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 © Bauakademien (Wien, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg), WKS/Veigl, WKK/Wajand, Paul Plutsch, Broboters © Bauakademien (Wien, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg), WKS/Veigl, WKK/Wajand, Paul Plutsch, Broboters © Bauakademien (Wien, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg), WKS/Veigl, WKK/Wajand, Paul Plutsch, Broboters © Bauakademien (Wien, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg), WKS/Veigl, WKK/Wajand, Paul Plutsch, Broboters © Bauakademien (Wien, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg), WKS/Veigl, WKK/Wajand, Paul Plutsch, Broboters © Bauakademien (Wien, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg), WKS/Veigl, WKK/Wajand, Paul Plutsch, Broboters © Bauakademien (Wien, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg), WKS/Veigl, WKK/Wajand, Paul Plutsch, Broboters © Bauakademien (Wien, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg), WKS/Veigl, WKK/Wajand, Paul Plutsch, Broboters

Talente-Schau für den Bau

11.12.2017

Am 30. November luden die österreichischen Bauakademien zum „Bau-Lehrlings-Casting 2017“, um die dringend benötigten Fachkräfte der Zukunft zu identifizieren.

Knapp 670 Jugendliche ließen in den Bauakademien ihre Berufseignung testen. Beim Bau-Lehrlings-Casting wurde bewertet, ob ein Mauerwerk gerade hochgezogen wurde; aber auch der Einsatz des Mörtels und die Frage, ob Arbeitsplatz und Werkzeug ordentlich gereinigt sind. Berücksichtigt wurde, „ob sich jemand das erste Mal darin versucht oder Erfahrung hat“, erklärt Karin Amtmann, Lehrlingsexpertin der Bauakademie Steiermark. Etwa durch das Angebot an Schulen, Schüler zur Vorbereitung zu schicken. „Unsere Bauwirtschaft braucht die besten Fachkräfte, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel. Das Casting sei „eine von vielen Maßnahmen, um unseren Betriebe in der Nachwuchsförderung zu helfen“. Für die Teilnehmer wiederum war das Mauern nur eine von mehreren Aufgaben. Danach wurde ihr Allgemeinwissen, die Deutsch- und Mathematikkenntnisse geprüft. Zudem ging es um die körperliche Fitness: Liegestütze, Treppenlaufen, Balancieren, richtiges Heben.

Die Jugendlichen kämen nicht alle mit dem fixen Ziel, unbedingt eine Baulehre machen zu wollen, erklärt Johann Zenz, Ausbildner an der steirischen Bauakademie in Übelbach. Dementsprechend sei es auch kaum ein Drama, wenn die individuellen Talente nicht in diesem Bereich liegen. Was oft schon „innerhalb einer halben Stunde“ klar werde, versichert Amtmann. Von den 125 Jugendlichen, die sich in Übelbach einfanden, würden wohl bis zu 75 Prozent bestehen, sind beide aufgrund ihrer Erfahrung sicher.

„Sicher“ ist für diese Jugendlichen auch, dass sie die Möglichkeit bekommen, in einen bauwirtschaftlichen Betrieb zu „schnuppern“, wie Walther Wessiak, Berater für Bau- und Brunnenbauprojekte, sagt. Er wird in Übelbach als „Initiator“ des Castings gehandelt, was er bescheiden zurückweist. Das erste Auswahlverfahren führte ein Baumeister in Niederösterreich durch. Wessiak tat es ihm gleich, trug die Idee aber auch an die Bauakademie Steiermark heran. Nachdem deren Bau-Lehrlings-Casting erfolgreich verlief, sprangen nach und nach die anderen Bauakademien auf.

Das Image der Baulehre sei trotz des hohen Verdienstes mangelhaft. Es spreche sich aber herum, „dass der Bau kein minderwertiger, sondern ein fordernder Beruf ist“. Er biete „eine moderne, der Digitalisierung verpflichtete Ausbildung“. Das bestätigen auch die in Übelbach anwesenden Vertreter von Ausbildungsunternehmen, u. a. Strabag, Porr, Granit Bau und Pongratz. Sie sind zuversichtlich, heute einen passenden Lehrling zu finden. Gut gelaunt geben sich die Jugendlichen, auch wenn zwischendurch ratlose Gesichter zu sehen sind ob der Anforderungen, die an sie gestellt werden.

Der stellvertretende Landesinnungsmeister Alois Röck versuchte nach dem Juryentscheid bei der Siegerehrung alle Zweifel auszuräumen und den Jugendlichen Mut zu machen: „Die Bauberufe bieten eine steile Karriereleiter bis hin zum Baumeister, in denen ihr an weithin sichtbaren, bleibenden Produkten arbeitet. Ich hoffe, dass das heute Erlebte es euch erleichtert, bei der nächsten Weggabelung im Leben den richtigen Pfad zu wählen.“

Mit Begeisterung bei der Sache

Tatsächlich zum ersten Mal fand die Leistungsschau mit 43 Jugendlichen in Vorarlberg statt. „Das Lehrlings-Casting war für die Teilnehmer ein wichtiger Einblick in die Kernkompetenzen bzw. Anforderungen im Bauberuf“, so Bauakademie-Leiter Norbert Blum. Und Landesinnungsmeister Peter Keckeis meint: „Wir erwarten uns vom ersten Lehrlings-Casting ein gesteigertes Interesse am Lehrberuf Maurer bzw. Hochbautechniker.“ 28 Interessierte waren es in Tirol, darunter fünf Mädchen. „Motivierte junge Leute wie euch brauchen wir in der Baubranche“, versicherte Innungsmeister Anton Rieder. Mario Erhard, Leiter der Landes-Bauakademie: „Jede Stufe vom Lehrling bis zum Baumeister bringt euch weiter, und in der Baubranche stehen gutqualifizierten Personen alle Türen offen.“

Trotz Schlechtwetter lockte das Casting in Salzburg etwa 100 Teilnehmer an; dazu etwa 20 Firmenvertreter sowie 15 Lehrer, deren Engagement Innungsmeister Johann Jastrinsky ausdrücklich lobte. In Kärnten sagte Innungsmeister Robert Rauter ob der Leistungen der 60 Teilnehmer: „Besonders hat mir gefallen, wie begeistert sie bei der Sache waren.“ Wien verzeichnete mit 80 Teilnehmern einen neuen Casting-Rekord. Bauakademie-Geschäftsführer Andreas Hauser: „Ich freue mich, dass wir immer wieder außerordentlich talentierte Jugendliche finden, die ihre Karriere am Bau beginnen wollen, und dass es unter den zahlreichen Vertretern der Baufirmen stets intensive Bemühungen gibt, diese Talente an Ort und Stelle für ihr Unternehmen zu gewinnen.“ Oberösterreich verbuchte 150 Casting-Teilnehmer. Bauakademie-Obmann Herbert Pichler betonte insbesondere den Wert der trialen Baulehre zwischen Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und seiner Institution. Ein „toller, spannender Tag“ war es auch in Langenlois, dem Standort der niederösterreichischen Bauakademie. 88 Jugendliche stellten sich „einem herausfordernden Wettbewerb und zeigten damit ihr Engagement“, freut sich Leiter Andreas Mokesch.

Autor/in:
Bernhard Madlener
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