter, vom Schlachthof gesehen – ebenfalls mehrfach gestaffelt – 36 bis 60 Meter. Das vom Planungsteam Architektur Consult ZT GmbH (Architekten Domenig, Eisenköck, Peyker) entworfene Gebäude umfasst eine Gesamtfläche von rund 134.000 Quadratmeter.
Für die Realisierung und Umsetzung war von der WSH (Wiener Stadtentwicklungs-Holding) eine für dieses Projekt verantwortliche Gesellschaft, die „mm Liegenschaftsbesitz GmbH“ (MML), unter Einbeziehung einer Investorengruppe, bestehend aus der Raiffeisen Zentralbank AG, der Wiener Städtischen Allgemeine Versicherungs AG und der Bank Austria AG, gegründet worden.

Gebäudegliederung
Form, Höhenentwicklung und Baukörperanordnung ergaben sich laut Planungsteam „aus Nutzungserfordernissen und Strukturüberlegungen, immer mit Rücksicht auf die mögliche Einbindung in ein städtebauliches Gesamtkonzept“. Die lang gestreckte, flache Form des Gebäudes („liegende Skulptur“) ist in ihrer Gliederung als Gegensatz zu turmartigen Bebauungen zu verstehen. Mit dem offenen Übergang vom Rennweg zum Schlachthofareal wurde ein Verbindungselement geschaffen, das in seiner Dynamik Anlass zu weiteren Entwicklungen geben soll.
Das Büro- und Geschäftszentrum ist – auch um auf unterschiedliche Nutzerbedürfnisse reagieren zu können – in vier Hauptbauteile gegliedert:
• Die Sockelzone nützt den Höhenunterschied zwischen Schlachthofareal und Rennweg (=,Rennwegkante‘), der im Norden rund 9 Meter beträgt und nach Süden auf 6 Meter abnimmt. An der Kante sind auf bis zu fünf Ebenen jene Funktionen angeordnet, die keinen Tageslichtbedarf haben: Parken, Logistik-Lagerhalle, Technik, Gebäudeinfrastruktur.
Zur offenen Nordostseite hin sind Büros (Logistik, Verwaltung, Facility Management) und Werkstätten orientiert.
• Öffentliche Zone auf Rennwegniveau:
Dieser Bereich einer von mehreren öffentlichen Fuß- und Radwegverbindungen in das Entwicklungsgebiet Schlachthofareal durchquerten öffentlichen Zone mit Geschäften und öffentlichen Dienstleistungsbetrieben wird von Transparenz und Durchlässigkeit geprägt. Im südlichen Bereich ist die öffentliche Zone mit zwei Basisgeschoßen für die darüber liegenden „Finger“ bebaut. Die Geschäfte und öffentlichen Dienstleistungsbetriebe können sich, ausgehend von der öffentlichen Ebene am Rennwegnivaeu, auch über ein Obergeschoß erstrecken bzw. nach Nordosten zum tiefer liegenden Schlachthofareal die darunter liegenden Geschoße umfassen.
• Flügel: In diesem skulptural geformten Gebäudeteil ist der Hauptteil der Bürobereiche für mögliche Großnutzer angeordnet. Durch die offene und transparente öffentliche Zone darunter und die einheitliche Oberflächengestaltung der Außenhaut (Fassade, Dach, Wand) soll dieser Teil als eigenständige dynamische Form in seiner Gesamtheit wahrnehmbar sein. Die Erschließung dieses Bereiches erfolgt über eine zentrale Halle (Foyer), die sich als glasüberdachter Innenhof über mehrere Geschoße erstreckt. Von der Halle aus gelangt man über eine Verteilerebene, die verschiedene zusätzliche Funktionen wie Schulungs- und Besprechungseinheiten beinhaltet, in die einzelnen Bürobereiche. Die so genannte Verteilerebene (2 Geschoße über dem Rennwegniveau) soll als interne Kommunikationsebene fungieren.
• Finger: Die drei Finger stellen eine Art Pufferfunktion innerhalb des Gesamtprojektes dar. Sie bieten Erweiterungsmöglichkeiten des Kernbereiches, können aber auch als eigenständige Büroeinheiten getrennt erschlossen und genutzt werden. Der zur Südosttangente orientierte dritte Finger ist als Hotel im Rahmen des Gesamtprojektes konzipiert, jedoch einer späteren Realisierung vorbehalten.
Bürostruktur, Versorgung
Die Gebäudekonfiguration ergibt für die meisten Bereiche ein dreihüftiges System, bei dem an den Fassadenseiten die Büroräume und in der Mittelzone die Sekundärnutzungen wie Archive, Teeküchen, Besprechungsräume und Sanitäranlagen untergebracht sind.
Die Konzeption der Grundrisse ermöglicht eine Gliederung von Einzelbüros bis hin zu offen gestalteten Bürobereichen.
In die Planung Integriert sind Geschäfte, ein Fitnessbereich, ein Kindergarten, ein Ärztezentrum und ein Gastronomiebereich.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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